Alte Flugblätter, u.A. zu Thor Steinar

Da es grade zum Thema passt, auf dem Rechner wieder aufgetaucht ist und wir ja gerne Aktivitäten der Gruppe möglichst lückenlos dokumentieren wollen (Anmerkung: Digitale Daten sind leichter zu archivieren), gibt es hier das Flugblatt, dass wir vor 2 1/2 Jahren anlässlich des Fockbeker Dorffests verteilten. Eine Seite über Thor Steinar und eine Seite über das Fest ansich. Das erste Flugi datiert der PC auf den 8.8.2007:

„Old Shit. New Style.

Ewiggestrige wollen nicht immer als solche erkannt werden. Schon längst sind Nazis nicht mehr unbedingt an Springerstiefeln, Bomberjacke und Glatze zu erkennen. Auch Neo-Nazis wollen inzwischen modisch aussehen und dementsprechend haben sich auch ihre bevorzugten Klamotten geändert.
Auffallend viele tragen nun Kleidung der Marke THOR STEINAR. Was für normale Jugendliche die schicke Boutique ist, ist für den modebewussten Neo-Nazi der Thor Steinar-Onlineshop.
THOR STEINAR ist eine Bekleidungsmarke, die sich völkischer Symbolik mit NS-Bezug bedient und vor allem von Neonazis getragen wird.
Auch den Besitzern der Firma wird eine Nähe zur extremen Rechten nachgesagt. Über den Vertrieb der Klamotten flossen 2005 schon 2 Millionen Euro indirekt der Naziszene zu. Doch auch unpolitische Käuferschichten werden durch das Design der Klamotten angesprochen. Dabei unterstützt aber jeder, der diese Kleidung kauft und anzieht, direkt Neonazis in ihrem Bestreben ihre Inhalte und Symbole in die Gesellschaft zu tragen. Grade deshalb halten wir eine Aufklärug über die Marke und ihre Hintergründe für zwingend notwendig.


Altes und neue Logo
der Firma

Nazikleidung stinkt!
Thor Steinar stoppen!
www.stop-thorsteinar.de.vu“

Andere Seite des Flugblatts:

„Fockbeker Dorffest
-
Kein Fest für Nazis

Liebe Fockbeker und Fockbekerinnen, vielleicht erinnern sie sich an die Dorffeste der letzten Jahre.
Die meisten Menschen kamen um friedlich zu feiern, doch einige Neonazis aus dem Umkreis benutzten das Fest um sich zu treffen. Provokativ stellen sie ihre Gesinnung zur Schau, beispielsweise durch einschlägige Klamottenmarken und menschenverachtende Parolen, ob auf ihren Kleidungsstücken oder durch die Gegend gegröhlt. In den letzten Jahren kam es jedesmal zu Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Menschen, die nicht in deren Weltbild passen.
Durch die zahlreiche Anwesenheit von Neonazis (mehr als fünfzig im letzten Jahr) müssen Menschen, die „nicht deutsch genug“ scheinen beim Dorffest um ihre Gesundheit bangen. Der eigentliche Sinn eines Dorffestes die Gemeinschaft zu stärken und für Unterhaltung, insbesondere auch der Kinder und Jugendlichen, zu sorgen, wird von den Neonazis durch die Vereinnahmung des Festes in den Hintergrund gestellt. Sie nutzen das Fest als Bühne, um ihre Weltanschauung zu präsentieren und ihren Aggressionen freien Lauf zu lassen.
Die Ereignisse der letzten Jahre haben mehr als deutlich aufgezeigt, dass Polizei und Wachdienst mit der Situation überfordert waren und die Ausschreitungen nicht verhindern konnten.
Deshalb sollten Nazis vom Mitfeiern ausgeschlossen und von der Dorfgemeinschaft nicht geduldet werden. Der einfachste Weg, um das Fest dieses Jahr friedlich zu halten:

KEIN FUSSBREIT FÜR NAZIS!
NICHT IN FOCKBEK UND NICHT ANDERSWO!“

Außerdem ein Flyer, den wir beim Rendsburger Herbst vor 2 Jahren verteilt haben, zum damals aktuellen Thema Videoüberwachung der Rendsburger Innenstadt. Vom PC datiert auf den 22.8.2007:

„Wolfgang is watching you – auch in Rendsburg

Schon seit langem ist Videoüberwachung in den Straßen deutscher Städte zum Alltag geworden. Die Entwicklung, welche in Kaufhäusern und Bahnhöfen ihren Anfang nahm hat sich längst auf ganze Stadtviertel ausgeweitet.
Auch in vielen deutschen Großstädten; wie zum Beispiel der Kölner Innenstadt, kann mensch sich nicht mehr frei bewegen, ohne von Kameras erfasst zu werden. Die Innenministerkonferenz vom 4. Mai 2000 begründete den „offenen Einsatz von Videoüberwachungsmaßnahmen an Kriminalitätsbrennpunkten im öffentlichen Raum“ als ein geeignetes Mittel, um die Wahrnehmung der polizeilichen Aufgaben im Rahmen der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung wirksam zu unterstützen. Viel zu viele Menschen lassen sich leider ohne Protest in ihrer Privatsphäre einschränken, weil sie glauben ihre Sicherheit würde erhöht.
Dass dies natürlich Unfug ist, weil die meisten Gewaltverbrechen im Affekt geschehen und geplante Verbrechen sich einfach an andere Orte verlagern, das sollte jeder und jedem einleuchten, dass Kameraüberwachung nur der erste Schritt hin zur totalen Überwachung ist, auch.
Die geplante Videoüberwachung in Rendsburg passt nämlich perfekt in einen deutschlandweiten Trend hin zu mehr Überwachung und dem gläsernen Menschen. Polizeiliche Befugnisse werden schrittweise ausgebaut, Freiheitsrechte dafür schrittweise weiter beschnitten. Inzwischen überschlägt sich Innenminister Schäuble fast, mit immer neuen Forderungen nach mehr Überwachung und Kontrolle. Das Grundgesetz sieht er dabei als Hindernis für die Umsetzung seiner Vorstellung und sogar den Vorschlag es zu ändern hatte er schon bei der Hand.
Wer die Freiheit aber aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
Gegen Überwachung, Bespitzelung und Ausspionierung!“