Archiv für Juni 2009

Ausstellung über Zwangsarbeit in der Christian-Timm Schule

In der Christian-Timm Regionalschule ist derzeit eine Ausstellung über polnische Zwangsarbeiter_Innen während des 3. Reiches zu sehen. Die Ausstellung „Erinnerung bewahren. Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939-1945″ hat folgende
Öffnungszeiten: Mo. –Fr. 9.30–17.30 Uhr und Sa., 6.6. und 27.6., von 11–17 Uhr
Ein Besuch da ist allen wärmstens ans Herz gelegt, das Redaktionskollektiv der Homepage wird sich die Ausstellung demnächst sicher auch anschauen und hier einen Bericht reinstellen.

Spanischer Antisemitismus auf den Vormarsch

An der Universität Madrid, der zweitgrößten Europas, gab es Ende April eine Podiumsdiskussion zum Thema »Rassismus und Antisemitismus im heutigen Spanien«, zu der unter anderem der Vorsitzende der Vereinigung jüdischer Gemeinden in Spanien, Jacobo Israel Garzón, eingeladen war. Zwei Fragen der Veranstaltung, ob Antisemitismus in der spanischen Gesellschaft heutzutage noch ein Problem darstelle und wie er sich äußere, beantworteten sich gleich zu Beginn von selbst. Als Israel Garzón die Sozialwissenschaftliche Fakultät betrat, wurde er nach Aussagen anderer Podiumsteilnehmer von Studenten mit Palästina-Flaggen und »Juden raus!«-Rufen empfangen

Der Ganze Artikel in der Jungle World

Friedrich-Ebert-Stiftung über die Bekämpfung des Rechtsextremismus

Wie die Taz bericht stellte die Friedrich-Ebert-Stiftung heute ein Handbuch zur Bekämpfung von Neonazismus und Rechtsextremismus vor. Aus Anlass der bedrohlichen Wahlerfolge der NPD erläutert das Handbuch, wie die Nazis auf kommunaler Ebene gestoppt werden können. Vorgestellt werden auch Projekte wie die Gegendemonstrationen zum Jenaer „Fest der Völker“, das von Nazis organisiert und von einem Zusammenschluss bürgerlicher Gruppierungen, der Stadt und Antifa-Gruppen verhindert werden konnte.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Nein, alle Autoren wissen, wie schwierig es ist, vor Ort gegen NPD und Kameradschaften zu mobilisieren. Karl-Georg Ohse, vom Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg betont diese Problematik. Er weist darauf hin, dass der Rechtsextremismus nicht nur Männern vorbehalten sei. „Auch Frauen haben sich politisch organisiert und spielen gerade bei der Vorfeldarbeit in den Dörfern, Städten, in Kindergärten und Schulen eine wichtige Rolle“, sagt er. Er empfiehlt nach einer „fundierten Analyse“ der Situation gezielt in den Vereine und Freiwilligen Feuerwehren den Konflikt zu suchen – per Gespräch oder auch per Satzungsklauseln gegen rechts.

Pressespiegel über den Brandanschlag auf die T-Stube

In der Rendsburger Tagespost, der Lokalbeilage der Landeszeitung, fand sich heute morgen ein Artikel, der die Geschehnisse gestern ganz gut schildert:

Die Polizei hüllt sich noch in Schweigen. Allerdings scheint inzwischen festzustehen, dass es sich beim Feuer in der T-Stube um Brandstiftung handelt. Verletzt wurde niemand.
„Das ist ein bedrohliches Anzeichen für das Erstarken der rechten Szene“, sagt die Antifaschistische Aktion Rendsburg (AARD). Für sie gibt es keine Zweifel, wer hinter dem gestrigen Brandanschlag auf die T-Stube steckt. Bislang hätten sich die Rechten in Rendsburg mit Pöbeleien und Hakenkreuz-Schmierereien zufriedengegeben. „Nun hat die rechte Gewalt aber offenbar eine neue Intensität erreicht.“

Der ganze Artikel online: Brandanschlag: T-Stube in Flammen

Auf dem Blog Störungsmelder, das unter anderem von der „Zeit“ betrieben wird, findet sich auch ein lesenswerter Beitrag:

Konzerte, kulturelle Veranstaltungen, antifaschistische Politik und Offenheit für unterschiedlichste Kulturen: Dafür steht und lebt die selbstverwaltete T-Stube in der norddeutschen Kleinstadt Rendsburg seit Jahrzehnten und zieht damit immer wieder den Hass von Nazis auf sich: Ende der 80er Jahre gab es den ersten Brandanschlag durch Nazis, seit den 90er Jahren gib es immer wieder Nazi-Übergriffe und Hakenkreuzschmierereien.

