Archiv der Kategorie 'Feuilleton'

Kriegsgelöbnis bedroht

Welt.de

Anlässlich des feierlichen Gelöbnisses bei der Vereidigung von Bundeswehrsoldaten am 20. Juli vor dem Reichstag rechnet die Berliner Polizei mit massiven Störungen durch gewaltbereite Linksextremisten. Das erfuhr WELT ONLINE aus ranghohen Sicherheitskreisen. Angehörige der linken Szene rufen in einer Broschüre unter dem Titel „FEINDerkennung“ zu Übergriffen auf Bundeswehrangehörige auf. Die „Anleitung zur FEINDerkennung“ wird auf einschlägig bekannten Internetportalen verbreitet beziehungsweise in den Hochburgen der Kreuzberger Szene verteilt.

Das propagandistisch inszenierte Gelöbnis vor dem Reichstag soll einmal mehr zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Kriegsmaschinerie Bundeswehr dienen. Für die Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Interessen der BRD ist diese Weltweit in Kriegseinsätzen. Aus der Geschichte hat hier scheinbar niemand gelernt.

Gegen Kriege für Wirtschaftsziele!
Bundeswehr abschaffen!
Das Gelöbnis vor dem Reichstag stören!

G8 vor dem Aus?

Die Taz berichtet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einer Regierungserklärung indirekt das Ende der G 8 bestätigt. Die führenden Industrieländer könnten globale Probleme wie die Finanz- oder Klimakrise nicht mehr allein regeln könnten. „Ich denke, dass die G 20 das Format sein sollte, das wie ein überwölbendes Dach die Zukunft bestimmt“, sagte die Kanzlerin. Die G 8 hingegen werde „in das Format einer Vorbesprechung“ hineinwachsen.

Nach nur einer Woche: AKW Krümmel von Netz genommen

Nur eine Woche nach dem Wiederanfahren des jahrelang stillgelegten AKWs Krümmel bei Hamburg ist das Kraftwerk schon wieder vom Netz. Am Mittwochnachmittag wurde die Turbine nach technischen Problemen abgeschaltet und die Leistung des Reaktors heruntergefahren, wie eine Sprecherin des Betreiberkonzerns Vattenfall mitteilte. Der Nuklearbereich sei nicht betroffen, sagte sie. Nach ihren Angaben hatte der Ausfall eines Trafos zu dem Problem geführt.

Vollständiger Artikel im Focus

Die Erde ist eine Scheibe.
Schweine können fliegen.
Atomkraft ist sicher!

Nazimusik bei iTunes

Nach dem Skandal um Amazon, jetzt auch iTunes:

Rechtsrock boomt – nicht nur in den Online-Läden der rechten Szene. Auch etablierte Online-Shops offerieren braunes Liedgut der übelsten Sorte. Selbst indizierte Musiktitel werden verkauft. Kunden fordern strengere Selbstkontrollen bei den Anbietern. […]

Braunes Liedgut auch bei Amazon

iTunes ist keine Ausnahme. Auch in der Musikabteilung des US-Internetbuchhändlers Amazon werden Titel aus dem rechten Lager angeboten und verkauft. Hier finden sich CDs etwa von Ultima Thule, einer der weltweit erfolgreichsten Musikgruppen aus dem rechten Dunstkreis. Auch die Bremer Gruppe Endstufe und die einschlägig bekannte britische Band Skrewdriver sind mit etlichen CDs im Amazon-Shop vertreten. […]

Es ist nicht das erste Mal, dass rechte Musik über den deutschen Ableger von Apples Online-Musikshop verkauft wird. Bis Dezember letzten Jahres durften die Rechtsrocker von Landser ihr braunes Liedgut ungehindert über iTunes verbreiten, obwohl der Bundesgerichtshof die Band 2005 als „kriminelle Vereinigung“ eingestuft hatte. Die Landser-CDs verschwanden im Dezember 2008 aus dem iTunes-Repertoire. Nach weiteren Titeln rechter Musikgruppen wurde damals aber offenbar nicht mehr gefahndet.

Quelle: ZDF heute

Auch hier gilt: Bei Anbietern, die Nazischeiße verkaufen, kaufen wir nicht und latschen solange wieder zum Plattenhändler/Buchhändler unseres Vertrauens.

