Archiv für April 2009

1. Mai – Nicht Volk sondern Klasse!

Unser Flugblatt zum 1. Mai:

1. Mai – Nicht Volk sondern Klasse!

Heute, am 1. Mai 2009 marschieren in Hannover, Berlin und weiteren Städten NPD und Freie Kameradschaften und versuchen ihren “Kampftag auf der Straße durchzusetzen“ und dadurch erneut ihrem menschenverachtenden Weltbild ein soziales Antlitz zu verleihen.
Wir sind heute nicht in Hannover oder einer anderen Stadt., nicht weil wir meinen die Nazis dürften machen was sie wollen, sondern weil wir es für nötig halten uns unseren Kampftag nicht von ihnen bestimmen zu lassen und die Idee eines antikapitalistischen Pols, auch hier in Rendsburg zu verbreiten.
Das die Nazis von „unserem Kampftag“ sprechen ist faktisch falsch. Es trifft weder zu, dass die Wurzeln des 1.Mai im rechten Lager liegen, noch das die NSDAP erstmals den 1.Mai als Feiertag eingeführt hat. Stattdessen riefen ihn bereits 1919 die Sozialdemokraten mit Unterstützung der bürgerlichen Mitte als Feiertag aus.

Zur Geschichte…

Zum 100. Jahrestag des Sturms auf die Bastille trafen sich am 14. Juli 1889 400 Delegierte sozialistischer Parteien und Gewerkschaften aus zahlreichen Ländern zu einem internationalen Kongress in Paris. Unter anderem entstand eine Resolution in der es hieß: „Es ist für einen bestimmten Zeitpunkt eine große internationale Manifestation zu organisieren, und zwar dergestalt, dass gleichzeitig in allen Städten an einem bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen (…). In Anbetracht der Tatsache, dass eine solche Kundgebung bereits von dem amerikanischen Arbeiterbund (…) für den 1. Mai 1890 beschlossen worden ist, wird dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kundgebung angenommen.“ Die Kundgebung der amerikanischen Arbeiter sollte an den Generalstreik, später bekannt als „Haymarket Riot“ von 1886 erinnern, bei dem über 18 Menschen aufgrund einer Bombe und polizeilicher Eskalation starben
Das Datum etablierte sich in den folgenden Jahren und gilt bis heute als Tag der Arbeit, Maifeiertag oder Kampftag der Arbeiterbewegung.

Kampf aber worum?

Der Kampf der Arbeiterbewegung heißt Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse. Kampf gegen die Zwänge des Systems. Kampf gegen den Kapitalismus. Unter Kapitalismus verstehen wir einen gesellschaftlichen Zustand, in dem Dinge nicht produziert werden, um die Bedürfnisse der aller Menschen möglichst gut abzudecken, sondern um sie an den Zahlungskräftigsten zu verkaufen und dadurch Kapital anzuhäufen.
Die Produktion zielt also nicht darauf ab alle Menschen zu versorgen und kann folglich nicht als gesamtgesellschaftlich sinnvoll betrachtet werden.
Kapitalismus bedeutet Ausbeutung und lässt wenig Chancen eine antikapitalistische Nische zu schaffen, da wir selbst in einem gesellschaftlichen Zwangsverhältnis leben. Jeder Einzelne wird vom System zum Täter gemacht; einer Rolle aus der er/sie alleine nicht ausbrechen kann. Jeder von uns stützt so die Verhältnisse in denen wir leben, indem er konsumiert ohne nachzudenken. D.h. die Ungerechtigkeit geht nicht von einzelnen Menschen aus, sondern wird täglich von uns allen reproduziert – indem wir zur Arbeit gehen, indem wir einkaufen, indem wir unsere Miete zahlen oder indem wir es akzeptieren (müssen), in Armut zu leben, wenn man den Anforderungen des Arbeitsmarktes nicht gerecht wird.


Fragend schreiten wir voran…

Wir fordern ein Wirtschaftssystem, in dem Menschen solidarisch miteinander leben, das allen Menschen die Möglichkeit bietet, ein Leben in Würde und materieller Sicherheit zu führen. Selbstverständlich wollen wir uns nicht in Dogmen verfangen, sondern wollen auf unserer Kritik einen reflektierten Antikapitalismus, eine alternative Gesellschaft aufbauen.

