Archiv Seite 3

Kurz dokumentiert

Während Agnes Miegel noch immer Namensgeberin für eine Straße in Büdelsdorf ist, scheint es, als würde sich der Trend andernorts dorthin bewegen, NS-Persönlichkeiten aus dem Stadtbild zu verbannen. So wurde bereits am 27.​10.​10 eine ebanfalls nach Miegel benannte Straße in Erfstadt umbenannt, und auch in Lünen scheint man nun über eine Umbenennung der nach Agnes Miegel und Karl Wagenfeld benannten Straßen nachzudenken. Warum aber scheinen der hiesige Stadtrat und die AnwohnerInnen so an ihrer Nazidichterin zu hängen? Einen vernünftigen Grund zu finden fällt vermutlich nicht bloß dem Autor schwer, daher abschließend einmal mehr die Forderung nach der längst überfälligen Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße um somit eindeutig Stellung gegen Nazis und braunes Gedankengut zu beziehen.

Besser spät als nie?

Nach etwa einem Monat des konsequenten Totschweigens, hat man sich bei der SHZ nun endlich dazu durchgerungen, sich das eigene journalistische Versagen einzugestehen und eine Richtigstellung bezüglich des Artikels vom 22.06., in dem man Dennis Grubes zweifelhaftes Engagement auf Facebook noch in höchsten Tönen lobte, zu veröffentlichen. Zwar wird in dem Artikel nicht erwähnt, dass jedes vierjährige Kind, unter Zu­hil­fe­nah­me des Internets, schnell Näheres über die Gesinnung „Dennis G.“s (beim letzten mal war es doch auch kein Problem den vollen Namen zu schreiben…) hätte rausbekommen können, aber wer soll einem Provinzblatt, das ansonsten über Traktorrennen und Rendsburger Herbst berichtet, einen solchen Faux­pas schon übel nehnem? Deshalb abschließend der Ratschlag an die Redaktion der LZ, derlei „Schlagzeilen“ zukünftig der Springer-Presse zu überlassen, anstatt zu versuchen Faschos zu lokalen Berühmtheiten zu erheben wenn das nächste Sommerloch vor der Tür steht.

SHZ bietet Neonazis Forum

Dennis Grube SHZ
Foto: Euler

Wie der Landeszeitung vom 22.06.11 zu entnehmen war, hat Rendsburg nun seinen eigenen „Pädophilen-Jäger“. Ein recht großer Artikel auf der ersten Seite des Lokalteils der Landeszeitung berichtete über seine Aktivitäten. Über die Bezeichnung kann man streiten, grundsätzlich wird aber kaum jemand besonders begeistert sein von Menschen, die sich an Kindern vergehen. Der Mitarbeiter der Landeszeitung hat in diesem Fall nur leider versäumt zu recherchieren, wem hier begeistert zugejubelt wird. Denn Dennis Grube ist nicht einfach der nette Nachbar, der die Facebook-Welt in zwei Stunden täglich ein wenig sicherer macht. Er ist nicht nur der aus Lübeck nach Rendsburg gezogene gute Kumpel, der hier als Koch arbeitet. Dennis Grube ist Neonazi.

Dennis Grube 1

Dennis Grube 2

Auf den uns weitergeleiteten Fotos ist Grube mit einem T-Shirt auf dem ein Wehrmachtssoldat vor der Hakenkreuzfahne steht zu sehen. Das Hakenkreuz verdeckt der Soldat mit seinem Kopf. Auf einem anderen Bild posiert Grube mit einem T-Shirt der Neonazi-Band „Weiße Wölfe“. Mitglieder dieser Band standen ab 2005 immer wieder wegen Volksverhetzung und der Verbreitung ausländerfeindlicher Schriften vor Gericht. Da ihnen die direkte Produktion ihrer CD „Weiße Wut“ nicht nachgewiesen werden konnte, wurden sie freigesprochen. Ihre Texte sprechen allerdings für sich:

