Archiv für August 2012

Naziaktivitäten in Schacht-Audorf

In der letzten Zeit war es recht ruhig in Rendsburg und Umgebung, was Naziaktivitäten anging. Mal eine Faschoparty hier, mal ein paar Aufkleber da. Wenig Erwähnenswertes. Nicht mal an die wenigen, dafür aber umso peinlicheren Auftritte der FNRD konnte angeknüpft werden. Dafür versucht sich nun in Schacht-Audorf, das ja schon immer ein braunes Problem hatte, eine Gruppe aus Faschokiddies zu etablieren. Und dabei stehen sie der FNRD in Sachen Peinlichkeit in nichts nach.
Die Hauptaktivitäten dieser losen Gruppe gehen aus von Tobias L., der wiederum von seiner älteren Schwester Jaqueline-Melina L. hineingezogen wurde und von ihr und ihrem Freund Phillip W. aus Nortorf angeleitet wird. Es wird sich gegenseitig besucht, kräftig abgehitlert und gemeinsame Aktionen durchgeführt. So fuhren sie z. B. am 1. Mai 2012 gemeinsam zum Naziaufmarsch nach Neumünster und standen sich am Bahnhof die Beine in den Bauch. Schön zu sehen auf diesem Bild, auf dem L. mit „White Power“-Shirt posiert. Vor ihm steht seine Schwester . Ein weiteres Bild mit Schwester und Freundin Anna und eins mit Christian S., das wohl auch eindeutig genug ist.
Fahren sie nicht zu Demos, um am falschen Ende der Stadt rumzustehen, macht die Audorfer Gruppe um Tobias L. auch mal eigene Aktionen. Zu Weihnachten gab es letztes Jahr scheinbar ein paar Sprühdosen, die dann gern mal im Audorfer Wohngebiet auf dem Asphalt entleert werden. Wohl in der unsinnigen Annahme dort würden organisierte Gegner wohnen.
Die letzte Sprühaktion fand in der Nacht vom 18. auf den 19.08.12 statt.
Zu viert wurde die Schule in Schacht-Audorf geentert und mit diversen Nazisymbolen und Parolen beschmiert. Eine zufällig vorbeikommende Person, die diese Szenerie beobachtete wurde daraufhin durch das Dorf gejagt. Allzu stolz dürfte die Truppe auf diese Schmieraktion allerdings nicht sein, denn eins ihrer wichtigsten (weil am identitätsstiftendsten) Worte können sie noch nicht mal richtig schreiben. Beim Wort „NATIONAL“ das „O“ vergessen, dafür ein zweites „N“ gekritzelt, irgendwann bemerkt und notdürftig übersprüht. Herzlichen Glückwunsch. Und als wäre das nicht lustig genug, war mensch sich nicht zu blöd genau denselben Fehler ein zweites Mal zu machen. An einem Carport wurde derselbe Unsinn noch einmal hinterlassen.
Zur Strafe sind 2 Seiten mit dem Wort in Schönschrift zu schreiben. Die fertige Strafarbeit kann in der Audorfer Schule abgegeben werden, wonach sich die verdiente Tracht Prügel beim Hausmeister, welcher den Mist nun wieder wegmachen darf, abzuholen ist.
Es dürfte interessant werden, ob sich das Umfeld von Tobias L. weiter verfestigt, und uns weiterhin mit der öffentlichen Zur­schau­stel­lung des eigenen schriftstellerischen Unvermögens zu erheitern weiß, oder ob der Rest sich entschließt, lieber weiter zur Schule zu gehen.


