Archiv für Dezember 2009

Thor Steinar-Onlineshop gehackt

Auf Indymedia finden sich die Daten aus einem Hack des Thor Steinar-Onlineshops. Dieser Artikel berichtet darüber: http://de.indymedia.org/2009/12/270089.shtml

Interessant wird es sicher, wenn ihr mal euren Ortsnamen in der Suchfunktion eingebt. Es gibt doch einige Nazis in Rendsburg und Umgebung. Darunter finden sich sicherlich einige alte Bekannte, aber wir vermuten, dass darin auch Leute stehen, die mit ihrer Gesinnung nicht so gern hausieren gehen.
Grüße gehen raus, an alle Nazis in Rendsburg und anderswo, die sich jetzt ertappt fühlen. Wir seh‘n uns bei Gelegenheit.

Filme gucken in der T-Stube

Um im Januar den neuen Beamer in der T-Stube mal richtig schön auszunutzen: Eine Filmreihe!


Eigentlich

…ist auf Weihnachten ja ganz gepflegt geschissen, aber der Spruch mit der Rute musste einfach verbraten werden. Eigentlich ist die Rute ja das Mittel der Wahl bei den Nazis, aber wie ein Häuflein Antifas in Knecht Ruprecht-Kostümen reinplatzt, während Klein-Heinrich grade freudig seinen Spielzeugpanzer auspackt, das ist schon eine nette Vorstellung. Wer bis zum islamischen Zuckerfest den besten Header unter dem Motto: „Zuckerbrot für uns, Peitsche für Nazis“ einsendet, gewinnt die Plätzchenreste des Autor_Innenkollektivs.

Zeit-Störungsmelder über die Naziaktivitäten am Wochenende


In Rendsburg prügeln Nazis. Festnahmen? Keine.

Ganz anders die Ereignisse in Rendsburg, ebenfalls am vergangenen Samstag. Nach einem NPD-Stand in der Innenstadt sammelten sich nach Aussagen der Antifaschistischen Aktion Rendsburg (AARD) 20 Nazis am Bahnhof, um von dort aus provozierend in Richtung des alternativen Kommunikationszentrums T-Stube zu gehen. Die T-Stube war in der Vergangenheit immer wieder Angriffsziel von Nazis und wurde schon zweimal von diesen mittels Brandanschlägen angegriffen. Bereits die Nacht zuvor wurden genau auf dieser Strecke Ha­ken­kreuz, SS-​Ru­nen, die Ab­kür­zung von Com­bat 18, einer ver­bo­te­nen rech­ten Ter­ror­grup­pe, die Drohung “Wir kriegen Euch alle” und eine Menge NPD-​Auf­kle­ber hin­ter­las­sen.

In diesem lesenswerten Artikel wird beschrieben, wie die Polizei die Aktionen von Nazis und Antifaschist_Innen mit zweierlei Maß misst.

Angriff auf Antifaschisten nach Nazi-Infostand in Rendsburg

- Infostand von Neonazis in der Stadt
- Bedrohung gegen die T-Stube
- Nazi-Sprühereien am ZOB
- Angriff auf Antifaschisten


Auf dem Bild zu erkennen, mit dunklen Haaren und Palituch, Roland Siegfried Fischer.

Nachdem die NPD schon im November einen Infostand in Rendsburg abgehalten hat, veranstalteten Nazis am Samstag, den 12. Dezember, erneut einen Infostand in Rendsburg.
Ungefähr 20 Nazis versammelten sich zu diesem Zweck an der Eisenbahnbrücke am Schloßplatz. Danach entfernten die Nazis sich geschlossen zum Bahnhof. Dort bemerkten sie offenbar, dass sie noch Zeit haben, bis ihr Zug abfährt und gingen vom Bahnhof aus provokativ noch einmal zur T-Stube im Stadtpark. Bereits in der Nacht zuvor wurden auf genau dieser Strecke rechte Parolen gesprüht.

Die Farbe war am Morgen noch frisch. In der Unterführung zwischen ZOB und Bahnhof haben Neonazis ein Hakenkreuz, SS-Runen, die Abkürzung von Combat 18, einer verbotenen rechten Terrorgruppe und eine Menge NPD-Aufkleber hinterlassen. In der Unterführung an der weißen Brücke sprühten sie ebenfalls die Abkürzung von Combat 18, sowie die unverhohlene Drohung; „Wir kriegen euch alle“.

Nachdem die Gruppe von Nazis zum Bahnhof zurückgekehrt war, gingen die Nazis vermummt auf 4 Antifaschisten los, die sie auf dem nahegelegen Park & Ride entdeckten. Die Nazis warfen mit Flaschen und Steinen, die Antifaschisten konnten in den nahegelegenen Edeka flüchten. Die Nazis folgten ihnen zwar hinein, beendeten aber den Angriff. Danach fuhr die Gruppe Nazis geschlossen im Zug nach Kiel, wo sie sich zerstreute. Besonders pikant ist hier, dass die Polizei direkt vor dem Eingang des Bahnhofs parkte, 20 vermummte Nazis allerdings kein Grund zum Eingreifen waren. Lediglich die Antifaschisten mussten ihre Personalien kontrollieren lassen.

