Archiv für Juli 2009

Argumente gegen Holocaustleugner

Viele werden es kennen: Im realen Leben oder im Internet tauchen Menschen auf, die probieren den Holocaust zu relativieren oder ihn leugnen. Häufig haben diese Menschen Bücher über das Thema gelesen und können daher scheinwissenschaftliche Quellen für ihre unsinnigen Argumente angeben. Dass diese „Wissenschaftler_Innen“ sich wiederum nur auf andere Holocaustleugner_Innen beziehen in ihren Argumenten ist logisch. Beim gelangweilten Surfen im Netz ist der Autor des Beitrages dann zufällig auf dieser Seite gelandet: Holocaust-Referenz
Unter verschiedenen Stichworten finden sich hier die wichtigsten revisionistischen Mythen und „Argumente“ der Revisionist_Innen und werden sachlich widerlegt. Informativ und sicher eine gute Grundlage, um den Scheinargumenten solcher Menschen entgegenzutreten und sie zu entzaubern.

Geschichtsrevisionismus angreifen!
Nazis wegmachen!

65. Jahrestag des Hitlerattentats am 20. Juli

Nein, wir werden garantiert nicht anfangen, den Softcore-Nazi Stauffenberg abzufeiern, vielmehr wollen wir dem ganzen Gehype wie schon zum Film lieber einen Kontrapunkt entgegensetzen und uns darüber auskotzen, wie ein autoritärer Nationalist im achso geläuterten Deutschland abgefeiert wird.
HaGalil verweist auf Otto Blumenthal, der probierte sich durch Flucht in die Niederlande der Gefahr für Leib und Leben zu entziehen.
Während Blumenthal schon im holländischen Exil war, half Stauffenberg beim Überfall auf Polen mit, in Osteuropa einen Vernichtungsfeldzug ohne historischen Vergleich zu beginnen. Quasi zeitgleich okkupierten andere Teile der Wehrmacht die Niederlande, von wo aus Blumenthal nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er starb. Einen längeren historischen Artikel wollen wir hier gar nicht über Stauffenberg verfassen, vielmehr auf einen eklatanten Unterschied aufmerksam machen: Einer der Täter wird in der BRD abgefeiert und bemitleidet, ein weiteres Beispiel ist Hanns-Martin Schleyer, während die meisten Opfer namenlos bleiben, an sie wird sich nur als abstrakte Zahl erinnert. Wir finden die Idee von HaGalil gut, einem der Opfer ein Gesicht zu geben und geben euch daher auch noch ein paar wirklich korrekte Leute, die nicht unvergessen bleiben sollen:

Erich Mühsam, Peter Gingold und sogar ganz hier in der Nähe wohnt jemand, der damals Widerstand geleistet und ein Buch darüber verfasst hat, Fritz Bringmann.

Stauffenberg ist doof. Heutige Stauffenbergverehrer sind auch doof.

Weiteres zu dem Thema

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Und für mehr Infos zum Brandanschlag guckt ihr hier, hier und hier.

Nachtrag: Wir wollen ja nicht so sein. Wenn ihr jetzt schon wissen wollt, wer Headliner ist, klickt auf den Flyer!

Brutaler Angriff auf Antifa in Berlin

Zu wichtig für kurz notiert, denn obwohl Nazigewalt alltäglich ist, kommt sie in dieser Qualität glücklicherweise doch nicht täglich vor:

Vier Männer aus der rechten Szene haben am Sonntagmorgen einen 22-Jährigen in Friedrichshain fast totgeschlagen. Das Opfer, ein Neuköllner, kam mit einem Jochbeinbruch, schweren Prellungen und Hirnblutungen in ein Krankenhaus. Der junge Mann, ein Deutscher, wurde offenbar zufällig ausgewählt und brutal gequält, aus Wut und Frust der rechtsextremen Täter nach einem Streit mit einer Gruppe von Linken. Sie traten und schlugen auf ihr Opfer so lange ein, bis er das Bewusstsein verlor. Einer der Täter zog das Opfer danach auf den Gehweg, legte es mit dem Gesicht nach unten und trat ihm gegen den Hinterkopf.

Vollständiger Artikel

Gute Besserung an das Opfer des Übergriffs! Solidarität mit angegriffenen Antifaschist_Innen!
Solidarität auch an die Familien & Freunde der ermordeten Antifas in Russland!