Wir alle sind Kinder des Reiches, die Erben arischer Werte, drum bekenne Dich zu Deiner Herkunft mit Stolz, Blut und Ehre. (Weiße Wölfe – Kinder des Reiches)
Wartet ihr Brüder, jetzt kommt die Rache, Juda verrecke und Deutschland erwache… Und haben wir die alleinige Führung, dann weinen viele, doch nicht vor Rührung. Für unser Fest ist nichts zu teuer, 10.000 Juden für ein Freudenfeuer. (Weiße Wölfe – Unsere Antwort)
Weiße Wölfe – Weiße Wut, Weiße Kämpfer – Arisches Blut. (Weiße Wölfe – Weiße Wut)
Ruhm und Ehre der Waffen-SS, in stiller Trauer wolln wir ihrer gedenken. Ihre Treue soll uns ein Vorbild sein bei unserm Handeln und Lenken. Sieg Heil! (Weiße Wölfe – Ruhm und Ehre)
Hail C18, you know what I mean. Hail, hail, hail, the terrormachine. Hail, hail, hail, Combat 18. (Weiße Wölfe – Hail C18)

Machete

Auf einem weiteren Foto posiert Grube mit einer riesigen Machete, die er jemandem an den Hals drückt.

Wer sich die Gruppe „Stoppt Kinderschänder bei Facebook“ ansieht, in der Grube mitmischt, entdeckt auf Anhieb mindestens ein Drittel Personen, die der NPD oder den sogenannten „Freien Nationalisten“ nahestehen. Zu sehen sind Parteisymbole ebenso wie rechte Parolen und Namen, die sich auf Nazibands oder die nordische Mythologie beziehen. Bei genauerem Ansehen der Profile steigt die Zahl der Treffer im rechten Spektrum massiv an. Dies ist weder Zufall, noch ein Missgeschick unvorsichtiger Administratoren. Denn über die Hälfte der Administratoren ist auf Anhieb als Nazi erkennbar. Es ist vielmehr gängige Strategie von Nazis sich auf das Thema Kindesmissbrauch zu stürzen und es zu besetzen. Sie wissen genau, dass kaum jemand ernsthaft Partei für Pädophile ergreifen würde.
Nazis geht es dabei aber nicht um das Wohl der Kinder. Es geht ihnen um das Aussortieren dessen, was sie für die von ihnen so genannte „Volksgemeinschaft“ als schädlich empfinden. Sie fordern zwar ganz allgemein den Schutz von Kindern und eine härtere Gangart gegen Pädophile. Gemeint sind damit aber ausschließlich „deutsche“ Kinder und einmal mehr das Ermorden von Menschen, die sie als nicht lebenswert erachten („Todesstrafe für Kinderschänder“). Es geht ihnen eben nicht darum Sextätern das Handwerk zu legen, sondern darum Stimmung zu machen und über ein heiß diskutiertes Thema die Möglichkeit zu nutzen, ihre Vorstellungen einer abgeschotteten, „rein deutschen Volksgemeinschaft“ in die breite Masse zu tragen. Sie benutzen die berechtigte Sorge ihrer Mitmenschen als Einfallstor für ihre Propaganda. Die Lösung, die Nazis anbieten, passt zu der Musik, die sie hören. „Todesstrafe für Kinderschänder“ ist ihre Forderung. Auf Klamotten, Aufklebern und in der Musik, die sie spielen. Eine ebenso simple, wie entlarvende Forderung. Denn alles, was nicht in das Bild von Nazis passt, wird mit Gewalt bekämpft und wenn möglich endgültig beseitigt. Ganz gleich ob Kinderschänder, Ausländer, Linke oder wie in den Texten der Band „Weiße Wölfe“ mehr als deutlich gefordert: Juden.

