Nazis verteilen Flyer in Büdelsdorf

Etas 7-8 Nazis der „Freien Nationalisten Rendsburg“, ergänzt um Roland Siegfried Fischer aus Kiel und Julia Molter mit Schleswiger Kennzeichen, verteilten gestern, am 3.4., Hetzpamphlete vor dem Büdelsdorfer Einkaufszentrum Rondo. Genau vor einem Jahr war die Nazigruppe um Sebastian Sommer das erste Mal öffentlich in Erscheinung getreten, damals noch als AG Rendsburg. Lobend wollen wir festhalten, dass die über die Aktivitäten der Nazis informierte Geschäftsleitung des Rondo bemüht war, die Nazis so schnell wie möglich des Platzes verweisen zu lassen. Nach einer zuerst verbalen Auseinandersetzung mit einer Gruppe Antifaschisten, beschlossen die Nazis in die Offensive überzugehen und die Antifaschisten über den Parkplatz des Einkaufszentrums jagen zu wollen. Begleitet wurde dieser Versuch von der Aussage Roland Siegfried Fischer: „Den schnappen wir uns“ und vom Gepöbel eines Boneheads, der verkündete: „Ich mach euch richtig lang.“ Diese Reaktion der Nazis war sicher nicht zwingend vorauszusehen, aber zumindest zu erwarten. Da genügend Passant_Innen diese Szenerie beobachten konnten, war für die Nazis an eine weitere Durchführung der Aktion, zumindest in bürger_innennahem Auftreten, natürlich nicht mehr zu denken. Es letztendlich nicht zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit den in Überzahl agierenden Nazis kommen zu lassen, ist die aus unserer Sicht völlig richtige Entscheidung. Die Gruppe Antifaschisten wäre durchaus in der Lage gewesen sich angemessen zu verteidigen, eine Massenschlägerei, mit Verletzten auch auf unserer Seite, war aber absolut nicht unsere Zielsetzung, ebensowenig wie möglicherweise verletzte Passant_Innen, beim Einsatz von Abwehrsprays direkt vor der Tür eines Einkaufszentrums. Vielmehr war das Ziel, die Nazis nicht ungestört ihre Propaganda verteilen zu lassen. Das ist letztendlich vor allem geglückt, weil die FNRD in üblicher Bratzenmanier lieber uns hinterhergesprintet ist, als weiterhin Flyer zu verteilen. Gerüchteweise hat sich Roland Siegfried Fischer dabei nicht nur die Augen gerieben, weil er über die mangelnden Sprintkünste des Kameraden Sebastian Sommer erstaunt war. Die Anzahl erfolgreicher zuende geführter Verteilaktionen vor Einkaufszentren verbleibt für die Nazis daher bei Null.

Auch wenn das krass übersteigerte Männlichkeitsbild der Nazis einen solchen Schluss wahrscheinlich nicht zulässt: Die meisten Situationen lassen sich mit Köpfchen besser klären, als mit Quarzsandhandschuhen. Dennoch können wir eine Aktion nicht als Erfolg werten, in deren Rahmen Nazis in organisierter Art und Weise probieren Antifaschisten anzugreifen. Zu besorgniserregend ist die Tatsache, dass Nazis nicht nur in größeren Gruppen auftreten, sondern diese auch noch nutzen können, um Menschen anzugreifen. Einmal mehr wurde gestern deutlich, was immer Inhalt neonazistischer Ideologie war und bleiben wird: Gewaltausübung als oberstes Ziel.