Archiv der Kategorie 'Programmtipp'

Thanks! Merci! Spasibo!

In diesem Jahr feiern wir in Kooperation mit der T-Stube ein besonderes Jubiläum. 70 Jahre ist es her, dass dieses Land durch die alliierten Truppen von der Herrschaft der Faschisten befreit wurde. Wir sparen uns einen geschichtlichen Abriss über die Umstände, die diese Tyrannei erst möglich machten. Wir werden auch auf die verübten Gräueltaten der Nazis nicht weiter eingehen. Dies alles ist hinlänglich bekannt und Jede und Jeder weiß, worum es geht. Dass der Tag der Befreiung in diesem Land kein Feiertag ist, ist ohnehin ein überdeutliches Statement zum Verhältnis zur eigenen Geschichte und bedarf keiner weiteren Erklärung.

Stattdessen möchten wir mit euch 70 Jahre Befreiung feiern. Auch wenn das Naziproblem noch immer nicht gelöst ist und es nach wie vor heißt: „Kein Vergeben, kein Vergessen!“, sind 70 Jahre Ende des Dritten Reiches Grund und Anlass genug der Opfer zu gedenken und die Fortführung des Anti-Nazi-Kampfes auf allen Ebenen, zu feiern.

Nicht zuletzt aufgrund des wieder erstarkenden Alltagsrassismus, (Brand-)Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte, No-Go-Areas für Menschen, die nicht in das Weltbild von Nazis passen und einem allgemeinen gesellschaftlichen Klima, das immer mehr an das Deutschland zu Beginn der 90er Jahre erinnert, ist uns unsere Aufgabe, all dies zu bekämpfen, sehr wohl bewusst.
Wir verstehen diese Jubiläumsfeier daher nicht nur als Party mit geiler Musik und ähnlich eingestellten Menschen. Wir verstehen sie ebenso als Möglichkeit linke und antifaschistische Inhalte und Positionen zu transportieren und ein klares Zeichen zu setzen, dass wir weder Neonazis, noch ihre Ideologie, weder Alltagsrassisten, noch Stammtischparolen, weder Übergriffe auf Flüchtlinge, noch Ausgrenzung aufgrund von Herkunft, Religion, Sexualität oder Aussehen dulden. Wir werden all dies nicht kommentarlos hinnehmen, sondern auch weiterhin mit den jeweils angemessenen Mitteln agieren.

Wir fordern daher jeden Menschen, der am 8.5. mit uns feiert, auf, selbst gegen Nazis, Rassisten, Sexisten und homophobe Arschlöcher aktiv zu werden. Beteiligt euch am antifaschistischen Kampf, meldet bei euren örtlichen Antifa-Kontakten Dinge, die euch auffallen und wehrt euch, wenn in eurem Umfeld etwas passiert.
Bildet euch, bildet andere, bildet Banden!
Entfernt rechte Aufkleber und Graffitis, greift ein, wenn sich Nazis zusammenrotten, macht rechte Szenetreffs und die Akteure öffentlich! Es gibt viel zu tun. Was immer ihr macht – passt auf euch auf, lasst euch nicht erwischen (und wenn doch: Anna und Arthur halten das Maul!) und vor allem: habt Spaß dabei!

Wir sehen uns am 8. Mai bei Stage Bottles, Kaput Krauts und den Gaarden Allstars in der T-Stube.
Wer nicht feiert, hat verloren.

Amnesty International: Bericht über Polizeigewalt in der BRD

Auch hier herrscht grade etwas Sommerloch, aber den Amnesty-Polizeibericht, der letzte Woche herausgekommen ist und aufzeigt, wie wenig Polizeigewalt in Deutschland geahndet wird, wollen wir euch trotzdem ans Herz legen. Ihr findet ihn hier: Täter unbekannt. Mangelnde Aufklärung von mutmasslichen Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland

Die Moschee in Rendsburg

Kein Fall für „Kurz notiert“. Die Taz beschäftigt sich mit dem Widerstand gegen die Moschee in Rendsburg, über den wir berichteten.

Zu lesen hier.

