Nach nur einer Woche: AKW Krümmel von Netz genommen

Nur eine Woche nach dem Wiederanfahren des jahrelang stillgelegten AKWs Krümmel bei Hamburg ist das Kraftwerk schon wieder vom Netz. Am Mittwochnachmittag wurde die Turbine nach technischen Problemen abgeschaltet und die Leistung des Reaktors heruntergefahren, wie eine Sprecherin des Betreiberkonzerns Vattenfall mitteilte. Der Nuklearbereich sei nicht betroffen, sagte sie. Nach ihren Angaben hatte der Ausfall eines Trafos zu dem Problem geführt.

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3 Antworten auf “Nach nur einer Woche: AKW Krümmel von Netz genommen”


  1. 1 Dr.med.Klaus-J.Seelig 10. Juli 2009 um 21:02 Uhr

    Kruemmel schnell und mit Recht stillegen.
    Denn: Jede Schnellabschaltung verkuerzt die Rest-Betriebs-Zeit
    Alle Atom-Kraftwerke werden regelmaessig auf Festigkeit ihrer Metalle-ueberprueft. Das
    ist gerade nach „Schnell-Abschaltungen“ von Bedeutung. Daher muessen manche AKWs nach jeder Schnellabschaltung genau ueberprueft werden. Und zwar sowohl der grosse Uran-beheizte Druck-Kochtopf auf Riss-Bildung (als Zeichen beginnender Wasserstoff-Versproedung) als vor allem auch die Betriebs-Buecher, in denen die Messungen des laufend stattfindenden Neutronen-Flusses unkorrigiert verzeichnet sind und sein muessen.
    Und diese Betriebsaufzeichnungen muessen absolut genau und vollstaendig sein und bei ggf. gerichtlichen Nachpruefungen auch nach 30 Jahren noch vollstaendig vorhanden sein, um nachgeprueft werden zu koennen.
    Dabei duerfen keine Aufzeichnungen fehlen von ggf. frueher anders beurteilten Betriebs-Stoerungen (alle zusaetzlichen, bisher noch nicht gemeldeten „besonderen Betriebs-schwankungen“, die ggf. auch gerade noch ohne Schnellabschaltung verliefen als sog. Wetterbedingte Belastungs-Stoerungen oder „zufaellige Excursionen“), denn es koennten hier bisher nicht erkannte Ursachen der naechsten Schnellabschaltung erkennbar werden.
    (So steht es im Lehrbuch der Reaktor-Wissenschaften fuer die Ingenieure aus der Zeit als zB. Biblis, Kruemmel, Emsland und Grohnde gebaut wurden.)

    Denn die Standsicherheit ist (v..a.) eine Frage der Metall-Festigkeit und die aendert sich als Folge von „betriebsbedingten“ starken Schwankungen im Neutronen-Fluss; genauer in der Neutronen-Fluss-Dichte. Diese muss laufend gemessen werden im Betriebswasser des Primaerkreislaufs mit einer Neutronen-Mess-Vorrichtung , die das Ergebnis sofort umrechnet in Anzahl der Neutronen, die pro Sekunde auf jeden Quadrat-Zentimeter der Kessel-Wand des Primaer-Kreislaufs auftreffen.. Und diese Zahl schwankt beim „An- und Abfahren“ und bei wechselndem Voll-Last-Betrieb (zB.durch Mittagspausen, durch Gewitterstoerungen mit ploetzlich unerwarteten heftigen Schneefaellen wie zB.im April 1981 mit 50 geknickten Masten (Lastabwurf) oder beim erfolgreichen Fussball-Welt-meisterschaftsspiel, wenn zu allen TVs ploetzlich ueberall Festtagsleuchten eingeschaltet werden und die Brunbuetteler AKW-Schicht 15 Minuten mit-prostet und -jubelt, bevor sie bemerkten, dass ihr Meiler „gerade eine Excursion“ meldete.
    Anderentags steht dann in der Zeitung, dass der Reaktor gerade eben noch einmal durch geglueckte Schnell-Abschaltung vorm Durchbrennen (mit evtl.gefaehrlichem Rohrbruch im Primaer-Kreislauf) „gerettet werden konnte“.

    Alle Kessel-Staehle -auch die aus bestem austenitischen Stahl- „altern“ unter derartig dauerbelastender Neutronen-Einwirkung. In einem derartig durchgegangenen und dann sofort stillgelegten (gerade erst neugebauten Reaktor z.B.Niederaichbach) wurden in der bereits stark strahlenaktivierten Kesselwand verstaerkt „Wigner-Displacement“gefunden und Metall-Veraenderungen durch Atom-Kern-Umwandlungen als Folge von Neutronen-Einfang, Proton-Einfang, Deuteron-Einfang u.entsprechende „Wechselwirkungen“ (i.S.
    von Aktivierungen) durch Neutronen-Verlust, Protonen-Verlust, Deuteronen-Verlust etc.