Jemand, der mit solchen T-Shirts herumläuft, anderen Menschen eine Machete an den Hals hält und Musik hört, die zu Mord und Totschlag aufruft, ist wohl kaum geeignet sich um die Sicherheit von Kindern zu bemühen. Vielmehr wird hier wieder einmal deutlich wie einfach es für Neonazis ist ein emotional aufgeladenes Thema wie Kindesmissbrauch zu benutzen. Und die Landeszeitung macht sich zum Handlanger.

Polizei durchsucht Wohnungen von 34 Neonazis in Schleswig-Holstein

In Folge des Angriffs von etwa 40 Neonazis auf eine DGB-Kundgebung am
1. Mai in Husum hat die Polizei am Dienstag (17.5.11) die Wohnungen
von 34 Neonazis durchsucht. Ihnen wird Landfriedensbruch vorgeworfen.
Von den Durchsuchungen betroffen war laut Informationen der taz auch
der NPD-Landesvorsitzende Jens Lütke.

Es wird davon ausgegangen, dass die Aktion im voraus länger geplant
war. Dafür spricht, dass die schleswig-holsteinischen Neonazis am 1.
Mai nicht zu einer der anderen in Norddeutschland angesetzten
Nazi-Demonstrationen gefahren sind. Die Nazis selber bezeichnen den
Aufmarsch als „Spontanaktion mit […] vielen freien wie
parteigebundenen Kameraden aus ganz Schleswig-Holstein“.

Die etwa 40 Nazis sind an jenem 1. Mai mit Transparenten durch Husum
marschiert und haben im Anschluss die sich gerade im Aufbau
befindliche Kundgebung des DGB angegriffen, dort Stände umgeworfen
und mehrere Personen attackiert. Auf dem Rückweg aus Husum wurde der
Autokonvoi der Neonazis von der Polizei gestoppt und deren Personalien
aufgenommen.

Der Aufmarsch in Husum war eine von mehreren „spontanen“ Nazi-Aktionen
in den letzten Wochen in Schleswig-Holstein. Zuletzt hielten etwa Nazis am
8. Mai eine Kundgebung in Laboe in der Nähe von Kiel ab.

Kein Nazi-Aufmarsch in Lübeck (Erinnerung)

Der Frühlingsanfang rückt langsam aber sicher in greifbare Nähe, was auf freundlichere Temperaturen und damit ideale Voraussetzungen für eine Blockade des Nazi-Aufmarsches am 26.03. in Lübeck hoffen lässt. Wem handfestere Infos allerdings lieber sind, als das sprichwörtliche Warten auf schönes Wetter, der findet auf der Site von Basta! Linke Jugend die neuesten Infos zum Thema Lübeck.