Argumente gegen Holocaustleugner

Viele werden es kennen: Im realen Leben oder im Internet tauchen Menschen auf, die probieren den Holocaust zu relativieren oder ihn leugnen. Häufig haben diese Menschen Bücher über das Thema gelesen und können daher scheinwissenschaftliche Quellen für ihre unsinnigen Argumente angeben. Dass diese „Wissenschaftler_Innen“ sich wiederum nur auf andere Holocaustleugner_Innen beziehen in ihren Argumenten ist logisch. Beim gelangweilten Surfen im Netz ist der Autor des Beitrages dann zufällig auf dieser Seite gelandet: Holocaust-Referenz
Unter verschiedenen Stichworten finden sich hier die wichtigsten revisionistischen Mythen und „Argumente“ der Revisionist_Innen und werden sachlich widerlegt. Informativ und sicher eine gute Grundlage, um den Scheinargumenten solcher Menschen entgegenzutreten und sie zu entzaubern.

Geschichtsrevisionismus angreifen!
Nazis wegmachen!

65. Jahrestag des Hitlerattentats am 20. Juli

Nein, wir werden garantiert nicht anfangen, den Softcore-Nazi Stauffenberg abzufeiern, vielmehr wollen wir dem ganzen Gehype wie schon zum Film lieber einen Kontrapunkt entgegensetzen und uns darüber auskotzen, wie ein autoritärer Nationalist im achso geläuterten Deutschland abgefeiert wird.
HaGalil verweist auf Otto Blumenthal, der probierte sich durch Flucht in die Niederlande der Gefahr für Leib und Leben zu entziehen.
Während Blumenthal schon im holländischen Exil war, half Stauffenberg beim Überfall auf Polen mit, in Osteuropa einen Vernichtungsfeldzug ohne historischen Vergleich zu beginnen. Quasi zeitgleich okkupierten andere Teile der Wehrmacht die Niederlande, von wo aus Blumenthal nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er starb. Einen längeren historischen Artikel wollen wir hier gar nicht über Stauffenberg verfassen, vielmehr auf einen eklatanten Unterschied aufmerksam machen: Einer der Täter wird in der BRD abgefeiert und bemitleidet, ein weiteres Beispiel ist Hanns-Martin Schleyer, während die meisten Opfer namenlos bleiben, an sie wird sich nur als abstrakte Zahl erinnert. Wir finden die Idee von HaGalil gut, einem der Opfer ein Gesicht zu geben und geben euch daher auch noch ein paar wirklich korrekte Leute, die nicht unvergessen bleiben sollen:

Erich Mühsam, Peter Gingold und sogar ganz hier in der Nähe wohnt jemand, der damals Widerstand geleistet und ein Buch darüber verfasst hat, Fritz Bringmann.

Stauffenberg ist doof. Heutige Stauffenbergverehrer sind auch doof.

Weiteres zu dem Thema

Bericht: Entschwörungstheorie

Entschwörungstheorie

Am Mittwoch, den 8.7., hat Daniel Kulla (http://www.classless.org) in Kiel bei einer Veranstaltung des AK Kritischer Studierender (http://www.akkiel.blogsport.de) sein Buch „Entschwörungstheorie“ vorgestellt. Gleich zu Beginn stellte er klar, dass der Titel auch ironisch zu verstehen sei, ginge es ihm doch nicht um eine generelle Ablehnung von Verschwörungstheorien, in denen er sogar kritisches Potenzial sieht, sondern um die Ablehnung von Verschwörungsideologien, die keine Fragen stellen und Antworten suchen, sondern passende Fragen für die vorgefertigte Antwort suchen. Im Laufe der Veranstaltung differenzierte Kulla immer zwischen kritischem Hinterfragen der „offiziellen Wahrheit“ und einer verschwörungsideologischen Verschwörungstheorie, die das Böse außerhalb des eigenen identitären Kollektivs projiziert, da diese häufig sehr nah am antisemitischen Stereotyp argumentieren oder sogar antisemitische Ressentiments bedienen.
Danach ging er auf anti-babylonische Äußerungen ein, die es hauptsächlich im klassisch linksradikalen Milieu zu finden gibt und illustrierte dies am Beispiel von Ton, Steine, Scherben (dennoch eine großartige Band, Anm. 2/3 d. Red.). Ihren Ursprung hat anti-babylonisches Denken in religiöser Moral, in der Bibel wird Babylon als unmoralisch dargestellt, weil es eine multiethnische Stadt ist, deren Bewohner_Innen teilweise in Luxus schwelgten und ein ausgiebiges Sexualleben hatten und die sich mit dem Turmbau die metaphorische Emanzipation des Menschen anmaßten. Daraufhin folgte, glaubt mensch der Bibel, eine göttliche Strafe für die Babylonier_Innen. Dieses apokalyptische Denken ist auch vielen Verschwörungsideologien zu Eigen, so wurde in Teilen der verschwörungsideologischen Szene 9/11 als Strafe für die angebliche Unmoral der USA angesehen. Dieser reaktionäre Hass auf angebliche Ausschweifungen und bürgerliche (Schein-)Freiheit äußerte sich beispielsweise in Horst Mahlers Abgefeiere der Anschläge. Danach erörterte Kulla die Spaltung der linksradikalen Bewegung in verschiedene Lager, im Schlepptau der Anschläge am 11. September. Seine These war, dass Teile der No Global-Bewegung auch verschwörungsideologisch argumentieren, indem sie simple Erklärungsmuster schaffen und klar in gut und böse unterteilen, anstatt komplexe Strukturen analytisch zu ergründen und zu kritisieren. Immer wieder lobte Kulla die amerikanische Kultur von Verschwörungstheorien, die ergebnisoffen, staatskritisch und damit potenziell emanzipatorisch sei. Auch wenn mr das weiterhin zweifelhaft erscheint, da es auch aus den USA genügend Beispiele für reaktionäres Verschwörungsdenken gibt. Ansonsten ein insgesamt recht interessanter Vortrag.

