Archiv für März 2011

Kein Nazi-Aufmarsch in Lübeck (Erinnerung)

Der Frühlingsanfang rückt langsam aber sicher in greifbare Nähe, was auf freundlichere Temperaturen und damit ideale Voraussetzungen für eine Blockade des Nazi-Aufmarsches am 26.03. in Lübeck hoffen lässt. Wem handfestere Infos allerdings lieber sind, als das sprichwörtliche Warten auf schönes Wetter, der findet auf der Site von Basta! Linke Jugend die neuesten Infos zum Thema Lübeck.

Weltfrauentag 2011

In diesem Jahr wird der einhundertste Jahrestag des Weltfrauentages gefeiert. Eingeführt und in mehreren europäischen Ländern und den USA zum ersten Mal begangen am 19. März 1911, unterstützt durch viele Streiks, Aktionen und die dem Streik der St. Petersburger Textilarbeiterinnen folgende Februarrevolution in Russland, legte die 2. Kommunistische Konferenz 1921 den 8, März als offizielles Datum fest. Seitdem wird er jedes Jahr in vielen Ländern auf der Welt gefeiert und ist zu einem wichtigen Bestandteil des Kampfes der Frauen für ihre Rechte geworden.
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Arbeiterinnen einer New Yorker Textilfabrik damit, mit Streiks für ihre Rechte zu kämpfen. In diesem Zusammenhang wird von einer großen Demonstration und einem brutalen Vorgehen der Polizei berichtet. Ein halbes Jahrhundert später, am 08. März 1908, traten wieder Arbeiterinnen einer New Yorker Textilfabrik in den Streik. Um zu vermeiden, dass sich Gewerkschaften und andere Belegschaften mit ihnen solidarisierten, wurden sie vom Fabrikbesitzer und von den Aufsehern in der Fabrik eingesperrt. Bei einem Feuer, dass die Fabrik vernichtete, starben 129 Arbeiterinnen.
Auf Initiative der Sozialistin Clara Zetkin wurde 1910 auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentags beschlossen. Zu den zentralen Forderungen gehörten neben den Wahl- und Stimmrechten für Frauen auch Arbeitsschutzgesetze, gleiche Bezahlung wie die männlichen Kollegen, Mindestlöhne und der Mutter- und Kinderschutz. Alles Forderungen, die auch heute noch Bestandteil gewerkschaftlicher Kämpfe sind.
In den Jahren zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg kamen Forderungen wie der legale Schwangerschaftsabbruch hinzu. 1931 starben allein in Deutschland 44.000 Frauen an den Folgen illegaler und damit medizinisch nicht einwandfreier Schwangerschaftsabbrüche. Im Lauf der Zeit und als Lehre aus vergangenen Zeiten wurden diese Forderungen ergänzt um eine Beendigung imperialistischer Kriege, die Beendigung des Wettrüstens und einem Eintreten für die Völkerverständigung. Inzwischen ist der Weltfrauentag ein Tag vielfältiger Aktionen, von Straßentheater über Demonstrationen hin zu direkten Aktionen gegen ausbeutende Firmen.
Gerade weil nach 100 Jahren Kampf für die Frauenrechte längst nicht alle Ziele umgesetzt sind, Frauen im Beruf immer noch benachteiligt sind, viele immer noch (sexualisierter) Gewalt durch Männer ausgesetzt und 70 % der Armen in der Welt Frauen sind, ist es wichtig dieses historische Datum als das in Erinnerung zu behalten und fortzuführen, was es ist: ein Kampftag für die Rechte der Frauen.