1.Mai bleibt links!
Kapitalismus abschaffen!
Antifaschistische Aktion Rendsburg [AARD]

Bildet euch und andere!

Bildet euch…

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.“
Dies stellt Immanuel Kant schon Ende des 18. Jahrhunderts fest und diese Aussage ist bis heute äußerst treffend. „Sapere aude!“ Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen. Auch Kants Rat an seine Zeitgenoss_Innen hat bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null – und das nennen sie ihren Standpunkt.[1]
Sich zu bilden geht also damit einher, alte Standpunkte neu zu überdenken und möglicherweise zu ändern. Das ist nicht unbedingt bequem, denn die meisten Menschen neigen dazu, in ihren alten Denkmustern zu verharren und diese innerlich gegen Kritik abzuschotten. Eine persönliche Weiterentwicklung ist so nicht möglich, außer in letzter Konsequenz zum Wahnsinn und zu einem verschwörungstheoretischen Weltbild, in dem nur noch das aufgenommen wird, was ins eigene Weltbild passt. Wer_Welche sich hingegen bildet, lernt Zusammenhänge zu verstehen, lernt aber vor allem, die eigene Beschränktheit zu begreifen. Das Wissen, darum (fast) nichts zu wissen [2], schützt davor, eigene Standpunkte zur absoluten Wahrheit zu erheben.

bildet andere…

Niemand weiß alles, niemand kann alles wissen. Dennoch haben die meisten Leute unterschiedliche Schwerpunkte und Interessen und interpretieren die gleichen Dinge unterschiedlich. Gemeinsame Bildung macht also nicht nur mehr Spaß, als sich ausschließlich alleine zu Hause in Büchern zu vergraben, es ist auch eine einfache Möglichkeit Wissen miteinander zu teilen.
Sich Bildung anzueignen ist eine ganz praktische Form von Gesellschaftskritik. Die Bildung, die uns gesellschaftlich vermittelt wird, in der Schule, in der Uni und bei Galileo dient vor allem einem Zweck: Menschen für das kapitalistische Wirtschaftssystem besser verwertbar zu machen. In einem Gesellschaftssystem, das alle Bereiche unseres Lebens mit seiner Verwertungslogik reglementiert, ist dies eine logische Folge. Wenn sich Menschen gemeinsam Bildung aneignen, üben sie praktische Solidarität und setzen sich -weitgehend hierarchiefrei- kritisch mit der Gesellschaft auseinander.

bildet Räte und Verbände…

Eine kritische Betrachtung der Gesellschaft, muss unweigerlich zu dem Wunsch führen, diese zu verändern. Die Ansicht der Vertreter_Innen des deutschen Idealismus, dass die Bildung unabhängig von den Verhältnissen sei, in denen sie stattfindet, ist unlogisch. Die Gedanken sind frei.[3] Aber dennoch sind die Gedanken gefangen in den herrschenden Verhältnissen. Eine Veränderung der Gesellschaft kann nur in Abgrenzung zu der bisher bestehenden stattfinden. Was wir wollen, können wir gedanklich nur aus dem ableiten, was wir nicht wollen. Es erscheint uns unsinnig und unmöglich, die Befreiung des Menschen auf seinen Geist zu beschränken. Vielmehr muss es darum gehen, alle Verhältnisse um[zu]werfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.[4,5,6] Wir wollen uns gemeinsam mit der Welt auseinandersetzen, wir wollen die Welt gemeinsam verändern!

…bildet euch nicht ein ein, ihr wäret hilflos und könnt nichts verändern!

Fußnoten:
[1] Albert Einstein, Physiker und Humanist
[2] Frei nach Sokrates‘ Paradoxon: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
[3] Heinrich Heine, Dichter
[4,5,6] Karl Marx, Ökonom und Philosoph: „Die Veränderung des Bewusstseins, abgetrennt von den Verhältnissen […]ist selbst ein Produkt der bestehenden Verhältnisse und gehört mit zu ihnen .“ „[…]dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen.“

Textbereich

Wir haben nun auch einen Bereich extra für längere Stellungnahmen und die Ergebnisse inhaltlicher Auseinandersetzungen in der Gruppe. Wenn es da etwas neues gibt, findet ihr das nicht nur hier im Blog sondern es wird zusätzlich im Bereich „Texte“ archiviert und übersichtlich angeordnet.