Weltfrauentag 2011

In diesem Jahr wird der einhundertste Jahrestag des Weltfrauentages gefeiert. Eingeführt und in mehreren europäischen Ländern und den USA zum ersten Mal begangen am 19. März 1911, unterstützt durch viele Streiks, Aktionen und die dem Streik der St. Petersburger Textilarbeiterinnen folgende Februarrevolution in Russland, legte die 2. Kommunistische Konferenz 1921 den 8, März als offizielles Datum fest. Seitdem wird er jedes Jahr in vielen Ländern auf der Welt gefeiert und ist zu einem wichtigen Bestandteil des Kampfes der Frauen für ihre Rechte geworden.
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Arbeiterinnen einer New Yorker Textilfabrik damit, mit Streiks für ihre Rechte zu kämpfen. In diesem Zusammenhang wird von einer großen Demonstration und einem brutalen Vorgehen der Polizei berichtet. Ein halbes Jahrhundert später, am 08. März 1908, traten wieder Arbeiterinnen einer New Yorker Textilfabrik in den Streik. Um zu vermeiden, dass sich Gewerkschaften und andere Belegschaften mit ihnen solidarisierten, wurden sie vom Fabrikbesitzer und von den Aufsehern in der Fabrik eingesperrt. Bei einem Feuer, dass die Fabrik vernichtete, starben 129 Arbeiterinnen.
Auf Initiative der Sozialistin Clara Zetkin wurde 1910 auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentags beschlossen. Zu den zentralen Forderungen gehörten neben den Wahl- und Stimmrechten für Frauen auch Arbeitsschutzgesetze, gleiche Bezahlung wie die männlichen Kollegen, Mindestlöhne und der Mutter- und Kinderschutz. Alles Forderungen, die auch heute noch Bestandteil gewerkschaftlicher Kämpfe sind.
In den Jahren zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg kamen Forderungen wie der legale Schwangerschaftsabbruch hinzu. 1931 starben allein in Deutschland 44.000 Frauen an den Folgen illegaler und damit medizinisch nicht einwandfreier Schwangerschaftsabbrüche. Im Lauf der Zeit und als Lehre aus vergangenen Zeiten wurden diese Forderungen ergänzt um eine Beendigung imperialistischer Kriege, die Beendigung des Wettrüstens und einem Eintreten für die Völkerverständigung. Inzwischen ist der Weltfrauentag ein Tag vielfältiger Aktionen, von Straßentheater über Demonstrationen hin zu direkten Aktionen gegen ausbeutende Firmen.
Gerade weil nach 100 Jahren Kampf für die Frauenrechte längst nicht alle Ziele umgesetzt sind, Frauen im Beruf immer noch benachteiligt sind, viele immer noch (sexualisierter) Gewalt durch Männer ausgesetzt und 70 % der Armen in der Welt Frauen sind, ist es wichtig dieses historische Datum als das in Erinnerung zu behalten und fortzuführen, was es ist: ein Kampftag für die Rechte der Frauen.

26. März 2011: Kein Nazi-Aufmarsch in Lübeck! Für eine weltoffene und demokratische Gesellschaft

Im März 2010 gelang es erstmals, den alljährlichen Naziaufmarsch in Lübeck durch breite Proteste und Aktionen des Zivilen Ungehorsams zu stoppen. Die ungefähr 160 Nazis konnten nur wenige hundert Meter gehen – den weiteren Weg haben antifaschistische Blockaden versperrt.
Die geschichtsverfälschenden Thesen der Nazis fanden keinen Widerhall in der Lübecker Öffentlichkeit. Die entscheidenden Bilder des Tages waren die vielfältigen unterschiedlichen Formen des Protestes und Widerstandes gegen ihre menschenverachtende Politik. Der 27.3.2010 wurde zu einem Fiasko für die Nazis.
Das führte zu erheblichem internen Streit bei den Nazis. Sie haben daher erst nach langem Zögern ihren Aufmarsch erneut für den 26.3.2011 und für die Folgejahre angekündigt. Das heißt für uns, jetzt nicht nachzulassen! In diesem Jahr haben wir die realistische Chance, den Nazis zukünftig die Lust an Aufmärschen in Lübeck zu nehmen.
Wenn also erneut weite Teil von St. Lorenz Nord abgeriegelt werden sollen, damit die Nazis dort ihre geschichtsverfälschenden Parolen ungestört von Protest und Widerstand verbreiten können, dann werden Tausende Menschen aus Lübeck und Umgebung sich genau dort versammeln, um gemeinsam deutlich zu machen: Wir schweigen nicht, wir sehen nicht tatenlos zu, bei diesem braunen Treiben. Wir stehen für eine offene, demokratische und tolerante Gesellschaft, in der für rassistisches und antisemitisches Gedankengut, für eine Verherrlichung des Hitler-Regimes kein Platz ist.
Wir sind uns bewusst, dass sich hinter den Parolen der Nazis das Bestreben versteckt, die Verbrechen Nazi-Deutschlands zu wiederholen. Dem stellen wir uns entschlossen in den Weg!
Seit 2006 haben sich Lübeckerinnen und Lübecker aus ganz verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammengefunden und das Bündnis Wir können sie stoppen ins Leben gerufen. Bei allen unterschiedlichen weltanschaulichen, politischen und religiösen Positionen eint uns die Überzeugung, dass die Demokratie der Naziideologie grundsätzlich, undiskutierbar und ganz entschieden entgegen steht. Dies haben wir – auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams – in den vergangen Jahren klar und deutlich zum Ausdruck gebracht.
Wir werden die Straßen Lübecks nicht den Nazis überlassen. Gleichzeitig suchen wir nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Neben Kundgebungen und Menschenketten halten wir besonnene und entschlossene Sitzblockaden auf der Aufmarsch-Route der Nazis für ein geeignetes Mittel, dafür zu sorgen, dass diese alljährlichen Aufmärsche in Zukunft unterbleiben. Dies wird gelingen, wenn sich Tausende Menschen am 26. März 2011 an solchen Aktionen beteiligen!
Wir rufen alle Menschen, Junge und Alte,
mit und ohne deutschen Pass dazu auf:
Beteiligt euch zahlreich an den verschiedenen Aktionen, Gottesdiensten, Kundgebungen und Blockaden!

