1. Mai – Nicht Volk sondern Klasse!

Unser Flugblatt zum 1. Mai:

1. Mai – Nicht Volk sondern Klasse!

Heute, am 1. Mai 2009 marschieren in Hannover, Berlin und weiteren Städten NPD und Freie Kameradschaften und versuchen ihren “Kampftag auf der Straße durchzusetzen“ und dadurch erneut ihrem menschenverachtenden Weltbild ein soziales Antlitz zu verleihen.
Wir sind heute nicht in Hannover oder einer anderen Stadt., nicht weil wir meinen die Nazis dürften machen was sie wollen, sondern weil wir es für nötig halten uns unseren Kampftag nicht von ihnen bestimmen zu lassen und die Idee eines antikapitalistischen Pols, auch hier in Rendsburg zu verbreiten.
Das die Nazis von „unserem Kampftag“ sprechen ist faktisch falsch. Es trifft weder zu, dass die Wurzeln des 1.Mai im rechten Lager liegen, noch das die NSDAP erstmals den 1.Mai als Feiertag eingeführt hat. Stattdessen riefen ihn bereits 1919 die Sozialdemokraten mit Unterstützung der bürgerlichen Mitte als Feiertag aus.

Zur Geschichte…

Zum 100. Jahrestag des Sturms auf die Bastille trafen sich am 14. Juli 1889 400 Delegierte sozialistischer Parteien und Gewerkschaften aus zahlreichen Ländern zu einem internationalen Kongress in Paris. Unter anderem entstand eine Resolution in der es hieß: „Es ist für einen bestimmten Zeitpunkt eine große internationale Manifestation zu organisieren, und zwar dergestalt, dass gleichzeitig in allen Städten an einem bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen (…). In Anbetracht der Tatsache, dass eine solche Kundgebung bereits von dem amerikanischen Arbeiterbund (…) für den 1. Mai 1890 beschlossen worden ist, wird dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kundgebung angenommen.“ Die Kundgebung der amerikanischen Arbeiter sollte an den Generalstreik, später bekannt als „Haymarket Riot“ von 1886 erinnern, bei dem über 18 Menschen aufgrund einer Bombe und polizeilicher Eskalation starben
Das Datum etablierte sich in den folgenden Jahren und gilt bis heute als Tag der Arbeit, Maifeiertag oder Kampftag der Arbeiterbewegung.

Kampf aber worum?

Der Kampf der Arbeiterbewegung heißt Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse. Kampf gegen die Zwänge des Systems. Kampf gegen den Kapitalismus. Unter Kapitalismus verstehen wir einen gesellschaftlichen Zustand, in dem Dinge nicht produziert werden, um die Bedürfnisse der aller Menschen möglichst gut abzudecken, sondern um sie an den Zahlungskräftigsten zu verkaufen und dadurch Kapital anzuhäufen.
Die Produktion zielt also nicht darauf ab alle Menschen zu versorgen und kann folglich nicht als gesamtgesellschaftlich sinnvoll betrachtet werden.
Kapitalismus bedeutet Ausbeutung und lässt wenig Chancen eine antikapitalistische Nische zu schaffen, da wir selbst in einem gesellschaftlichen Zwangsverhältnis leben. Jeder Einzelne wird vom System zum Täter gemacht; einer Rolle aus der er/sie alleine nicht ausbrechen kann. Jeder von uns stützt so die Verhältnisse in denen wir leben, indem er konsumiert ohne nachzudenken. D.h. die Ungerechtigkeit geht nicht von einzelnen Menschen aus, sondern wird täglich von uns allen reproduziert – indem wir zur Arbeit gehen, indem wir einkaufen, indem wir unsere Miete zahlen oder indem wir es akzeptieren (müssen), in Armut zu leben, wenn man den Anforderungen des Arbeitsmarktes nicht gerecht wird.


Fragend schreiten wir voran…

Wir fordern ein Wirtschaftssystem, in dem Menschen solidarisch miteinander leben, das allen Menschen die Möglichkeit bietet, ein Leben in Würde und materieller Sicherheit zu führen. Selbstverständlich wollen wir uns nicht in Dogmen verfangen, sondern wollen auf unserer Kritik einen reflektierten Antikapitalismus, eine alternative Gesellschaft aufbauen.

1.Mai bleibt links!
Kapitalismus abschaffen!
Antifaschistische Aktion Rendsburg [AARD]