Zeigen wir den Nazis, dass ihre Übergriffe ein böses Erwachen zur Folge haben können – im Zweifelsfall auf der Intensivstation!

Bericht: Entschwörungstheorie

Entschwörungstheorie

Am Mittwoch, den 8.7., hat Daniel Kulla (http://www.classless.org) in Kiel bei einer Veranstaltung des AK Kritischer Studierender (http://www.akkiel.blogsport.de) sein Buch „Entschwörungstheorie“ vorgestellt. Gleich zu Beginn stellte er klar, dass der Titel auch ironisch zu verstehen sei, ginge es ihm doch nicht um eine generelle Ablehnung von Verschwörungstheorien, in denen er sogar kritisches Potenzial sieht, sondern um die Ablehnung von Verschwörungsideologien, die keine Fragen stellen und Antworten suchen, sondern passende Fragen für die vorgefertigte Antwort suchen. Im Laufe der Veranstaltung differenzierte Kulla immer zwischen kritischem Hinterfragen der „offiziellen Wahrheit“ und einer verschwörungsideologischen Verschwörungstheorie, die das Böse außerhalb des eigenen identitären Kollektivs projiziert, da diese häufig sehr nah am antisemitischen Stereotyp argumentieren oder sogar antisemitische Ressentiments bedienen.
Danach ging er auf anti-babylonische Äußerungen ein, die es hauptsächlich im klassisch linksradikalen Milieu zu finden gibt und illustrierte dies am Beispiel von Ton, Steine, Scherben (dennoch eine großartige Band, Anm. 2/3 d. Red.). Ihren Ursprung hat anti-babylonisches Denken in religiöser Moral, in der Bibel wird Babylon als unmoralisch dargestellt, weil es eine multiethnische Stadt ist, deren Bewohner_Innen teilweise in Luxus schwelgten und ein ausgiebiges Sexualleben hatten und die sich mit dem Turmbau die metaphorische Emanzipation des Menschen anmaßten. Daraufhin folgte, glaubt mensch der Bibel, eine göttliche Strafe für die Babylonier_Innen. Dieses apokalyptische Denken ist auch vielen Verschwörungsideologien zu Eigen, so wurde in Teilen der verschwörungsideologischen Szene 9/11 als Strafe für die angebliche Unmoral der USA angesehen. Dieser reaktionäre Hass auf angebliche Ausschweifungen und bürgerliche (Schein-)Freiheit äußerte sich beispielsweise in Horst Mahlers Abgefeiere der Anschläge. Danach erörterte Kulla die Spaltung der linksradikalen Bewegung in verschiedene Lager, im Schlepptau der Anschläge am 11. September. Seine These war, dass Teile der No Global-Bewegung auch verschwörungsideologisch argumentieren, indem sie simple Erklärungsmuster schaffen und klar in gut und böse unterteilen, anstatt komplexe Strukturen analytisch zu ergründen und zu kritisieren. Immer wieder lobte Kulla die amerikanische Kultur von Verschwörungstheorien, die ergebnisoffen, staatskritisch und damit potenziell emanzipatorisch sei. Auch wenn mr das weiterhin zweifelhaft erscheint, da es auch aus den USA genügend Beispiele für reaktionäres Verschwörungsdenken gibt. Ansonsten ein insgesamt recht interessanter Vortrag.

BFE Eutin auflösen!

Das wichtigste gegen Polizeigewalt ist Gegenöffentlichkeit, rechtlich genießen Polizisten ja eh fast Immunität, daher dokumentieren wir hier krasse Bullengewalt, die so halb im Rahmen des Schanzenfestes stattfand. Grade weil es um die BFE Eutin geht, mit der vermutlich nahezu alle Antifas in SH/HH/MV schon einmal böse Erfahrungen gemacht haben:

Ohne den politischen Gehalt des Schanzenfests und ritualisierter Krawalle bewerten zu wollen, darüber wurde ja an anderen Stellen schon genug gestritten, hat sich auch in diesem Jahr wieder die Brutalität der eingesetzten Polizeibeamten und v.a. der Eutiner Truppe gezeigt, die nicht nur intern sondern auch szeneübergreifend für besondere Gnadenlosigkeit und Unverhältnismäßigkeit bekannt ist.