Seit zwei Jahren hat der Terror von Rechts in Rendsburg und Umgebung erneut zugenommen und nun offensichtlich einen neuen Höhepunkt erlangt: In der Nacht zu Mittwoch stiegen Unbekannte in die T-Stube ein und legten an mehreren Stellen Feuer. Die Antifaschistische Aktion Rendsburg (AARD) geht von einem Brandanschlag durch Nazis aus. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz.

Ganzer Artikel: Störungsmelder – Brandanschlag auf linkes Zentrum in Rendsburg

Kieler Nachrichten: Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz:

Zuständig sei jetzt die Abteilung für politisch motivierte Straftaten bei der Kieler Bezirkskriminalinspektion, sagte am Donnerstag eine Sprecherin der Polizei. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch, es gebe bisher noch keine Ergebnisse, ergänzte die Beamtin.

Rendsburg setzt ein Zeichen gegen rechtsextreme Gewalt

Nach dem Brandanschlag auf die T-Stube Rendsburg versammelten sich Menschen aus Rendsburg und anderen Städten in Schleswig-Holstein, um in der Rendsburger Innenstadt spontan ihre Stimme gegen die aufkeimende Nazigewalt zu erheben. Obwohl wir erst am Mittag nach Entdeckung des Brands im autonomen Kulturzentrum für die Spontandemonstration mobilisieren konnten, war die Zahl der sich solidarisch zeigenden DemonstrantInnen enorm.

Etwa 150 Menschen demonstrieren lautstark und friedlich in der Rendsburger Innenstadt. Gruppen aus ganz Schleswig-Holstein hatten sich eingefunden, um ihre Solidarität mit der Rendsburger T-Stube zu bekunden. Die Demonstration zog mit Parolen und Transpis vom Theatervorplatz durch die Innenstadt, über den Schlossplatz und die Tangente, durch den Park und schließlich auf den Paradeplatz. Hier gab es eine kurze Abschlusskundgebung, bei der die Vorgänge in Rendsburger Nazikneipen und die Aktivitäten der faschistischen AG-Rendsburg kurz erläutert wurden. Außerdem wurde für die Demo gegen Nazigewalt in Neumünster am Samstag aufgerufen (siehe dazu vorigen Beitrag) aufgerufen.

Trotz immensen Bullenaufgebots blieb die Sponti vollkommen friedlich und setzt somit ein wichtiges Zeichen gegen neonazistische Gewalt in Rendsburg. Auch wenn aufgrund der späten Uhrzeit wenig Menschen in Rendsburg unterwegs waren, so konnte den PassantInnen durch Flyer und Aufrufe klargemacht werden, worum es uns DemonstrantInnen geht.

Gegen neonazistische Gewalt in Rendsburg und anderen Städten!
Stimmen erheben gegen Faschisten!

Neumünster: Demo gegen Nazigewalt am13.6

Seit Anfang diesen Jahres wurden in Neumünster mehrere Menschen Ziele von neonazistischen Gewalttaten und Anschlägen. Mehrmals gab es Anschläge auf Wohnhäuser, Fahrzeuge und Menschen. So brannte u.a. ein Auto vor einem alternativen Wohnprojekt aus, es wurde Brandstiftung festgestellt. Nachdem am 16. Mai eine kleine Gruppe TierechtlerInnen von 10 Nazis beim Flugblattverteilen überfallen wurden, erreichte die Gewalt am letzten Wochenende eine neuen Höhepunkt.