Wir sind extrem besorgt darüber, dass sich eine große Gruppe von Nazis ungestört durch die Stadt bewegen kann,dass Nazis rassistische Sprühereien hinterlassen und unter den Augen der Polizei eine kleine Gruppe Antifaschisten angreifen. Aus diesem Grund wurde am Abend auch noch spontan gegen Nazigewalt demonstriert, um die Bevölkerung über diesen heftigen Übergriff aufzuklären. Es muss ein Thema in Rendsburg werden, wieso es möglich ist, dass eine Nazihorde durch die Straße zieht und offensichtlich gezielt Menschen sucht, die sie angreifen kann.

Antifaschistische Aktion Rendsburg, [AARD]

Something funny between…

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Alexis – Weder vergeben, noch vergessen!

Indymedia-Artikel

Nachdem auf Indy ein Artikel unter dem Pseudonym „Antifa Rendsburg“ aufgetaucht ist, scheint uns eine Klarstellung angebracht:

Der Artikel ist keine offizielle Stellungnahme unserer Gruppe. Wir finden es gut, dass Menschen sich für linke Zentren engagieren und unterstützen die Forderung „Wir bleiben alle!“ voll und ganz – auch gegen Widerstand gegen die Bundeswehr haben wir prinzipiell erstmal nichts einzuwenden. Dennoch kommt der Artikel nicht von uns. Die Aktivist_Innen der Transpiaktion kriegen dennoch einen Daumen: Ihr habt euch eine ziemlich fette Stelle ausgesucht!

Buchbesprechung: Khaled Hosseini – Tausend strahlende Sonnen

Wir hatten ja versprochen, hier auch mal ein bisschen Kulturteil zu machen, also weiter im Text:
Khaled Hosseini dürfte manchen durch sein Buch Drachenläufer oder die Verfilmung desselbigen, das Afghanistan vor dem Einmarsch der Sowjets behandelt, schon ein Begriff sein. In „Tausend strahlende Sonnen“ wird die jüngere afghanische Geschichte am Beispiel zweier Frauen dargestellt, deren Hintergrund unterschiedlicher nicht sein könnte. Die zuerst eingeführte Protagonistin, Mariam, wächst in einer ärmlichen Hütte in einer ländlichen Gegend Afghanistans auf. Sie ist die uneheliche Tochter eines reichen Mannes und einer armen Frau und erfährt daher gesellschaftliche Ablehnung. Sie steht exemplarisch für die Probleme, vor die Frauen im traditionellen Afghanistan gestellt werden. Die zweite Protagonistin, Laila, wächst in einer liberalen Familie in Kabul auf, das im Buch als Stadt dargestellt wird, die schon immer recht freiheitlich war, im Vergleich zu anderen Regionen des Landes. Während Mariam früh heiratet und von ihrem gewalttätigen Mann gedemütigt wird, erfährt die jüngere Laila die Vorzüge einer relativ offenen Gesellschaft. Sie erfährt und erkennt den ungeheuren gesellschaftlichen Fortschritt, dass die Kommunist_Innen in Afghanistan die Gleichberechtigung der Frau vorantreiben, erfährt aber auch negative Seiten des Realsozialismus. Durch die Machtübernahme der Mudschaheddin entbrennt in Afghanistan ein Bürgerkrieg, dessen Folgen Laila zwingen die Zweitfrau von Mariams Mann zu werden und sie wird in gleicher Weise ihrer Rechte beraubt wie Mariam zuvor. Die Frauen beginnen sich langsam gegen die Brutalität des Mannes zu wehren. Nach der Machtübernahme durch die Taliban verschlechtert sich die Situation für die Frauen dramatisch. Aus den Erfahrungen vorheriger Kriege, lehnt Laila den Krieg der NATO in Afghanistan dennoch ab. Das Buch ist insofern interessant, als dass es Geschichte aus weiblicher Sicht beschreibt. Die Freiheiten der Männer wurden, egal unter wessen Herrschaft, nie so sehr beschnitten, wie die Freiheiten der Frauen. Das Buch vermittelt, was schon Karl Marx wusste: Ein Indikator für gesellschaftlichen Fortschritt ist die Stellung der Frau und es vermittelt, dass Frauen in der Lage sind, sich Freiheiten selbst zu erkämpfen. Weiterhin ist es interessant, da das Buch näher an die afghanische Gesellschaft heranführt. Viele Menschen urteilen über die Situation im Land, ohne sich auch nur annähernd damit beschäftigt zu haben, das Buch regt zum Nachdenken über die Konflikte im Land an, ohne allerdings eine fertige Lösung zu präsentieren. Insgesamt ein Buch, das zu lesen sich auf jeden Fall lohnt, denn zusätzlich zum interessanten historischen Hintergrund ist es gut geschrieben und lässt sich daher nur schwer aus der Hand legen.