Nazikundgebung in Rendsburg am 28.8.2010

Für den 28. August hatten Nazis um die „Freien Nationalisten Rendsburg“ zu einer Propagandaveranstaltung auf dem Rendsburger Schiffbrückenplatz aufgerufen.
Nicht gewillt, dieses unwidersprochen zuzulassen, haben natürlich auch antifaschistisch gesinnte Menschen zu Gegenaktivitäten gegen die Naziveranstaltung mobilisiert. Unter anderem hatte die Linkspartei eine Kundgebung auf dem Theatervorplatz angemeldet, die sich inhaltlich gegen die Kundgebung der Nazis wandte. Neben den Teilnehmer_Innen der Linkspartei-Kundgebung hatten sich auch andere Antifaschist_Innen in der Rendsburger Innenstadt eingefunden, um ihren Protest zu äußern und die Nazikundgebung zu stören.
Als die Nazis gegen 11.30 auf dem Rendsburger Paradeplatz eintrafen, fand sich dort schon eine beachtliche Anzahl von Antifaschist_Innen, gegen die schon zuvor polizeiseitig unangemessen hart vorgegangen wurde. So wurde etwa ein junger Antifaschist ohne ersichtlichen Grund zu Boden gedrückt und in Handschellen abgeführt. Zudem verteilte die Polizei scheinbar willkürlich Platzverweise an anwesende Antifaschist_Innen.
Die Nazis waren mit etwa 20 Teilnehmer_Innen auf dem Schiffbrückenplatz anwesend, darunter etwa 10 Mitglieder der neonazistischen Aktionsgruppe Kiel und der Kieler NPD-Ratsherr Herman Gutsche. Aber auch die Rendsburger Naziszene war präsent und das übliche Gruselkabinett hielt seine Visagen in die Kameras antifaschistischer Fotograf_Innen.

Ratlosigkeit – Wo geht’s denn hier nach Stalingrad?
Sebastian Sommer (links) blickt unwissend in Richtung Niederlande, Müller scheint die Richtung zu ahnen, traut sich aber nicht etwas zu sagen, Andreas Grabowski blickt zur Seite – der einzige Weg, den er aus dem Effeff beherrscht, ist von der Flensburger Straße bis zum Ostlandhaus.

Die Nazis hatten ein Transparent dabei, dessen Inhalt sie wohl aufgrund von Auflagen zensieren mussten und auch laute Sprechchöre waren nicht zu vernehmen. Einzig auf Flugblättern probierten sie über ihr Anliegen zu informieren, der Publikumsverkehr war aufgrund starker Polizeipräsenz allerdings auch stark eingeschränkt und viele Bürger_Innen umgingen die Kundgebung, wohl auch aus Angst vor den versammelten rechten Schreckgestalten, weiträumig. Zwischenzeitlich gelangten einige Antifaschist_Innen zwischen die Polizei und die Nazikundgebung und feuerten einige Wasserbomben in Richtung der überraschten Nazis. Kurz später nahm die Polizei einen Antifaschisten fest – eine völlig überflüssige und sinnfreie Aktion der Polizei, die wieder einmal ihr Bestes tat um die Nazis zu schützen.

Gruselkabinett – Zweiter Teil
Schon kurz nach 12 war der Spuk allerdings schon wieder vorbei, die Nazis verzogen sich offenbar nach Laboe, um dort den Kieler Genoss_Innen auf die Nerven zu gehen.
Als sonderlichen Erfolg werden sie ihre Kundgebung wohl nicht verbuchen, für ein Desaster wie in Stalingrad hat es aber auch nicht gereicht. Es sah eher aus, wie ein Treffen derer, die an einem Samstagmorgen, anstatt verstrahlt im Bett zu liegen, in der Stadt stehen und das tun, was sie am besten können: Hetze verbreiten und sich selbst zum Deppen machen. Bei Letzterem ist der Erfolg auch weiterhin garantiert.


Rendsburger und Kieler Nazis


3 Antworten auf “Nazikundgebung in Rendsburg am 28.8.2010”


  1. 1 SRothberger 31. August 2010 um 10:34 Uhr

    Hallo,

    das mit den Platzverweisen geschah sehr willkürlich. Ich habe selbst gesehen, dass völlig neutrale Personen, die lediglich bei HM oder C&A einkaufen wollten, von der Polizei daran gehindert wurden, da diesen den Beamten nicht bürglichich genug aussahen. So wurde ein Mann mittleren Alters des Platzes verwiesen, weil den Beamten seine Frisur nicht in den Kramm passte, obgleich dieser eigendlich erkennbar werder mit der einen noch der anderen Seite etwas zu tun hatte.

  2. 2 LW 04. September 2010 um 23:55 Uhr

    Geil, ihr habt Bilder aus der Zukunft. So wird das also am 28 September aussehen :O

  3. 3 antifarendsburg 18. September 2010 um 12:56 Uhr

    Jaja, den Fehler habn wir ja selber auch schon bemerkt. Am 4. September war er allerdings schon behoben, du solltest öfter mal deinen Cache leeren :)

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