Archiv der Kategorie 'Freiräume'

01.12.12: Ein Platz für die Jugend – Demo für ein neues Jugendkulturzentrum in Bad Segeberg!

Nach dem ersatzlosen Abriss der legalen Graffiti-Flächen an den ehemaligen Silo-Türmen, dem Abriss der Skateranlage am Großen Segeberger See, wird nun auch das einzige Jugendkulturzentrum (HaK) in der Stadt dem Erdboden gleich gemacht. Auf der Fläche soll ein Parkplatz für TouristInnen und BesucherInnen des Fledermauszentrums „Noctalis“ entstehen. Diese durften den großen Parkplatz neben dem Jugendkulturzentrum immer uneingeschränkt mitbenutzen, was auch völlig ausreichte.

Seit einigen Jahren findet in Bad Segeberg ein allgemeiner Verdrängungsprozess statt. Alles was kommerziell nicht verwertbar ist und dem Bild der idyllischen, konservativen Kleinstadt widerspricht, wird systematisch ausgeschlossen und zerstört.

Dies und der allgemeine Umgang mit Jugendlichen durch die Stadtverwaltung, haben uns dazu bewogen eine Demonstration anzumelden. Mit dieser Demonstration fordern wir einen Raum für die Jugend, einen Raum für Live-Musik, einen Raum zum treffen und reden, einen Raum für KünstlerInnen aller Art, einen Raum für Träume und zum träumen.

Kommt bitte alle am 01. Dezember um
14.30 Uhr zum Bahnhof in Bad Segeberg!

Dort beginnt unsere Demonstration, die uns auf einem alternativen Stadtrundgang durch Bad Segeberg an Orten vorbei führt, die in der besagten Entwicklung der letzten Jahre eine wichtige Rolle gespielt haben.

Wir werden in mehreren Zwischenkundgebungen auf ihre Geschichte und Bedeutung eingehen und richten unseren Blick hoffnungsvoll in die Zukunft.

Geht auf die Straße und fordert einen Platz für die Jugend!

Einen Platz für alle, die aus dieser Stadt verdrängt werden sollen!

Fight for your right! – Für ein neues Jugendkulturzentrum!

- EA-Nummer: 040/43278778 –

Infos

Stay HaK!

Wir unterstützen den folgenden Aufruf.

Stay HaK!
Oder 10 Jahre sind noch lange nicht genug!

Selbstverwaltung, Basisdemokratie, Konzerte, Ausstellungen, Politik, all das und noch vieles mehr bietet das Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg („HaK“) in Bad Segeberg seit über 10 Jahren allen Mitwirkenden und Interessierten. Doch ebendiese Selbstbestimmung und vor allem Selbstverwirklichung von Jugendlichen scheint Bürgermeister Schönfeld ein Dorn im Auge zu sein!
Aber lasst uns erst einmal einen kleinen Blick auf die Geschichte werfen…

Nachdem das „HaK“ als alternatives Kulturgebäude gewonnen werden konnte, fingen die Jugendlichen an in liebevollster Arbeit die historischen Balken freizulegen und abzuschleifen, den Tresen einzubauen, die Wände neu zu verputzen und zu streichen, sowie in mühevoller Arbeit dekorative Elemente wie Scheinwerfer, Lautsprecher und Mosaike anzubringen. Hinzu kamen bauliche Veränderungen wie Schallschutzwände, ein doppelter Stromkreislauf, eine Zu- und Abluftanlage sowie die Einrichtung eines funktionsfähigen Konzertraumes. Hier und da erhielten die Jugendlichen Unterstützung von gelernten Elektrikern, Maurern, Tischlern und Zimmerergesellen. Und dies alles ehrenamtlich!

Schon damals zeigte sich die Stadt Bad Segeberg bedeckt, aber stellte immerhin zweckgebundene Mittel zur Verfügung.
Doch was hat sich geändert?