    So entstehen (um es zum besseren Verstaendnis vereinfachend nur anzudeuten) z.B. aus den Nickel-Zuschlaegen einer Stahl-Legierung neue ggf. radioaktive Kupfer-Anteile.
    Und ein verkupferter Stahl kann nicht halten was als austenitisch versprochen war.
    Ausserdem ist die Wasserstoff-Produktion bei jeder (auch kurzfristig nur) erhoehten Neutronen-Fluss-Dichte entsprechend gleich um einige Zehnerpotenzen erhoeht.
    Die Wasserstoffe (¹H, ²D u.³T) werden durch „chemische Steuerungs-Zusaetze“*) im Betriebs-Wasser vermehrt im verstaerkten Neutronenfluss gebildet und speichern sich im heisser werdenden Stahl schneller ein, durchwandern so alle Stahl- und Beton-Waende und erzeugen beim verstaerkten Austritt nahe den Korn-Grenzen der Stahl-Bestandteile die bekannten Riss-Bildungen. Im Extrem-Fall (Harrisburg, Niederaichbach) kann man dann sogar von „einer Excursion mit Instant-Aging-Effekt“ sprechen.
    Fuss-Note:*)Lithium-Zusaetze heizen an, Bor-Zusaetze bremsen u. beide setzen korrosive Gase frei.Lt.Lieser,K.H. aaO)
    Vor jeder spontanen (automatischen) Schnellabschaltung kommt es durch ploetzlichen „Last-Abwurf“ (Externe Kurschluesse aller Ursachen, vom Trafo-Brand bis zum geknickten Mast zB.unter Schneelast) zu einem „Hochfahren“,einem „Ausreisser“,oder einer sog.“Excursion“ d.h.zu einem ggf.gefaehrlichen Anstieg der Neutronen-Fluss-Dichte.
    „Dichte“ heisst (wie oben erwaehnt) gemessenes Auftreffen von Neutronen auf jeden Quadratzentimeter der Kesselwand pro Sekunde.
    Als „Normalen“ Betriebs-Zustand betrachtet man eine gleichmaessige Neutronen Fluss-Dichte von 10 hoch 8 bis 10 hoch 9 Neutronen pro Quadrat-cm und Sekunde. Gedruckt liest das sich dann als 10E^+9 n x cmE^-2 x secE^-1 .
    Statt 10 hoch 8 bei gleichmaessiger Norm-Betriebs-Belastung erscheinen dann vor und waehrend der Schnell-Abschaltung rasch ansteigende Werte von z.B. 10 hoch 12 oder gar 10 hoch 15.
    Abkuerzend geschrieben liest man dann ggf.: 10E^+9( 1 Milliarde) oder 10E^+12 (100 Milliarden) oder 10E^+15 (100 000 Milliarden) pro cm² und sec.
    Die Hoechste Neutronen-Flussdichte mit 10^E+23 Neutronen (pro cm²/sec) zerreisst sofort jede Stahl-Huelle (z.B. bei der Nuklearen Explosion einer Atom-Bombe)
    Um derartige Berst-Reaktionen zu vermeiden, muss ueber den im Reaktor-Kern erfolgten Neutronen-Fluss genau Buch gefuehrt werden, was seitens Betriebsleitung jederzeit der Atom-Aufsichtsbehoerde zur vollstaendigen Nachberechnung bereit-liegen und vorgelegt werden muss und auch sofort und genau so nachberechnend ueberprueft werden sollte.

    Und jetzt kommt der Zeitfaktor hinzu, die „Alterung“.
    Der Fluss der Zeit wird in Sekunden berechnet und in Zehner-Potenzen geschrieben.
    1 Minute 60 sec. 6× 10E^+1,
    10 Minuten 600 sec 6× 10E^+2
    1 Stunde 3600 sec 3,6× 10E^+3
    1 Tag 86 400 sec 8,64× 10E^+4
    1 Woche 604 800 sec 6,048× 10E^+5
    1 Mon 2 592 000 sec 2,592× 10E^+6
    1Jahr 31.557 000 sec 3,156× 10E^+7
    30 Jahre 946 728 000s 9,467× 10E^+9
    Normal-Fluss-Dichte (s.o.)mal 10 hoch 9 Sekunden ergeben in 20 Jahren 6.3 × 10 hoch 18 Neutronen und
    in 30 Jahren 9.5 × 10 hoch 18 Neutronen.
    Als „sicher“ gelten 1/100 000 der Berst-Belastungs-Grenze als 10E^23 – 10E^+5 = 10E^+18. Die absolute Obergrenze von 10E^+19 sollte nicht riskierend erreicht werden.
    Bei der Alterungs-Berechnung wird der erfolgte Neutronen-Fluss von dieser Grenz-Zahl substrahiert und die verbleibende Rest-Betriebszeit ist sofort klar.
    Analog (mit umgekehrten Vorzeichen) geht’s bei ’Lebensversicherung mit Wandeltarif’: Der Auszahltag ist ggf. nach Einzahlung einer kleinen Erbschaft rascher zu erreichen.

