65. Jahrestag des Hitlerattentats am 20. Juli

Nein, wir werden garantiert nicht anfangen, den Softcore-Nazi Stauffenberg abzufeiern, vielmehr wollen wir dem ganzen Gehype wie schon zum Film lieber einen Kontrapunkt entgegensetzen und uns darüber auskotzen, wie ein autoritärer Nationalist im achso geläuterten Deutschland abgefeiert wird.
HaGalil verweist auf Otto Blumenthal, der probierte sich durch Flucht in die Niederlande der Gefahr für Leib und Leben zu entziehen.
Während Blumenthal schon im holländischen Exil war, half Stauffenberg beim Überfall auf Polen mit, in Osteuropa einen Vernichtungsfeldzug ohne historischen Vergleich zu beginnen. Quasi zeitgleich okkupierten andere Teile der Wehrmacht die Niederlande, von wo aus Blumenthal nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er starb. Einen längeren historischen Artikel wollen wir hier gar nicht über Stauffenberg verfassen, vielmehr auf einen eklatanten Unterschied aufmerksam machen: Einer der Täter wird in der BRD abgefeiert und bemitleidet, ein weiteres Beispiel ist Hanns-Martin Schleyer, während die meisten Opfer namenlos bleiben, an sie wird sich nur als abstrakte Zahl erinnert. Wir finden die Idee von HaGalil gut, einem der Opfer ein Gesicht zu geben und geben euch daher auch noch ein paar wirklich korrekte Leute, die nicht unvergessen bleiben sollen:

Erich Mühsam, Peter Gingold und sogar ganz hier in der Nähe wohnt jemand, der damals Widerstand geleistet und ein Buch darüber verfasst hat, Fritz Bringmann.

Stauffenberg ist doof. Heutige Stauffenbergverehrer sind auch doof.

Weiteres zu dem Thema