In Englisch gut aufgepasst



In Deutsch leider nicht so…


80 Jahre Antifa – Notwendigkeit und Feierei

Nazis zu bekämpfen ist eine lästige, aber notwendige Angelegenheit. Manche wollen einfach nicht begreifen, dass diese Ideologie auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. Somit ist es bis heute nötig sich Nazis in den Weg zu stellen. Über 180 Todesopfer durch rechte Gewalt seit 1990, allein in Deutschland, sprechen eine deutliche Sprache und sollten Grund genug sein, sich wo immer es nötig ist, gegen Nazis gerade zu machen.
Aber gerade weil das oft anstrengend und mit viel Kleinarbeit verbunden ist, darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Vergangenen Juli jährte sich die Gründung der historischen Antifaschistischen Aktion zum 80. Mal. Grund und Anlass genug, die kämpfenden Menschen von damals zu ehren, ihre Arbeit unter den heutigen Gegebenheiten fortzuführen und auch sich selbst ein bisschen zu feiern.
So wurde für den 14.07.12 ein schönes Transparent gemalt, überregional mobilisiert, ein paar Bands gebucht, ein Fußballturnier aus dem Boden gestampft und eine VoKü organisiert, um die hungrige Meute mit leckerem fleischlosem Futter zu versorgen.
Sah es zunächst noch so aus, als würde uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen und das Fußballturnier buchstäblich ins Wasser fallen, spielte es dann doch mit und die Sonne trocknete rechtzeitig den regennassen Platz.
Als die VoKü heiß gelaufen war und die SpielerInnen sich gestärkt hatten, begann unweit der T-Stube das mehr oder minder sehnsüchtig erwartete Fußballturnier!
Gekommen war ein buntes Feld von TeilnehmerInnen. Ob Leute vom Jugendtreff in Mastbrook, Asylsuchende aus Afghanistan, antifaschistische Gruppen aus der Umgebung oder einfach nur Freizeitkicker, allen acht Teams war gute Laune und Lust auf Fußball gemein. Eine bereits auf dem Platz spielende Gruppe entschloss sich spontan zur Teilnahme und überraschte mit guten Leistungen so manche SpielerIn und ZuschauerIn.
Durch spontane Zu- und Absagen einiger Teams bedurfte es einigem Improvisationstalent, den eigentlichen Spielplan völlig zu verändern und im Gruppenmodus zu spielen. Doch nach einigen Unklarheiten lief alles glatt und auch das Fehlen von SchiedsrichterInnen wurde durch „fair play“ untereinander ausgebügelt.
Spontane Pyro-Einlagen trugen ebenfalls ihren Teil zur Stimmung bei. Nicht unbedingt schön für einige SpielerInnen, die dann kurzzeitig den Platz und den Ball nicht mehr sahen, aber vielen der ZuschauerInnen gefiel der Rauch, der sich schnell wieder verflüchtigte und den Blick auf das Spiel wieder frei gab.
Nachdem das Wetter gehalten hatte und der „Rote Stern Rendsburg“ den wunderschönen Antifa-Pokal in die Höhe recken durfte, waren alle gut auf das Konzert am Abend eingestimmt. Die Teams hoffen, den kurzerhand als Wanderpokal deklarierten Humpen im nächsten Jahr mit nach Hause nehmen zu können. Eine Fortsetzung des Turniers ist also eingeplant.
Zwischenzeitlich waren vor der T-Stube mehrere Infostände aufgebaut worden, an denen sich mit Infomaterial, Büchern, Aufklebern, Shirts und allerlei anderen Dingen eingedeckt werden konnte.
Eine kurze Verschnaufpause für alle mit Essen von der VoKü und kühlen Getränken wurde dankbar angenommen. Spontan aufgetauchtes Nazi-Propagandamaterial wurde in der Feuertonne entsorgt und kurze Zeit später konnte das musikalische Abendprogramm beginnen.
Den Anfang machten die „Stumbling Pins“. Super wie immer, aber leider sehr kurz, da der Sänger mit Fieber auf der Bühne stand. Danach folgten „Power“, die ihrerseits gute Stimmung machten und der Menge ordentlich einheizten. Den Abschluss machten „Sodium“, die sehr kurzfristig für „Absturtz“ eingesprungen sind, die leider absagen mussten. Danke noch mal dafür.
Der Tag endete so schön, wie er begonnen hatte. Unser Dank gilt den Bands, den Leuten von der T-Stube, den Besuchern und allen anderen, die diesen Tag zu einem gelungenen 80. Geburtstag gemacht haben.
Auf die nächsten 80 Jahre, solange es nötig ist!

Alerta Antifascista!

Nachfolgend gibt es noch ein paar Impressionen des Tages:
Pokal
Der Pokal

Lecker essen
Lecker Essen und Infotisch

Fu�ball
Turnier in vollem Gange

Rauch
Nebel zieht auf…

Die Bühne ist soweit vorbereitet
Die Bühne wird derweil schonmal vorbereitet

Konzert
Konzert am Abend


Müllverbrennung mal anders…


Müllverbrennung die zweite