    Das Uberschreiten vom Norm-Betriebs-N‘Fluss um 3 Zehnerpotenzen fuehrt in der Summe also zu einer Verkuerzung um 10 hoch 3 Sekunden (3 600 Sek = 1 Stunde)
    Bei einer Schnellabschaltung, deren Neutronen-Flussdichte um 10E^+5 ueber dem Normwert gelegen hat und zwar z.B. fuer 20 Minuten wird die abzuziehende Neutronenfluss-bedingte Alterung zu einer Laufzeitverkuerzung von 1,44 × 10 hoch 9
    Sekunden fuehren muessen.
    Das kann dann rasch in der Naehe des als zuvor vereinbart geltenden und so des bestimmungsgemaessen Abschalt-Tages sein.
    Was darueber hinaus geht, ist auf dem unsicheren Wege zum Spontanen-Berstungs-Tag.
    Und den will weder Vattenfall noch irgend ein Erdenbuerger mit normalem Menschen-Verstand mit seinen Kindern erleben wollen oder herbeiwuenschen.
    So steht es -wie erwaehnt- in den Lehrbuechern, die alle leitenden AKW Ingenieure als Studenten der Reaktor-Wissenschaft hatten bearbeiten muessen.
    (Lieser, K.H., TH-Darmstadt Aufl.1982,Chemie-Verlag Weinsheim,
    Und im Skriptum Prof.H.Bonka, Univ.Aachen, Lehrstuhl der Reaktorwissenschaften)

    Es ist also keine Ermessens- oder irgendwie bezahlbare Frage der Atomaufsichtsbehoerde,
    sondern eine Frage an die politisch Verantwortlichen Ressort-Minister,
    nach der regelrechten und regelmaessigen Pruefung der unverfaelschten und vollstaendigen Aufzeichnungen der Betriebs-Buecher.
    z.B. ob sie sich stets die Buecher mit den Neutronen Fluss-Aufzeichnungen haben zeigen lassen.
    Und wenn ja, ob da vielleicht Durchschnitts-Tages-Werte angegeben waren, die dann ggf. stillschweigend auch als hinreichend akzeptiert wurden
    statt der notwendigen fortlaufenden Kontroll-Aufzeichnungen.
    Diese koennen naemlich (wie erst kuerzlich erlebt), durch Blitzschlag bei Gewitter zur Netz-Ueberlastung fuehren, wass dann zu Trafo-Schaeden mit Ueberhitzungsbrand fuehren kann.
    Und so ein „Last-Abwurf“ kann zur gefuerchteten „prae-terminalen Excursion“ fuehren, bei der der Neutronenfluss ggf. kurzfristig statt bei 10 hoch 9 (10 E^+9) auf 10 hoch 15 – 16 (10E^+15) ansteigt.
    Wenn 10E^+18 ueberschritten wird, kann jede naechste Schnellabschaltung ggf. jenseits der Berstgrenze liegen und so bereits zu spaet gewesen sein.
    So kann die Atom-Aufsichtsbehorde sofort vermelden:
    „So war das dann das „Aus!“ fuer dieses AKW. Und jeder Weiterbetrieb ist strafbar.“
    Und das Anrechnen von Terawatt-Sekunden Leistung von einem frueher stillgelegten
    AKW auf ein jetzt „laenger betriebsfaehiges“ mit zahlreichen Schnell-Abschaltungen findet hier seine Erklaerung und weist auf die dahinterstehende „Verantwortung“ hin.
    Denpasar-Bali, 10.07.2009
    Dr.med.Klaus J.Seelig, frueher Biersdorf am Eifelstausee
    v.d.Gruppe Umweltbesorgter Aerzte Oestlich von Cattenom

  2. 2 Dr.med.Klaus-J.Seelig 10. Juli 2009 um 21:10 Uhr

    OK bitte um Antwort, wann und an wen von der Aufsichtsbehoerde das Schreiben geht.
    Dieser Artikel darf (n.Moderation u. m.Rueckaeusserung) ins Netz gestellt werden. Der Spiegel hatte eine Vor-Version abgelehnt, desgl.Welt-Online.
    Viel Erfolg ! kjs

  3. 3 Antifa RD 11. Juli 2009 um 15:01 Uhr

    Ein schöner Artikel, ich kann dazu allerdings wenig sagen, weil mir der nötige Sachverstand ehrlich gesagt fehlt.

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