Bereits seit 2008 ist dem Verein eine große finanzielle Stütze, die Durchführung von gewinnbringenden „Großveranstaltungen“, untersagt worden. Die Stadtvertreter_innen sagten jedoch im gleichen Atemzug zu, die entstanden Ausfälle zu erstatten. Dass mit diesem „Angebot“ jedoch nur gemeint war die laufenden Kosten zu erstatten, war zu keiner Zeit ersichtlich. Da nun kaum Rücklagen für anfallende Reparaturen, Baumaßnahmen sowie Anschaffungen vorhanden waren, fehlte es zunehmend an Geld. Dem Projekt wurden systematisch die Mittel entzogen und nun konnte Herr Bürgermeister Schönfeld den Jugendlichen vorwerfen, dass das Hotel »heruntergewirtschaftet ist« und es insgesamt von »Vandalismus und Disziplinlosigkeit« geprägt sei. Einigen von den Aktivist_innen wurde bereits jetzt klar, dass viele Auseinandersetzungen mit der Stadtvertreter_innenversammlung folgen würden.

Hinweise darauf, dass die Zusammenarbeit mit der von der Stadt eingesetzten Sozialarbeiterin vorzüglich klappt, sowie solche, dass Probleme mit der Heizungsanlage bestehen, für deren Reparaturen aus bekannten Gründen kein Geld zur Verfügung stand, wurden vom Beirat (bestehend aus Anwohnern, Polizei, Stadt und Mitgliedern des HaKs) scheinbar schlichtweg ignoriert. So behauptet Bürgermeister Schönfeld weiterhin, dass angeblich von ihm angebotene Hilfe nicht angenommen werden würde… Ein Vorstandsmitglied sagt jedoch, dass die Beiratssitzungen gegen Ende nur darin bestanden »uns zu sagen, was wir alles falsch machen. «

Was Herr Schönfeld von den Jugendlichen (»junge Erwachsene, die nichts auf die Reihe kriegen«) und deren Engagement hält, lässt sich in Kombination mit dem ebenfalls von ihm verlorenem Satz relativ leicht rekonstruieren: Nichts anderes »als Zeitverschwendung, mich mit solchen Leuten auseinanderzusetzen«.

Dass der derzeitige Mietvertrag, sowie ein Beschluss der Stadtvertreter_innenversammlung vom 3.2.2009, eine Option für ein gleichwertiges Ersatzgebäude vorsieht scheint dem Bürgermeister aus Versehen abhanden gekommen zu sein!

Auch wenn die Gespräche, in Form einer „inoffiziellen“ Beiratssitzung, immer fruchtloser wurden, betonten die Verantwortlichen des „HaK“: „Unser Ziel sind weiterhin konstruktive Verhandlungen mit der Stadt und dem Bürgermeister“.

Zwischenzeitlich gab es am 26.11.2010 eine Demonstration mit über 300 Teilnehmern die lautstark auf die Situation des Jugendzentrums aufmerksam machte und die Gesamtsituation der Jugendlichen erneut in das Alltagsbild der Städter rücken ließ.

Zum Neujahrsempfang 2011 nahm Bürgermeister Schönfeld noch dankend den Blumenstrauß und die Wünsche für ein erfolgreiches Jahr 2011 vom Vorstand des „HaK’s“ entgegen um nur wenige Tage später den Boden vor dem Gebäude aufzureißen und die Stromleitung zum Gebäude kappen zu lassen! Doch auch durch diese Maßnahme lassen sich die Aktivist_innen nicht abschrecken, sondern versuchen das Beste aus der Situation zu machen, frei nach dem Motto: „Ihr kriegt uns nicht klein. Und nehmt ihr uns den Strom, machen wa‘ halt Musik im Kerzenschein!“
Was bringt denn das „HaK“?

Das ehemalige Hotel ist nicht nur ein Ort für Jugendliche, den sie unter der Woche und am Wochenende nutzen können, es ist vielmehr auch integraler Bestandteil der politischen Teilhabe, die sich aktiv gegen Faschismus, Rassismus und Diskriminierung einsetzt.

Hier lernen Jugendliche sich selber zu entfalten und zu verwirklichen. Darüber hinaus auch aus dem bestimmenden Alltag auszubrechen und aktiv alternative Freizeitmöglichkeiten selber zu gestalten. Denn in einer Stadt, in der die Jugend immer kürzer treten muss und ihnen immer mehr Möglichkeiten genommen werden ihre Freizeit zu gestalten, ist es umso wichtiger Alternativen zu schaffen und zu erhalten!

Aber nicht nur die Ungerechtigkeit von Seiten der Stadt und des Bürgermeisters lässt uns aufbegehren! Es ist ebenso demokratische Emanzipation und Teilhabe die uns dazu bringt etwas gegen diese Willkür, mit der über unsere Köpfe hinweg über unsere Zukunft entschieden wird!
Bad Segeberg ist eine junge Stadt und die Jugend muss gefördert werden! Denn ohne Jugend sehen wir alt aus!