3 aktuelle Artikel über den Anschlag auf die T-Stube

Kieler Nachrichten:

Rendsburg – Nach dem Brandanschlag auf die T-Stube haben Helfer am Dienstag mit dem Aufräumen begonnen. Die Polizei hat indes nach eigenen Angaben noch keine Hinweise auf die Täter. Der Staatsschutz ermittle weiter, sagte ein Sprecher.

Decke und Wände sind verrußt, die Bühne ist zerstört, Fensterscheiben sind eingeschlagen. Es stinkt noch immer penetrant nach Ruß und Qualm. Zwei Wochen nach dem Brandanschlag auf den Treffpunkt der links-autonomen Szene in einem ehemaligen Pulverschuppen am Rand des Rendsburger Stadtparks bietet die T-Stube ein Bild des Jammers. Aber draußen hängen Plakate mit der trotzigen Aufschrift „Wir machen weiter“.

sh:z zum Ersten:

Vor fast zwei Wochen hatte ein Feuer die T-Stube im Rendsburger Stadtpark verwüstet – ein Brandanschlag, wie Polizei und die Betreiber des Links-Alternativen-Treffpunkts vermuten. Inzwischen haben die Aufräumarbeiten in dem völlig zerstörten historischen „Pulverschuppen“ begonnen

sh:z zum Zweiten:

Als Reaktion auf den Brandanschlag auf die T-Stube soll ein Bündnis gegen Rechts ins Leben gerufen werden. Darauf verständigten sich Vertreter der Ratsfraktionen, die gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten und SPD-Kreischef Sönke Rix gestern Mittag den links-alternativen Jugendtreff besuchten. „Lange Zeit dachten wir, es wäre ruhig in Rendsburg. Aber nach Boykott-Aufrufen und Hakenkreuz-Schmierereien hat die rechte Gewalt mit dem Brandanschlag eine neue ‚Qualität‘ erhalten“, sagte Volker Lindenau, Linke-Fraktionschef in Rendsburg. Alle Demokraten müssten sich in einem Bündnis zusammenschließen, forderte er.

Ausstellung über Zwangsarbeit in der Christian-Timm Schule

In der Christian-Timm Regionalschule ist derzeit eine Ausstellung über polnische Zwangsarbeiter_Innen während des 3. Reiches zu sehen. Die Ausstellung „Erinnerung bewahren. Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939-1945″ hat folgende
Öffnungszeiten: Mo. –Fr. 9.30–17.30 Uhr und Sa., 6.6. und 27.6., von 11–17 Uhr
Ein Besuch da ist allen wärmstens ans Herz gelegt, das Redaktionskollektiv der Homepage wird sich die Ausstellung demnächst sicher auch anschauen und hier einen Bericht reinstellen.

Pressespiegel über den Brandanschlag auf die T-Stube

In der Rendsburger Tagespost, der Lokalbeilage der Landeszeitung, fand sich heute morgen ein Artikel, der die Geschehnisse gestern ganz gut schildert:

Die Polizei hüllt sich noch in Schweigen. Allerdings scheint inzwischen festzustehen, dass es sich beim Feuer in der T-Stube um Brandstiftung handelt. Verletzt wurde niemand.
„Das ist ein bedrohliches Anzeichen für das Erstarken der rechten Szene“, sagt die Antifaschistische Aktion Rendsburg (AARD). Für sie gibt es keine Zweifel, wer hinter dem gestrigen Brandanschlag auf die T-Stube steckt. Bislang hätten sich die Rechten in Rendsburg mit Pöbeleien und Hakenkreuz-Schmierereien zufriedengegeben. „Nun hat die rechte Gewalt aber offenbar eine neue Intensität erreicht.“

Der ganze Artikel online: Brandanschlag: T-Stube in Flammen

Auf dem Blog Störungsmelder, das unter anderem von der „Zeit“ betrieben wird, findet sich auch ein lesenswerter Beitrag:

Konzerte, kulturelle Veranstaltungen, antifaschistische Politik und Offenheit für unterschiedlichste Kulturen: Dafür steht und lebt die selbstverwaltete T-Stube in der norddeutschen Kleinstadt Rendsburg seit Jahrzehnten und zieht damit immer wieder den Hass von Nazis auf sich: Ende der 80er Jahre gab es den ersten Brandanschlag durch Nazis, seit den 90er Jahren gib es immer wieder Nazi-Übergriffe und Hakenkreuzschmierereien.

