Morgen, 20. Juni, 13 Uhr, Hamburg: Solidarität mit der iranischen Linken

In Hamburg findet morgen neben einer allgemeinen Solidemo für die Protestierenden im Iran noch eine weitere Demo statt, die von exil-iranischen Linken veranstaltet wird, die keinen „Islamismus light“ im Iran wollen, sondern wirkliche Freiheit und Gleichberechtigung. Bei scharf-links findet sich der folgende Aufruf:

Liebe Solidarisierende,

die Demonstration, die für Samstag, den 20.06.2009 um 13:00 Uhr am Hauptbahnhof/Kirchenallee geplant ist, wird organisiert von Anhängern des unterlegenen Kandidaten Mussawi. Sie verweigern uns das zeigen unserer Transparente, das Recht auf einen Redebeitrag, also das Recht auf Teilnahme an dieser Demonstration. Das ist das wahre Gesicht der religiösen „Reformisten“.
Daher sind wir gezwungen eine separate Kundgebung zu veranstalten. Diese findet statt:

Samstag, den 20.06.2009 um 12:00 Uhr am Hauptbahnhof / Glockengießerwall

Wir würden uns freuen, wenn ihr zahlreich erscheinen würdet, um die Solidarität mit dem Protest der iranischen Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen.

Iranisches linke Spektrum Hamburg

Unterstützt emanzipatorische Bewegungen im Iran!


11 Antworten auf “Morgen, 20. Juni, 13 Uhr, Hamburg: Solidarität mit der iranischen Linken”


  1. 1 Kenza 20. Juni 2009 um 14:00 Uhr

    hallo,
    ich habe eben über die Demo erfahren. Ich möchte sehr gern teilnehmen und kenne die Route des Demo-Zug nicht. Bitte informieren Sie mich, denn fahre ich sofort hin, wo der Zug gerade jetzt ist. Ich befinde mich gerade in Altona.
    Danke
    Gruß

    Kenza

  2. 2 antifarendsburg 20. Juni 2009 um 18:32 Uhr

    Sorry, dass das so schnell nicht geklappt hat.

  3. 3 nader 20. Juni 2009 um 22:37 Uhr

    hallo ! sind am 21.06.09 also Sonntag auch Demos in Hamburg?

  4. 4 69er 21. Juni 2009 um 18:25 Uhr

    Rede von Bärbel Illi, verdi-Bezirk Stuttgart, auf der Protest- und Solidaritätskundgebung mit den Menschen im Iran, Samstag, 20. Juni 2009:

    Manour Ossanlu ist der Vorsitzende der Busfahrergewerkschaft Teheran. Herr Ossanlu hat mehr Zeit im Gefängnis verbracht als in Freiheit, seit seine Gewerkschaft 1995 gegründet wurde. Die Schwierigkeiten mit denen die Gewerkschaft zu kämpfen hat, schildert er so: „Zu unserer ersten Mitgliederversammlung, die auf der Straße stattfand, kamen Tausende von Beschäftigten. Sie flohen sogar vor der Polizei und versteckten sich in den Gassen, um an der Versammlung teilzunehmen.“

    Gewerkschaftsorganisationen werden systematisch unterdrückt und Menschenrechte verletzt. Das ist das Bild, das wir von den Zuständen im Iran haben, und von dem wir glaubten, dass sich da nicht so schnell was ändern würde. Heute sieht alles anders aus, weil wir spüren und hoffen, dass Freiheit und Demokratie im Iran erkämpft werden können. Millionen von Menschen ziehen durch die iranischen Städte und fordern demokratische Wahlen. Die iranischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind bei den Demos dabei, da bin ich mir sicher.

    Ich überbringe Ihnen die Grüße der Gewerkschaft ver.di in Stuttgart. Wir fordern mit Ihnen freie und demokratische Wahlen im Iran. Erst demokratische Wahlen werden den Weg dahin öffnen können, dass auch die Rechte der Gewerkschaften respektiert werden und dass inhaftierte GewerkschafterInnen frei gelassen werden.

    Wir fordern von der Bundesregierung, die Wahl Ahmadinedschads nicht anzuerkennen! Der Verdacht, dass die Wahlen in großem Stil gefälscht wurden, ist nicht ausgeräumt.

    In der Amtszeit Ahmadinedschads wurden die Menschenrechte besonders brutal verletzt. Nationale und religiöse Minderheiten und Homosexuelle werden verfolgt. Hinrichtungen von Regimegegnern, Frauen und sogar Jugendlichen haben zugenommen. Bezogen auf die Einwohnerzahl gibt es heute im Iran weltweit die meisten Hinrichtungen. Den Alltag der meisten Menschen bestimmen staatliche Willkür, Armut und Korruption. 80 % der iranischen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze, obwohl der Iran jährlich 70 bis 80 Mrd $ Gewinn aus Öl- und Erdgasgeschäften bezieht. Diese Gelder werden vor allem in das Atomprogramm investiert, in das Militär und in Terrorgruppen im Irak, Afghanistan und weltweit.

    Unter Ahmadinedshad wurden Proteste von StudentInnen und Gewerkschaften zerschlagen, ebenso wie Aktionen für Frauenrechte am internationalen Frauentag. Eine Frauendemo im Juni 2006 wurde mit Tränengas und Elektroschocks auseinandergetrieben. Diese Frauen beklagten ihre Rechtlosigkeit im iranischen Gesetz und sie fragten:
    • Warum haben Männer das Recht, vier Frauen zu heiraten?
    • Warum hat eine Frau nicht das Recht, die Scheidung einzureichen, selbst dann nicht, wenn sie oder ihre Kinder vom Ehemann misshandelt werden?
    • Warum fällt das Sorgerecht bei einer – vom Mann eingereichten – Scheidung automatisch an den Ehemann?
    • Warum ist die Aussage einer Frau vor Gericht nur halb so viel wert wie die eines Mannes und müssen also zwei Frauen gegen einen Mann aussagen, um ein Verbrechen wie häusliche Gewalt oder Vergewaltigung zu bezeugen?
    • Warum erlaubt das Gesetz Männern so genannte Ehrenmorde?