Der geplante Abriss des Jugendzentrums ist eine weitere Manifestation der Sozial- und Kulturkürzungen die sich auf alle Bereiche der Gesellschaft erstrecken. Immer mehr Geld fließt in die Wirtschaft, statt dorthin wo es wirklich nötig und nachhaltig ist! Mit einer Politik, die glaubt einen größeren Nutzen aus der kapitalistischen Verwertung als aus kultureller Vielfalt ziehen zu können, kann und darf es nicht weitergehen!

Wir fordern einen neuen Vertrag, der eine Nutzung des derzeitigen Gebäudes so lange zulässt, bis gemeinsam eine angemessene Alternative gefunden wurde!
Wir fordern, dass die Stadt endlich ihre Zusagen einhält und die entstandenen Kosten übernimmt!
Grundvoraussetzung ist und bleibt die Selbstständigkeit des Vereins sowie die Aufhebung des „Großveranstaltungsverbot“!
Es geht nicht nur um ein Gebäude, sondern auch um die Jugendlichen darin!
Solidarität mit unabhängiger Jugendarbeit!
Solidarität mit dem „HaK“!

Alle Aktuellen Infos gits hier:

http://stayhak.blogsport.de/

http://hak.blogsport.de/

Wir ziehen das jetzt durch! Zomia bleibt!

Der Wagenplatz Zomia in Hamburg-Wilhelmsburg hat am 18.10.2011 eine Räumungsanordnung erhalten – mit sofortiger Vollziehbarkeit. Ab 4.11.2011 kann geräumt werden, wann es passieren soll ist unklar.

Jetzt ein Zeichen setzen für selbstbestimmtes Leben, gegen unsoziale und neoliberale Stadtpolitik! Jetzt Wagenplätze verteidigen – jetzt die Räumung des Wagenplatzes Zomia verhindern!

Vor einem Jahr ist die Wagengruppe Zomia (20.11.2010) mit der offenen Besetzung eines Platzes in Wilhelmsburg angetreten um nach den Wagenplatzräumungen in den 2000er Jahren auf die unveränderte Lage hinzuweisen: Menschen in Hamburg wollen nach wie vor gerne offen kollektiv und selbstbestimmt im Wagen wohnen. Nach der Räumung der Wagenplätze Hellgrundweg (2000), Schützenstraße (2002), Paciusweg (2002), Bambule (4.11.2002), Wendebecken (2004), Parkplatz Braun und auf mindestens 18 Plätzen der Wagengruppe Dosengarten (2000) unter der Führung von Ronald Schill / Ole von Beust und auch dort bereits Markus Schreiber klafft noch immer eine tiefe Lücke. „Aus für alle Bauwagen bis 2006“ war damals das Motto der Rechtspopulisten. „Wir ziehen diese Sache jetzt durch“, lässt sich Markus Schreiber im Oktober 2011 zitieren, und: „Wenn nichts Unvorhersehbares geschieht, dann ist der Zomia-Bauwagenplatz Ende November Geschichte“.

Jede Person in Hamburg und anderswo sollte über ihre Lebensform selbst bestimmen können. Bezahlbarer Wohnraum oder Wagenplätze in der Stadt Hamburg sind hier kein Widerspruch sondern Notwendigkeiten die sich aus dem Bedarf und den unterschiedlichen Wünschen der Menschen ergeben. Die scheinbare Notwendigkeit zur Vertreibung nicht erwünschter Personen, zur Aufwertung und Verwertung, zu grotesken Bauprojekten und der Errichtung immer neuer Büro- und Gewerbekomplexe, wo viele andere leer stehen, ergibt sich aus einer kapitalistischen Stadtentwicklung , aus der scheinbaren Notwendigkeit in einem irren städtischen Standortgerangel mithalten zu müssen. In dieser Logik wird verdrängt, vertrieben und verwertet was nicht passt. Die vielen Brandherde des Protests gegen Aufwertung und Vertreibung flammen in der ganzen Stadt auf: Das Fass ist schon übergelaufen! Es reicht! Das lassen wir uns nicht gefallen. Lasst uns die Stadt selbst gestalten und das Recht auf Stadt in die Hand nehmen. „Wir ziehen das jetzt durch!“