In der Nacht vom 6. auf den 7. Juni wurde eine Fensterscheibe eines Mehrfamilienhauses, in dem ein Bündnismitglied und AJZ-Vorstandsmitglied wohnt, mit einem Pflasterstein eingeschmissen. Opfer wurde auch eine benachbarte Familie, ein Hausbewohner verletzte sich an den Scherben und musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Am 7. Juni wurde der Pressesprecher des Bündnis gegen Rechts in seinem Auto von dem Neumünsteraner Neonazi Nico S. und einer weiteren Person ausgebremst. Schließlich wurde mit Hilfe eines Teleskopschlagstocks noch während der Fahrt eine Scheibe am Fahrzeug des Bündnismitgliedes zerschlagen. Der in Neumünster-Einfeld wohnende Nico S. gehört zum aktivn Kern der „Aktionsgruppe Neumünster“ und zum Umfeld der „Ag Kiel“.

Die Antifaschistische Aktion Neumünster und das Bündnis gegen Rechts Neumünster rufen für Samstag, 13.6.09 zu einer Demonstration unter dem Motto „Schluss mit der Nazigewalt!“ in Neumünster-Einfeld auf. Treffpunkt ist um 11.30 Uhr am Bahnhof Neumünster-Einfeld,

Auf www.antifanms.blogsport.de gibt es den ausführlichen Aufruf als PDF zum downloaden.

Weitere Infos gibt es in den nächsten Tagen hier und unter
http://antifanms.blogsport.de und
http://www.verein-tolzi.de
http://www.shnazi.wordpress.com

Rendsburg: Nazis verüben Brandanschlag, heute abend Sponti!

Gestern Nacht verübten Rendsburger Neonazis einen Brandanschlag auf das alternative Zentrum „T-Stube“ in Rendsburg.

Die TäterInnen brachen die Verkleidung an einem Fenster auf und stiegen in die T-Stube ein. Drinnen versuchten sie zunächst, ein Sofa anzuzünden, was jedoch misslang. Mit Benzin und Brandsätzen entfachten sie trotzdem ein Feuer im Hauptraum der T-Stube. Obwohl die Nazis sich extrem bescheuert anstellten, schafften sie es, einen nicht unbeträchlichen Schaden im Zentrum anzurichten.

Die T-Stube Rendsburg hat sich seit etlichen Jahren als linksalternatives Jugendzentrum etabliert. Sie bietet nicht nur politischen Gruppen wie der Antifa Raum, sondern ist die wichtigste alternative Konzertlocation der Stadt. Durch ihren aufgeklärten und linksalternativen Status stellt sie sich für die Rendsburger Nazis und Faschisten als Feindbild dar.

Die Nazis formieren sich zunehmend stärker in Rendsburg und werden trotz vieler gelungener Aktionen gegen die Faschisten immer mutiger.

Dieser Brandanschlag kann und wird von uns nicht ohne Gegenwehr hingenommen werden. Wir rufen heute Abend um 19.00 Uhr zu einer Spontandemonstration gegen Nazigewalt in Rendsburg auf.

Kommt zahlreich!
Zeichen setzen gegen Nazigewalt!
Kein Fußbreit den Faschisten!

Nachtrag: Hier unsere offizielle Pressemitteilung!

Pressemitteilung der Antifaschistischen Aktion Rendsburg [AARD]

- Mutmaßlicher Brandanschlag auf die T-Stube im Stadtpark
- Die Arbeit von mehr als einem Monat mühsamer Renovierung zerstört
- Bedrohliches Anzeichen für das Erstarken der rechten Szene in und um Rendsburg