    Deutschland ist der zweitgrößte Handelspartner des Iran. Nur wenige Tag vor der Präsidentschaftswahl hat die deutsche Firma Basell Polyolefine GmbH mit der staatlichen iranischen petrochemischen Firma (National Petrochemical Company – NPC) ein Geschäft im Rekordwert von 825 Millionen Euro abgeschlossen. Das war ein Wahlgeschenk für Ahmadinedschad. Noch schlimmer: Gewinne im staatlichen Energiesektor kommen den Pasdaran zugute. Die Revolutionsgarden sind das eigentliche Machtzentrum, sie beherrschen den Energiesektor, sind zuständig für das Atomprogramm und zusammen mit den Basiji zuständig für die Kontrolle der Bevölkerung. Sie sind es die in diesen Stunden die DemonstrantInnen terrorisieren.

    Auch Daimler, Linde, Siemens und viele andere verdienen gut im Irangeschäft. Sie verdienen gut und haben sich bisher nicht um die Menschenrechtsverletzungen im Iran gekümmert. Siemens lieferte moderne Überwachungstechnologien, die heute gegen die Opposition eingesetzt werden. Damit muss jetzt Schluss sein! Business as usual darf es heute in dieser für die Menschen im Iran so entscheidenden Zeit nicht mehr geben. Deutsche Firmen, die heute noch ihre Geschäfte fortführen, stützen unmittelbar die derzeitigen iranischen Machthaber. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass mit allen diplomatischen Mitteln und mit wirtschaftlichen Sanktionen die Menschen unterstützt werden, die heute im Iran Demokratie einfordern.

    Wir als Gewerkschaft ver.di unterstützen die Menschen, die um ihr Wahlrecht kämpfen, von ganzem Herzen. Wenn sie erfolgreich sind, ist ein neuer Iran möglich, ein Iran, der die Menschrechte achtet. Yes, You can as well!

    20. Juni 2009, Bärbel Illi, ver.di Bezirk Stuttgart

  5. 5 Antifa RD 21. Juni 2009 um 22:34 Uhr

    Hallo nader,

    habe deine Frage jetzt erst gesehen, tut mir leid, dass ich so spät antworte, aber es hätte dir auch wenig genützt, wenn ich es früher getan hätte. Ich kanns dir nämlich leider nicht sagen.

  6. 6 Jeganeh 24. Juni 2009 um 10:57 Uhr

    Eine Frage,
    ist am samstag den, 27.06.09 auch eine Demos in Hamburg geplannt oder hat hir jemand Infomationen über Demos und Aktionen für Iran in Hamburg?

    Bitte um Infos

    Danke

    Jeganeh

  7. 7 antifarendsburg 25. Juni 2009 um 9:45 Uhr

    Hamburg, 25.6., 21.30 bis 22.30 Uhr, Ballindamm, Höhe Gertrudenstrasse (Alsterseite): Lichterkette (Treffpunkt Ballindamm)

    Hamburg, 27.6., 13 Uhr, Vorm iranischen Konsulat in Hamburg, U1 Lattenkamp; Bebelallee 18

  8. 8 iranman 26. Juni 2009 um 15:24 Uhr

    Ist morgen wirklich eine demo?? der Iraner?? sind morgen wiede viele dabei so wie am samstag den 20.06.09 mit ca. 4000??

  9. 9 antifarendsburg 26. Juni 2009 um 17:25 Uhr

    Kann ich leider nicht sagen, wir sind da nicht in die Planung eingebunden sondern wollen nur etwas Werbung für die Demos machen.

  10. 10 Bones 27. Juni 2009 um 15:30 Uhr

    Endlich mal eine Antifa, die etwas gegen das Unrechtsregime im Iran unternimmt. Der heutige Artikel im Spiegel 27.06.2009 „DEUTSCHE LINKE UND IRAN Ein Slibowitz auf Ahmadinedschad“ wird zwar anderes behauptet, aber die geplanten Aktionen scheinen das zu widerlegen. Die Medien scheint zur Zeit der Tod Michael Jacksons mehr zu interessieren, als die gefolterten und getöteten Oppositionellen im Iran.

  11. 11 C.P. 12. Juli 2009 um 16:56 Uhr

    Womöglich ein bißchen spät:

    Die Verbandsfunktionäre des deutschen Kapitals konnten es kaum abwarten, dass Riots und Repression im Iran aus der hiesigen Wahrnehmung verschwinden. Nun können sie wieder auf`s Wesentliche zu sprechen kommen: Am Montag, den 13. Juli lädt die Deutsch-Iranische Handelskammer e.V. in der Hamburger Handwerkskammer zum Seminar „Im- und Exportzertifizierung im Iran-Geschäft“.

    Gegen die Kumpanei des deutschen Kapitals mit der Islamischen Republik schließen wir – Peyvand, das Solidaritätskomitee für die Freiheitsbewegungen im Iran – uns dem Aufruf der HSB an:

    Montag, den 13. Juli/8:30 h/vor der Handwerkskammer in Hamburg (Holstenwall 12)/Protest!

    Aufruf der HSB: http://www.studienbibliothek.org/texte/Aufruf_DIHK_Juli_2009.pdf

    Unser Blog: http://cosmoproletarian-solidarity.blogspot.com/
    (dort sind auch immer aktuelle Aufrufe zu finden)

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