Markus Schreiber kann, aber er will nicht: Das Problem einen Wagenplatz in Hamburg zuzulassen ist kein juristisches, sondern ein politisches. Selbst das heftig umstrittene Hamburger Wagengesetz lässt die Duldung von Wagenplätzen bis zu 5 Jahren zu. Dies zeigt auch die Praxis z.B. in Altona, wo die beiden bestehenden Plätze mit gleichen juristischen und planerischen Voraussetzungen soeben eine Vertragsverlängerung bekommen haben. Aber auch das Gesetz selbst muss weg, denn es hat seine Wurzeln in der Nazi-Ideologie und ist in den 50ern zur Vertreibung von Sinti und Roma entstanden. „Gegen Wagenplätze steht eine Haltung“, sagt Schreiber selbst.

Wie sehr müssen sich die Konflikte zuspitzen, bis Menschen den Mut aufbringen sich zu positionieren? Mietenwahnsinn, Zaun gegen Wohnungslose, Vertreibung von Sexarbeiter_innen und viele mehr: Wir können jetzt entscheiden, die repressive Law-and-Order-Politik – dieses Mal gegen Wagenplätze – zu stoppen und uns Schreibers Feldzug der Verwertung und Vertreibung in den Weg zu stellen! Seiner Vertreibungspolitik weht ein steifer Wind entgegen. Mit einer Wagenplatzräumung wird er zum Sturm werden.

Die Fläche Zomias ist für die nächsten Jahre nicht verplant, es gibt keine Alternativen. Zwei nicht annehmbare „Alternativen“ sollen als Nebelkerzen zur Räumungslegitimation dienen. Der Bezirk fährt die schillernde Linie. Bürgerschaft, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und Bürgermeister-Staatsräte produzieren seit einem Jahr Verwaltungsakte und Ausschusssitzungen und glänzen mit Zurückhaltung. Ergebnis unterm Strich: Markus Schreiber darf weiter aufräumen. Es reicht – Zomia ist eine_r von vielen und es steht nicht alleine da!

Unsere Forderungen sind einfach umzusetzen:

Zomia da lassen wo es ist!

Wir fordern die sofortige Rücknahme der Räumungsanordnung!

Wir fordern die Stadt Hamburg auf Position zu beziehen für eine tolerante Stadt, für Wagenplätze und gegen Markus Schreibers Feldzug der Vertreibung!

Wir fordern nach den Handlungen der letzten Jahre und Monate von der Bezirksversammlung Mitte die Abwahl von Markus Schreiber als Bezirksamtsleiter!

Wir sind solidarisch mit den Auseinandersetzungen für ein AZ Altona, für den Erhalt der Roten Flora, für ein selbstbestimmtes Gängeviertel und mit den vielen weiteren Kämpfen für ein Recht auf Stadt.

Mehr Infos auf zomia.blogsport.eu

Solidarität mit der Liebig 14

Jede Räumung hat ihren Preis

Am 02.02.2011 wurde mit der „Liebig 14″ eins der letzten und ältesten besetzten Häuser Berlins durch ein martialisch ausgerüstetes Bullenaufgebot geräumt. 2500 Bullen wurden aus mehreren Bundesländern zusammengezogen und auf Berlin verteilt, um dem Traum und der Umsetzung einer alternativen Lebensgestaltung ein Ende zu setzen. Die Folge waren militante Proteste und Solidaritätsaktionen bundesweit und überall auf der Welt. Von Oslo und Kopenhagen über Rendsburg bis Japan und Peru.