Unbekannte verübten einen Brandanschlag auf das linke Kulturzentrum T-Stube im Rendsburger Stadtpark. Vermutlich in der Nacht auf Mittwoch entfachten Unbekannte an zwei Stellen der Räumlichkeiten Feuer. Die T-Stube wird für Konzerte, Beisammensein und Treffen genutzt. Erst im letzten Monat war die Renovierung der T-Stube abgeschlossen wurden, in die eine große Zahl junger Menschen viel Zeit, Geld, Energie und Schweiß gesteckt hat. Das alles geschah in Eigenregie, viel wurde alleine finanziert. Diese Arbeit wurde durch den Brand im Inneren jetzt zunichte gemacht, lediglich der Backstage- und der Technikraum wurden nicht beschädigt.
Hinter dem Brandanschlag vermuten wir Neo-Nazis, denen die Arbeit gegen Rassismus, Nationalismus und Diskriminierung, die in der T-Stube geleistet wird, ein Dorn im Auge ist. Der Brandanschlag reiht sich ein, in eine ganze Reihe von Vofällen mit rechten Hintergrund in Rendsburg und Umgebung. Erst im März diesen Jahres kam es zu rechtsextremen Schmiereien in Rendsburg und Fockbek, über die auch die Landeszeitung berichtete. In letzter Zeit tritt auch verstärkt eine Gruppe auf, die sich selbst Aktionsgruppe Rendsburg nennt. Dahinter steckt eine Gruppe von Neo-Nazis, deren Mitglieder in letzter Zeit auf nahezu jedem rechten Aufmarsch in Schleswig-Holstein zu sehen sind. In Rendsburg fiel die Gruppe bislang vor allem durch einen Flyer auf, der gegen die T-Stube und das Charleston hetzte. Presserechtlich verantwortlich für dieses Flugblatt war Sebastian Sommer, der mutmßliche Kopf der Gruppierung. Durch die Aktionsgruppe Rendsburg gibt es in Rendsburg erstmals eine Gruppe „autonomer Nationalisten“, wir werden weiterhin dagegen angehen, dass sich Nazistrukturen in Rendsburg weiter verfestigen!

Für 19 Uhr mobilisiert die Antifaschistische Aktion Rendsburg zu einer spontanen Demonstration gegen Nazigewalt und Nazistrukturen in Rendsburg, vom Theatervorplatz aus.

Antifaschistische Aktion Rendsburg [AARD]

Um die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen, rufen wir auf zu einer Sponti:
19 Uhr, Theatervorplatz, Rendsburger

Kommt zahlreich, seid laut, seid kreativ!

Nachtrag 2: Die Kieler Nachrichten berichten!

Schulstreik in Kiel: Gemeinsame Anreise aus Rendsburg

Für eine gemeinsame Anreise zum Schulstreik morgen in Kiel:
Treffen: 9:15 Bahnhof Rendsburg
Abfahrt: 9:28 mit der NOB nach Kiel

Für eine Aneignung von Bildung und Kritik!

Amazon mit NPD-Partnerprogramm

tagesspiegel.de

Das US-amerikanische Internet-Versandhaus Amazon führt eine Homepage der NPD in einem „Partnerprogramm“, das der rechtsextremen Partei einen stetigen Geldzufluss bietet. Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei drohen dem Internet-Versandhaus nun mit Boykott.

Wir rufen alle LeserInnen dazu auf, Amazon bis auf Weiteres Zeit total zu boykottieren.

Kein Geld den Faschisten!

Nachtrag: Amazon hat das Partnerprogramm jetzt gecancelt Ob mensch weiterhin bei einer Firma kaufen will, die bis vor wenigen Tagen noch Bücher des NPD-Verlags „Deutsche Stimme“ im Angebot hatte und wo es diese Bücher immernoch gebraucht zu erwerben gibt, dass muss wohl jede/r mit sich selbst ausmachen.

Antiziganismus in Ungarn – Veranstaltung in Hamburg

Einst galt Ungarn als die „lustigste Baracke“ im Ostblock, nach dem Ende der Diktatur als Musterland in Osteuropa. Jetzt ist es an einem Tiefpunkt seiner postkommunistischen Geschichte angelangt. Die politische Elite genießt kaum noch Vertrauen, der Staat steht vor der Pleite, Rechtsextreme erstarken, und rechtsterroristische Gewalt gegen Roma ist nahezu alltäglich.

Die Taz berichtet

Thematisch passend dazu empfehlen wir am 8.6. einen Vortrag zur „Geschichte, Gegenwart und Kritik des Antiziganismus“ der Gruppe Sous La Plage.