Bündnis Wir können sie stoppen

Agnes-Miegel-Straße umbenennen!

Schöner leben ohne Agnes Miegel

Noch heute sind Straßen, Wege und Schulen nach der Nationalsozialistin Agnes Miegel benannt. Auch in Büdelsdorf. Ein Appell für eine Umbenennung der „Agnes-Miegel-Straße“.
„Dies habe ich mit meinem Gott alleine abzumachen und mit niemand sonst“, so antwortete Agnes Miegel auf die Frage nach ihrer Vergangenheit in der nationalsozialistischen Diktatur unter Adolf Hitler. Dieser lapidaren Antwort ging eine der erfolgreichsten Schriftsteller-Karrieren im Dritten Reich voraus. Agnes Miegel, die am 9.3.1879 in Königsberg geboren wurde, war eine völkische Heimatdichterin, die mit ihren Gedichten „An den Führer“ oder „Dem Führer“ glorifizierende Lobeshymnen auf Adolf Hitler verfasste. Sie engagierte sich bereits seit 1920 in der rechts-nationalen „Ostpreußischen Zeitung“ und stieg nach der Machtübernahme der Nazis zu einer der SchriftstellerInnen im Regime auf. Sie trat der NSDAP bei, nahm dankend das „Ehrenzeichen der Hitlerjugend“ an und wurde schließlich von Adolf Hitler auf die „Gottbegnadetenliste“ gesetzt. Auf dieser Liste wurden die von Hitler als wichtigste Schriftsteller des Dritten Reichs auserkorenen Publizisten gehuldigt. Ebenso unterzeichnete sie mit 88 weiteren Schriftstellern das Pamphlet der „treuesten Gefolgschaft Adolf Hitlers“ und nahm nach vorangegangener Säuberung eine wichtige Stellung in der „Preußischen Akademie der Künste“ ein. Dr. Arnulf Scriba, bezeichnet Miegel auf der Internetseite des Deutschen Historischen Museums als „literarisches Aushängeschild“ des Dritten Reichs.
Miegel war also überzeugte Nationalsozialistin und keine Mitläuferin im Regime. Des Weiteren zeigt sie durch ihre Äußerungen nach der NS-Zeit, dass eine offene Distanzierung für sie nicht in Frage kam.
Trotz dieser eindeutigen Belege, gibt es in vielen Teilen Deutschlands immer noch Straßen, Wege und sogar einige Schulen, die ihren Namen tragen. Im Jahr 2010 wurde in einigen deutschen Städten, so zum Beispiel Erftstadt oder Bergisch-Gladbach, gehandelt und die nach Miegel benannten Straßen wurden offiziell umbenannt. In Büdelsdorf ist sie weiterhin namensgebend für eine Straße ganz in der Nähe des Hermann-Ehlers-Platzes. Dieser war in der Nazi-Zeit Mitglied der „Bekennenden Kirche“, die sich gegen die Gleichschaltung Hitlers zur Wehr setzte und Ehlers persönlich wurde aufgrund seines Engagements eine Übernahme als Richter verwehrt. Ebenso befinden sich in Büdelsdorf der „Carl-Von-Ossietzky-Weg“ und „Kurt-Schuhmacher-Weg“. Diese beiden wurden in Konzentrationslagern der Nazis interniert, und Ossietzky wurde nach der anhaltenden Folter von einem Schweizer Diplomaten mit den folgenden Worten beschrieben: „Ein zitterndes, totenblasses Etwas, ein Wesen, das gefühllos zu sein schien, ein Auge verschwollen, die Zähne anscheinend eingeschlagen“.
Das in der gleichen Stadt, wo diesen beiden Opfern des Dritten Reichs gedacht wird, gleichzeitig eine Straße nach einer überzeugten Nationalsozialistin benannt wird, ist paradox und zynisch!
Es ist wünschenswert, dass auch die politisch Verantwortlichen in Büdelsdorf ein Zeichen setzen und der Anerkennung von Agnes Miegel ein Ende setzen. Gerade in einem Land, das vorgibt seine Geschichte aufgearbeitet zu haben, ist es ein untragbarer Zustand eine solche Namensgebung unangetastet zu lassen. Andere Städte in Deutschland haben es vorgemacht, nun ist das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, sowie der Politik gefordert. Lassen Sie uns gemeinsam mit einem positiven Beispiel voran gehen und ein Zeichen gegen nazistische Ideologien und eintreten für ein würdiges Gedenken an die Opfer, statt einer Erinnerung an die Täter!