Auf der ganzen Welt teilen Menschen den Traum und die Vorstellungen eines anderen, besseren Zusammenlebens und sind bereit dafür auch zu kämpfen.
Während viele Menschen es vorziehen in Mietskasernen unter Nachbarn, die sie kaum kennen, ihr Dasein zu fristen, wird in besetzten Häusern und alternativen Zentren versucht eine andere Möglichkeit des gemeinschaftlichen Lebens umzusetzen. Statt permanentem Konkurrenzdenken bestimmen gegenseitige Unterstützung und Solidarität den Alltag. Diese Lebensweise ist ein Stück Gegenkultur, das immer wieder neu erlernt und erkämpft werden muss. Hierzu gehört auch die herrschenden Verhältnisse immer wieder in Frage zu stellen und sich dagegen zu wehren, wenn z. B. die nächste Mieterhöhung ins Haus flattert.
Die bestehenden Mietverträge der Bewohner der „Liebig 14″ wurden gekündigt, trotzdem blieben sie in ihren Wohnungen und damit dort, wo sie sich zu Hause fühlten. Was folgte waren Schikanen und Räumungsklagen des Vermieters, der auf diverse Forderungen der Bewohner, wie die nach bezahlbaren Mieten, gar nicht erst einging. Um die Wohnungen luxussanieren und gewinnbringend verkaufen zu können müssen alle Mieter raus.
Es geht nicht um die Bedürfnisse der Mieter, wie z. B. bezahlbaren Wohnraum zu haben, sondern lediglich um die Profitgier und die Wohlstandssicherung der Vermieter.

Diese Vorgehensweise lässt sich immer wieder beobachten.
Durch Immobilienspekulation, steigende Mietkosten und eine allgemeine „Aufwertung“ des Wohngebiets werden diejenigen Menschen verdrängt, die sich diese Mieten nicht mehr leisten können oder wollen. Komplette Stadtbezirke werden so von weniger zahlungskräftigen Mietern gesäubert und übrig bleibt eine hübsche, moderne Wohnsiedlung mit dem Flair eines ehemals alternativen Viertels. Es ist Mode geworden sich in modernisierte Wohnungen in (ehemaligen) Szenevierteln einzukaufen. Alternativ ist chic, chic ist Trend und Trend ist teuer. Egal ob auf die Mieten bezogen, auf die Kleidung in den In-Läden, die Cocktails in der neuen Szene-Yuppie-Kneipe oder den Eintritt für die angesagten Clubs.
Ehemalige Bewohner des Viertels, die sich diese Umstrukturierung ihres Lebensraumes nicht leisten können werden in städtische Randgebiete verdrängt. Damit geht ein Stück Leben verloren, ein Stück Ausstrahlung des Viertels und letztlich auch das Viertel selbst. Es wird zu einem weiteren Wohlstands-Ghetto, während sich die neuen Bewohner im Glanz des „alternativen Viertels“ sonnen, welches sie mit zerstört haben.

Wir solidarisieren uns mit den Bewohnern der „Liebig 14″, mit ihren Unterstützern und mit allen Menschen die ihren Protest laut, kreativ, kraftvoll, entschlossen und militant auf die Straße tragen.
Jede Sponti, jede Sprüherei, jede brennende Barrikade ist Ausdruck unserer Solidarität.

Ihr habt den Zeitpunkt bestimmt. Den Preis bestimmen wir!

HaK-Demo am 26. November 2010

Freiräume erkämpfen und verteidigen!

Das selbstverwaltete Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg (HaK) in Bad Segeberg soll Ende des Jahres ersatzlos geschlossen und 2011 abgerissen werden. So will es die Stadt Bad Segeberg der das Gebäude gehört und die andere Pläne für das Grundstück hat. Damit säßen mehr als 200 Jugendliche die regelmäßig das HaK besuchen von einem Tag auf den anderen buchstäblich auf der Straße. Das ist also die viel beschworene Neuordnung der Jugendpolitik Segebergs, die Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) zur Chefsache erklärt hat. Erst mal alles platt machen dann mal schauen was passiert. Auch die beliebte Skateranlage am Segeberger See wird Ende des Jahres demontiert. Für Jugendliche ist offensichtlich kein Platz vorgesehen.
Wir sind gegenüber der Stadt und den Anwohner_innen auf unzählige Kompromisse eingegangen. Die Öffnungszeiten wurden auf 01.00 Uhr gekürzt, die Großveranstaltungen auf 12 pro Jahr beschränkt und allerlei andere Einschränkungen haben wir in Kauf genommen. Ab Mai 2008 wurden uns die Großveranstaltungen dann ganz untersagt und somit die Selbstfinanzierung unmöglich gemacht. Die Stadt verlangt von uns ein tragfähiges Finanzkonzept ohne Konzertveranstaltungen und Getränkeverkauf. Das ist quasi unmöglich.
Ein Alternativgebäude haben wir bisher nicht gefunden. Wir haben schon mit einigen Immobilienbesitzer_innen gesprochen. Leider scheitert es wie so oft am Geld, denn der Trägerverein verfügt durch das Veranstaltungsverbot über keinerlei finanzielle Mittel.
Das HaK ist einer von vielen Freiräumen, die zur Zeit akut von der Schließung bedroht sind. Deshalb ist es wichtig sich mit anderen selbstverwalteten Jugendkulturzentren in der Region zu solidarisieren. Gemeinsam sind wir stark!
Während der Staat Milliarden für größenwahnsinnige Projekte wie „Stuttgart 21“ oder die „Elbphilharmonie“ gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger zum Fenster raus scheißt, werden immer mehr Angebote für Jugendliche einfach wegrationalisiert. Diese Vorgehensweise hat mit Demokratie nichts mehr zu tun.
Doch das lassen wir uns nicht gefallen! Wir gehen auf die Straße und zeigen dass wir nicht nur feiern, sondern auch kämpfen können!
Kommt bitte zahlreich zur Demonstration am Freitag den 26. November 2010 nach Bad Segeberg!
Wir sammeln uns um 15.00 Uhr am segeberger Bahnhof.
Wir kriegen nur wofür wir kämpfen!
HaK bleibt! Basta!