Beispielhaft hierfür sei ein St.Pauli-Fan genannt, dessen Geschichte sich im zugehörigen Fanforum findet. Tonfa-Schläge (also Angriffe mit dem Polizei-Schlagstock) auf Kopfhöhe gelten nach deutschem Recht als versuchter Totschlag und sind dementsprechend verboten. Den Eutiner Prügelmob scheint das wiedereinmal nicht gestört zu haben.

Und was kommt letzlich dabei raus? Eine Prognose: „Der Beamte konnte nicht einwandfrei identifiziert werden.“ Das ist ja die gängige Ausrede.

Im Übrigen: Die Polizei klagt darüber, dass die Krawalle früher begannen. Kein Wunder, wenn man schon früher beginnt, die vermeintlich-zukünftigen Randalierer zusammenzupferchen und dadurch reinste Provokation zu betreiben. Das BFE Eutin ist, mehr noch als andere Polizeieinheiten, eine Ansammlung von Schlägern und Menschen, die dafür bezahlt werden, wofür andere Menschen als „(Polit-)Hooligans“ ins Gefängnis wandern. Ein Großteil der Beamten ist vermummt und provokante Aussagen gegenüber ihrem Gegenüber an der Tagesordnung. Wir fordern die ersatzlose Auflösung der BFE Eutin! Wir fordern Kennzeichnungsnummern auf Polizeiuniformen! Untertanengeist und Pickelhaubenmentalität angreifen!

Text teilweise übernommen von: keimfrei.blogsport.de

Auch die taz veröffentlichte einen sehr guten Bericht zu der Thematik.

Neuer Bereich: Kurz notiert

Moin,

aufmerksamen Leser_Innen mag es aufgefallen sein, dass wir zurzeit einen Spagat machen: Einerseits wollen wir interessante Dinge, die wir in der Presse oder im www finden hier dokumentieren, grade wenn sie einen gewissen Bezug zu linksradikaler Politik haben, andererseits wollen wir den Blog nicht mit Meldungen überfluten, die kaum Bezug zu Antifa in Rendsburg haben. Um das zu lösen, haben wir einen neuen Bereich eingeführt: Kurz notiert. Was uns interessant erscheint, halten wir dort fest, vielleicht auch mit einem kurzen Kommentar dazu. Ihr findet dort also eine Art Pressespiegel an Artikeln, die wir interessant und in gewisser Weise wichtig finden, die unsere Arbeit aber nur indirekt berühren. Elegant, oder? ;)

Demjanjuk verhandlungsfähig

Die Zeit berichtet

Dem mutmasslichen KZ-Aufseher und NS-Verbrecher John Demjanjuk kann der Prozeß gemacht werden. „Die Ärzte bejahen die Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten“, teilte die Staatsanwaltschaft München mit.

Kriegsgelöbnis bedroht

Welt.de

Anlässlich des feierlichen Gelöbnisses bei der Vereidigung von Bundeswehrsoldaten am 20. Juli vor dem Reichstag rechnet die Berliner Polizei mit massiven Störungen durch gewaltbereite Linksextremisten. Das erfuhr WELT ONLINE aus ranghohen Sicherheitskreisen. Angehörige der linken Szene rufen in einer Broschüre unter dem Titel „FEINDerkennung“ zu Übergriffen auf Bundeswehrangehörige auf. Die „Anleitung zur FEINDerkennung“ wird auf einschlägig bekannten Internetportalen verbreitet beziehungsweise in den Hochburgen der Kreuzberger Szene verteilt.

Das propagandistisch inszenierte Gelöbnis vor dem Reichstag soll einmal mehr zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Kriegsmaschinerie Bundeswehr dienen. Für die Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Interessen der BRD ist diese Weltweit in Kriegseinsätzen. Aus der Geschichte hat hier scheinbar niemand gelernt.

Gegen Kriege für Wirtschaftsziele!
Bundeswehr abschaffen!
Das Gelöbnis vor dem Reichstag stören!

G8 vor dem Aus?

Die Taz berichtet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einer Regierungserklärung indirekt das Ende der G 8 bestätigt. Die führenden Industrieländer könnten globale Probleme wie die Finanz- oder Klimakrise nicht mehr allein regeln könnten. „Ich denke, dass die G 20 das Format sein sollte, das wie ein überwölbendes Dach die Zukunft bestimmt“, sagte die Kanzlerin. Die G 8 hingegen werde „in das Format einer Vorbesprechung“ hineinwachsen.