Landeszeitung über Nazi-Flyer in RD

Inzwischen hat auch die Landeszeitung über die Flyer-Aktionen der AG Rendsburg berichtet, über die ihr hier auf der Homepage schon etwas lesen konntet. Leider etwas verspätet gibt es hier nun auch einen Link zum Artikel der Landeszeitung:

Auf den ersten Blick sieht das Flugblatt aus wie eine offizielle Bekanntmachung: „Rendsburg sagt nein zu linksextremen Strukturen“ lautet die Überschrift des Zettels, der in der Stadt verteilt wurde. Darin wird augenscheinlich aus rechten Kreisen zum Boykott der Gaststätte „Charleston“ in der Rendsburger Altstadt aufgerufen. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich dort Vertreter der Linkspartei zu Fraktionssitzungen treffen.

Vollständiger Artikel beim sh:z

Jingle für antirassistische Veranstaltung in HH am 9.5.

Jingle für eine antirassistische Gegenveranstaltung zum Hafengeburtstag. (download)::

No border. No nation.

Das/Der Blog des Vorbereitungskreises

Bremer Frechheiten und Rendsburger Aufrufe

Bremen entzieht zwei kleinen Jungen die deutsche Staatsbürgerschaft, weil ihr Großvater sich vor Jahren den Aufenthalt in Deutschland erschlichen haben soll.
Aus gegebenen Anlass und allgemein weisen wir noch einmal darauf hin, dass die Antira-Aktionswoche noch Unterschriften-sowohl von Gruppen als auch Privatpersonen-für ihren Aufruf sucht.
Wenn ihr unterschreiben wollt meldet euch an kontakt[at]netzwerk-asyl.de

Nazis flyern erneut in Rendsburg

Gestern (Mittwoch) verteilte eine rechte Kleingruppe Flyer, auf denen gegen einen linksalternativen Verein und eine unbeteiligte Kneipe gehetzt wird. (mehr…)

Toter beim G20-Gipfel starb an inneren Blutungen

Wende in der Affäre um Polizei-Übergriffe bei den G20-Protesten in London: Der Mann, der kurz nach einer Attacke eines Polizisten tot zusammenbrach, starb laut einer zweiten Obduktion an inneren Blutungen. Der Befund widerspricht dem Ergebnis einer ersten Untersuchung, wonach der Mann einem Herzinfarkt erlegen war. […]Obwohl der Zeitungsverkäufer Ian Tomlinson nicht randalierte, war er von einem Polizisten angegriffen worden.

Vollständige Quelle: T-online

Räumung in Erfurt!

Heute Morgen begannen die Bullen das „Besetzte Haus“ in Erfurt zu räumen!
Das Haus liegt auf dem historischen Topf & Söhne-Gelände, mit dem Besetzten Haus wird ein Stück Geschichte und Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus abgerissen!

Macht Soliaktionen! Lasst es krachen, lasst es knallen – Deutschland in den Rücken fallen!

„http://de.indymedia.org/2009/04/247250.shtml
DER KAMPF GEHT WEITER!“

Militärgerät interessiert uns brennend

Für ein Osterfeuer waren die Täter_Innen einen Tag zu spät, dennoch sorgen sie dafür, dass die BRD unfreiwillig ein -im wahrsten Sinne des Wortes- leuchtendes Beispiel für praktische Abrüstung wird:

Die Täter drangen ersten Ermittlungen des Landeskriminalamtes zufolge in das Gelände in der Marienallee ein und legten an mindestens drei Stellen im Fuhrpark Feuer, teilte LKA-Sprecherin Silvaine Reiche mit. Der Brand brach gegen 03:00 Uhr aus und zerstörte 30 Autos, Busse und Lastkraftwagen sowie einen Hangar.

Quelle: MDR