Demjanjuk verhandlungsfähig

Die Zeit berichtet

Dem mutmasslichen KZ-Aufseher und NS-Verbrecher John Demjanjuk kann der Prozeß gemacht werden. „Die Ärzte bejahen die Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten“, teilte die Staatsanwaltschaft München mit.

Kriegsgelöbnis bedroht

Welt.de

Anlässlich des feierlichen Gelöbnisses bei der Vereidigung von Bundeswehrsoldaten am 20. Juli vor dem Reichstag rechnet die Berliner Polizei mit massiven Störungen durch gewaltbereite Linksextremisten. Das erfuhr WELT ONLINE aus ranghohen Sicherheitskreisen. Angehörige der linken Szene rufen in einer Broschüre unter dem Titel „FEINDerkennung“ zu Übergriffen auf Bundeswehrangehörige auf. Die „Anleitung zur FEINDerkennung“ wird auf einschlägig bekannten Internetportalen verbreitet beziehungsweise in den Hochburgen der Kreuzberger Szene verteilt.

Das propagandistisch inszenierte Gelöbnis vor dem Reichstag soll einmal mehr zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Kriegsmaschinerie Bundeswehr dienen. Für die Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Interessen der BRD ist diese Weltweit in Kriegseinsätzen. Aus der Geschichte hat hier scheinbar niemand gelernt.

Gegen Kriege für Wirtschaftsziele!
Bundeswehr abschaffen!
Das Gelöbnis vor dem Reichstag stören!

G8 vor dem Aus?

Die Taz berichtet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einer Regierungserklärung indirekt das Ende der G 8 bestätigt. Die führenden Industrieländer könnten globale Probleme wie die Finanz- oder Klimakrise nicht mehr allein regeln könnten. „Ich denke, dass die G 20 das Format sein sollte, das wie ein überwölbendes Dach die Zukunft bestimmt“, sagte die Kanzlerin. Die G 8 hingegen werde „in das Format einer Vorbesprechung“ hineinwachsen.

Nach nur einer Woche: AKW Krümmel von Netz genommen

Nur eine Woche nach dem Wiederanfahren des jahrelang stillgelegten AKWs Krümmel bei Hamburg ist das Kraftwerk schon wieder vom Netz. Am Mittwochnachmittag wurde die Turbine nach technischen Problemen abgeschaltet und die Leistung des Reaktors heruntergefahren, wie eine Sprecherin des Betreiberkonzerns Vattenfall mitteilte. Der Nuklearbereich sei nicht betroffen, sagte sie. Nach ihren Angaben hatte der Ausfall eines Trafos zu dem Problem geführt.

Vollständiger Artikel im Focus

Die Erde ist eine Scheibe.
Schweine können fliegen.
Atomkraft ist sicher!