Archiv für November 2010

Agnes Miegel-Straße umbenannt

Wie bereits im Oktober vergangenen Jahres in Büdelsdorf, wurde nun auch die Agnes Miegel-Straße in Bergisch Gladbach symbolisch durch lokale AntifaschistInnen umbenannt:

Keine Straße für Nazis in Bergisch Gladbach

Die Agnes-Miegel-Straße in Bergisch Gladbach wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag (29.11.2010) in einer symbolischen Aktion in Erna-Kahn-Straße umbenannt.
Anwohner_Innen wurden durch Flyer über die Hintergründe der Aktion informiert; um eine tatsächliche Umbenennung zu erwirken hat sich die Gruppe conflcit mit einem Brief an den Rat der Stadt Bergisch Gladbach gewandt. Es wurden zu dem Briefe an Personen des öffentlichen Lebens verschickt.
In mehreren Städten wurden bereits nach Miegel benannte Schulen und Straßen umbenannt. So z.B. in Bielefeld, Erlangen, Wilhelmshaven, Neuenkirchen, Willich und Düsseldorf.
In der Sitzung vom 27.10.10 hat auch der Rat der Stadt Erftstadt mit 13:2 Stimmen für eine Umbenennung der Agnes-Miegel Straße in Erftstadt gestimmt.

Agnes-Miegel:
Agnes Miegel war überzeugtes Mitglied der NSDAP, der NS-Frauenschaft und wurde durch die Hitlerjugend geehrt. Sie widmete Adolf Hitler drei Gedichte. Meyers Lexikon bescheinigt ihr ab 1933 eine „Tendenz zur Blut-und Bodenromantik“. Die Alliierten belegten sie nach dem Krieg mit einem Berufsverbot – in der Bundesrepublik konnte sie trotz dessen ungebrochen ihre Karriere fortsetzen und das, obwohl sie stets in Kontakt zu rechtsradikalen und neonazistischen Kreisen stand. Beliebt war sie in „Vertriebenenkreisen“, sie verfasste Exklusivbeiträge für die Zeitschrift „Nation Europa“ und das „Collegium Humanum“, einem Verein, welcher durch Antisemitismus und Holocaustleugnung auffiel und 2008 in Deutschland verboten wurde. Dieser widmete ihr sogar eine eigene Veranstaltung.

Erna-Kahn:
Erna Kahn war eine jüdisch-stämmige Hausangestellte aus Bergisch Gladbach, die über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort 1943 ermordet wurde.

Quelle

Wir unterstützen die Aktion und finden, dass es an der Zeit ist, auch Andernorts eine Debatte über die Umbenennung nach NS-Persönlichkeiten benannter Straßen einzuleiten, und so Agnes Miegel und Co, ein für alle Mal aus der Nachbarschaft zu verdrängen.

HaK-Demo am 26. November 2010

Freiräume erkämpfen und verteidigen!

Das selbstverwaltete Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg (HaK) in Bad Segeberg soll Ende des Jahres ersatzlos geschlossen und 2011 abgerissen werden. So will es die Stadt Bad Segeberg der das Gebäude gehört und die andere Pläne für das Grundstück hat. Damit säßen mehr als 200 Jugendliche die regelmäßig das HaK besuchen von einem Tag auf den anderen buchstäblich auf der Straße. Das ist also die viel beschworene Neuordnung der Jugendpolitik Segebergs, die Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) zur Chefsache erklärt hat. Erst mal alles platt machen dann mal schauen was passiert. Auch die beliebte Skateranlage am Segeberger See wird Ende des Jahres demontiert. Für Jugendliche ist offensichtlich kein Platz vorgesehen.
Wir sind gegenüber der Stadt und den Anwohner_innen auf unzählige Kompromisse eingegangen. Die Öffnungszeiten wurden auf 01.00 Uhr gekürzt, die Großveranstaltungen auf 12 pro Jahr beschränkt und allerlei andere Einschränkungen haben wir in Kauf genommen. Ab Mai 2008 wurden uns die Großveranstaltungen dann ganz untersagt und somit die Selbstfinanzierung unmöglich gemacht. Die Stadt verlangt von uns ein tragfähiges Finanzkonzept ohne Konzertveranstaltungen und Getränkeverkauf. Das ist quasi unmöglich.
Ein Alternativgebäude haben wir bisher nicht gefunden. Wir haben schon mit einigen Immobilienbesitzer_innen gesprochen. Leider scheitert es wie so oft am Geld, denn der Trägerverein verfügt durch das Veranstaltungsverbot über keinerlei finanzielle Mittel.
Das HaK ist einer von vielen Freiräumen, die zur Zeit akut von der Schließung bedroht sind. Deshalb ist es wichtig sich mit anderen selbstverwalteten Jugendkulturzentren in der Region zu solidarisieren. Gemeinsam sind wir stark!
Während der Staat Milliarden für größenwahnsinnige Projekte wie „Stuttgart 21“ oder die „Elbphilharmonie“ gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger zum Fenster raus scheißt, werden immer mehr Angebote für Jugendliche einfach wegrationalisiert. Diese Vorgehensweise hat mit Demokratie nichts mehr zu tun.
Doch das lassen wir uns nicht gefallen! Wir gehen auf die Straße und zeigen dass wir nicht nur feiern, sondern auch kämpfen können!
Kommt bitte zahlreich zur Demonstration am Freitag den 26. November 2010 nach Bad Segeberg!
Wir sammeln uns um 15.00 Uhr am segeberger Bahnhof.
Wir kriegen nur wofür wir kämpfen!
HaK bleibt! Basta!

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