[AARD] Antifaschistische Aktion Rendsburg
Gruppe V.I.P [Vive! Intellege! Pugna!]

Solidarität mit der Liebig 14

Jede Räumung hat ihren Preis

Am 02.02.2011 wurde mit der „Liebig 14″ eins der letzten und ältesten besetzten Häuser Berlins durch ein martialisch ausgerüstetes Bullenaufgebot geräumt. 2500 Bullen wurden aus mehreren Bundesländern zusammengezogen und auf Berlin verteilt, um dem Traum und der Umsetzung einer alternativen Lebensgestaltung ein Ende zu setzen. Die Folge waren militante Proteste und Solidaritätsaktionen bundesweit und überall auf der Welt. Von Oslo und Kopenhagen über Rendsburg bis Japan und Peru.

Auf der ganzen Welt teilen Menschen den Traum und die Vorstellungen eines anderen, besseren Zusammenlebens und sind bereit dafür auch zu kämpfen.
Während viele Menschen es vorziehen in Mietskasernen unter Nachbarn, die sie kaum kennen, ihr Dasein zu fristen, wird in besetzten Häusern und alternativen Zentren versucht eine andere Möglichkeit des gemeinschaftlichen Lebens umzusetzen. Statt permanentem Konkurrenzdenken bestimmen gegenseitige Unterstützung und Solidarität den Alltag. Diese Lebensweise ist ein Stück Gegenkultur, das immer wieder neu erlernt und erkämpft werden muss. Hierzu gehört auch die herrschenden Verhältnisse immer wieder in Frage zu stellen und sich dagegen zu wehren, wenn z. B. die nächste Mieterhöhung ins Haus flattert.
Die bestehenden Mietverträge der Bewohner der „Liebig 14″ wurden gekündigt, trotzdem blieben sie in ihren Wohnungen und damit dort, wo sie sich zu Hause fühlten. Was folgte waren Schikanen und Räumungsklagen des Vermieters, der auf diverse Forderungen der Bewohner, wie die nach bezahlbaren Mieten, gar nicht erst einging. Um die Wohnungen luxussanieren und gewinnbringend verkaufen zu können müssen alle Mieter raus.
Es geht nicht um die Bedürfnisse der Mieter, wie z. B. bezahlbaren Wohnraum zu haben, sondern lediglich um die Profitgier und die Wohlstandssicherung der Vermieter.

