Archiv für Mai 2011

Polizei durchsucht Wohnungen von 34 Neonazis in Schleswig-Holstein

In Folge des Angriffs von etwa 40 Neonazis auf eine DGB-Kundgebung am
1. Mai in Husum hat die Polizei am Dienstag (17.5.11) die Wohnungen
von 34 Neonazis durchsucht. Ihnen wird Landfriedensbruch vorgeworfen.
Von den Durchsuchungen betroffen war laut Informationen der taz auch
der NPD-Landesvorsitzende Jens Lütke.

Es wird davon ausgegangen, dass die Aktion im voraus länger geplant
war. Dafür spricht, dass die schleswig-holsteinischen Neonazis am 1.
Mai nicht zu einer der anderen in Norddeutschland angesetzten
Nazi-Demonstrationen gefahren sind. Die Nazis selber bezeichnen den
Aufmarsch als „Spontanaktion mit […] vielen freien wie
parteigebundenen Kameraden aus ganz Schleswig-Holstein“.

Die etwa 40 Nazis sind an jenem 1. Mai mit Transparenten durch Husum
marschiert und haben im Anschluss die sich gerade im Aufbau
befindliche Kundgebung des DGB angegriffen, dort Stände umgeworfen
und mehrere Personen attackiert. Auf dem Rückweg aus Husum wurde der
Autokonvoi der Neonazis von der Polizei gestoppt und deren Personalien
aufgenommen.

Der Aufmarsch in Husum war eine von mehreren „spontanen“ Nazi-Aktionen
in den letzten Wochen in Schleswig-Holstein. Zuletzt hielten etwa Nazis am
8. Mai eine Kundgebung in Laboe in der Nähe von Kiel ab.