Mehr Infos

Bevar Christiania!

Nach mehr als 30 Jahren soll die autonome Siedlung Christiana in Kopenhagen endgültig aufgelöst werden. Ein dänisches Gericht verwehrte den rund 900 Bewohnern am Dienstag das Bleiberecht in den besetzten Häusern eines ehemaligen Marinestützpunkts. Die Klage der Autonomen gegen Regierungspläne für einen Abriss der Gebäude wurde damit abgewiesen.

Weiter in der Süddeutschen Zeitung

Räumung in Erfurt!

Heute Morgen begannen die Bullen das „Besetzte Haus“ in Erfurt zu räumen!
Das Haus liegt auf dem historischen Topf & Söhne-Gelände, mit dem Besetzten Haus wird ein Stück Geschichte und Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus abgerissen!

Macht Soliaktionen! Lasst es krachen, lasst es knallen – Deutschland in den Rücken fallen!

„http://de.indymedia.org/2009/04/247250.shtml
DER KAMPF GEHT WEITER!“

Cyclopen Soli-Demo in Rendsburg 06.12.08

Front
Um unsere Solidarität für die von den Brandanschlägen auf das Stockholmer Cyclopen und die Privatwohnung betroffenen Genossen auszudrücken, haben wir am 06.12.08 eine spontane Demonstration durch die Rendsburger Innenstadt gemacht. Mit etwa 30 Leuten ging es vom ZOB durch die Innenstadt. Auf dem Weg wurden an die anwesenden Passanten Flyer verteilt und mit Parolen auf die Situation aufmerksam gemacht. Von der Innenstadt ging es durch die Eisenbahnstraße, um von dort Richtung Bahnhof zu gehen. Nach einem kurzen Sprint, um sich von den inzwischen eingetroffenen Bullen zu lösen, wurde die Demo kurz hinter dem Bahnhof durch die Cops gestoppt. Da sich niemand bereit erklärte als Anmelder zu fungieren, wurden von den meisten Anwesenden die Personalien aufgenommen und ein Platzverweis für die Innenstadt unter Androhung der Gewahrsamnahme ausgesprochen.
Wir danken allen, die sich spontan zu dieser Aktion zusammengefunden haben.

Zum Zeitpunkt der Spontandemo war noch nicht bekannt, daß die griechischen Bullen einen Genossen erschossen haben. Unsere Solidarität gilt selbstverständlich auch ihm, seinen Angehörigen und seinen Freunden, sowie allen, die sich an den Aktionen, die in diesem Kontext stehen, beteiligen.

Antifaschistische Aktion Rendsburg [AARD]
Demo

Reader zur Wohnraumkampagne online

Im Bereich Material findet sich jetzt ein PDF, dass den Kampf um bezahlbaren Wohnraum in der Zeit kurz nach der deutschen Wiedervereinigung dokumentiert. Zusammengestellt aus Flyern, Plakaten und allem, was das Archiv der T-Stube dazu bereitgehalten hat.
Beim Einscannen der Materialien kam mir vor allem eine Erkenntnis: Viel zu wenig über die Geschichte sozialer Bewegungen in meiner Stadt zu wissen. Insofern eine sehr interessante Sache, sich damit mal zu beschäftigen.