Seit zwei Jahren hat der Terror von Rechts in Rendsburg und Umgebung erneut zugenommen und nun offensichtlich einen neuen Höhepunkt erlangt: In der Nacht zu Mittwoch stiegen Unbekannte in die T-Stube ein und legten an mehreren Stellen Feuer. Die Antifaschistische Aktion Rendsburg (AARD) geht von einem Brandanschlag durch Nazis aus. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz.

Ganzer Artikel: Störungsmelder – Brandanschlag auf linkes Zentrum in Rendsburg

Kieler Nachrichten: Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz:

Zuständig sei jetzt die Abteilung für politisch motivierte Straftaten bei der Kieler Bezirkskriminalinspektion, sagte am Donnerstag eine Sprecherin der Polizei. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch, es gebe bisher noch keine Ergebnisse, ergänzte die Beamtin.

Antiziganismus in Ungarn – Veranstaltung in Hamburg

Einst galt Ungarn als die „lustigste Baracke“ im Ostblock, nach dem Ende der Diktatur als Musterland in Osteuropa. Jetzt ist es an einem Tiefpunkt seiner postkommunistischen Geschichte angelangt. Die politische Elite genießt kaum noch Vertrauen, der Staat steht vor der Pleite, Rechtsextreme erstarken, und rechtsterroristische Gewalt gegen Roma ist nahezu alltäglich.

Die Taz berichtet

Thematisch passend dazu empfehlen wir am 8.6. einen Vortrag zur „Geschichte, Gegenwart und Kritik des Antiziganismus“ der Gruppe Sous La Plage.

Naziszene: Islamophobie vs. Antisemitismus?

Die jungle world berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über die Theorie einiger Nazis, die rechte Szene sei dabei „zionistisch unterwandert“ zu werden.

In einschlägigen Nazi-Internetforen wie Altermedia ist man derzeit besonders empört: Dass »die Zionisten« die Weltherrschaft anstreben, ist für überzeugte Kameraden ja nichts Neues. Dass sie nun aber tatsächlich drauf und dran sein sollen, gezielt die rechtsextreme Szene Europas und nicht zuletzt Deutschlands zu unterwandern und zu spalten, ist selbst für gestandene Antisemiten ein starkes Stück. Die Rede ist von einer angeblichen »Israel-Connection« verschiedener rechtsextremer Parteien und Gruppen in Europa – enthüllt unter anderem von dem argentinischen Nazi-Ideologen Carlos Dufour in einem Text mit dem Titel »Feindliche Übernahme«. Diesen hat die rechtsextreme Zeitschrift Volk in Bewegung in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht, die sich ganz dem Thema »Die europäische Rechte und die ›Israel-Connection‹« widmet.

Vollständiger Artikel.
Das eigentlich Interessante an der Sache ist aber, dass es in der Naziszene eine Spaltung zwischen primär antisemitischen und primär islamophoben Nazis zu geben scheint. Diese Spaltung wurde ja bereits im Konflikt in der Hamburger NPD zwischen Rieger und Zysk deutlich, aber auch an dem Entstehen der „Pro“-Bewegungen, die gegen eine angebliche „Islamisierung“ Deutschlands wettern. Dennoch, echte NationalistInnen können nicht aus ihrer Haut: Auf dem Pro Köln-Kongress vor einem halben Jahr gab es antisemitische Äußerungen und auch für klassisch antisemitische Nazis ist der Islam innerhalb Deutschlands ein Feindbild. Der Unterschied ist also eher, welchem der selbst erfundenen Probleme eine höhere Priorität eingeräumt wird. Und bei internen Streitigkeiten in der Naziszene gilt: Bitte mehr davon und so doll wie möglich!

Löwenzahn hören!

Heute zwischen 15 und 16 Uhr bei Löwenzahn auf FSK ein Beitrag zur Antira-Woche.
FSK-Stream: http://stream.fsk-hh.org:8000/fsk.ogg