Diese Vorgehensweise lässt sich immer wieder beobachten.
Durch Immobilienspekulation, steigende Mietkosten und eine allgemeine „Aufwertung“ des Wohngebiets werden diejenigen Menschen verdrängt, die sich diese Mieten nicht mehr leisten können oder wollen. Komplette Stadtbezirke werden so von weniger zahlungskräftigen Mietern gesäubert und übrig bleibt eine hübsche, moderne Wohnsiedlung mit dem Flair eines ehemals alternativen Viertels. Es ist Mode geworden sich in modernisierte Wohnungen in (ehemaligen) Szenevierteln einzukaufen. Alternativ ist chic, chic ist Trend und Trend ist teuer. Egal ob auf die Mieten bezogen, auf die Kleidung in den In-Läden, die Cocktails in der neuen Szene-Yuppie-Kneipe oder den Eintritt für die angesagten Clubs.
Ehemalige Bewohner des Viertels, die sich diese Umstrukturierung ihres Lebensraumes nicht leisten können werden in städtische Randgebiete verdrängt. Damit geht ein Stück Leben verloren, ein Stück Ausstrahlung des Viertels und letztlich auch das Viertel selbst. Es wird zu einem weiteren Wohlstands-Ghetto, während sich die neuen Bewohner im Glanz des „alternativen Viertels“ sonnen, welches sie mit zerstört haben.

Wir solidarisieren uns mit den Bewohnern der „Liebig 14″, mit ihren Unterstützern und mit allen Menschen die ihren Protest laut, kreativ, kraftvoll, entschlossen und militant auf die Straße tragen.
Jede Sponti, jede Sprüherei, jede brennende Barrikade ist Ausdruck unserer Solidarität.

Ihr habt den Zeitpunkt bestimmt. Den Preis bestimmen wir!

Alle Jahre wieder

Es ist mal wieder soweit: Auch 2011 findet in Dresden Europas größter Naziaufmarsch statt, und wie jedes Mal werden sich nicht nur Nazis, sondern auch AntifaschistInnen aus ganz Europa nach Dresden begeben, um den geistigen Flachköppern die Show zu vermiesen. Darum zieht euch warme Socken an, und fahrt am 19. Februar nach Dresden, um auch dieses Jahr den revisionistischen Aufmarsch zu verhindern!

2011 – Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist!
Nazifrei – Dresden stellt sich quer!

2010 ist es uns erstmalig gelungen, Europas größten Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Grundlage unseres Erfolges war die Spektren übergreifende Zusammenarbeit zwischen Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen. Mit unserer klaren Ankündigung, den Naziaufmarsch durch Blockaden zu stoppen, haben wir gemeinsam den Raum des symbolischen Protestes verlassen. Die Entschlossenheit tausender Menschen, sich mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams den Nazis in den Weg zu stellen, machten die Blockaden zu einem Erfolg.

Für 2011 haben die Nazis angekündigt, mehrere Veranstaltungen zum Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden durchzuführen. Seit Jahren versuchen die Nazis die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur anzuknüpfen. Wir werden nicht akzeptieren, dass die Nazis die Geschichte verdrehen und die eigentlichen Opfer des Nationalsozialismus verhöhnen. Wir lehnen jede Leugnung und Relativierung der deutschen Schuld an Vernichtungskrieg und Holocaust ab.

Wir sind uns bewusst, dass sich die Nazis ihr Großereignis nicht einfach nehmen lassen. Deshalb werden wir uns auch 2011 wieder den Nazis durch Aktionen des zivilen Ungehorsams mit Massenblockaden entgegen stellen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

Wir werden uns weiterhin bei Versuchen der Kriminalisierung solidarisch zueinander verhalten. Wir stellen uns gegen jeden Versuch, antifaschistischen Protest als „extremistisch“ zu bezeichnen.
2011 werden wir den Naziaufmarsch gemeinsam blockieren – bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg

Wieder Nazis in Dresden blockieren!