Archiv für März 2009

Bundesweite Razzia gegen rechte Musik

Wenn einem Nazi ein Kühlschrank auf den Kopf fällt finden wir das erstmal begrüßenswert. Dennoch finden wir es nicht begrüßenswert, dass Kühlschränke vom Himmel fallen.
Ähnlich sieht es aus, wenn Bullen gegen Nazis vorgehen: Das ist prinzipiell begrüßenswert, schöner wäre es allerdings, wenn wir das selber hinkriegen würden.
Trotzdem ist die Info ganz interessant, dass heute mehr als 200 Wohnung und Geschäftsräume von Nazis durchsucht wurden, 45.000 Tonträger sichergestellt und Verfahren gegen 100 Nazis eingeleitet wurden.
Mehr Infos zu der Razzia in der BZ.

Anarchismus & Feminismus

Im Zusammenhang mit dem Aufruf zum „Internationalen Frauentag“ ein kleiner Buchtipp:
Anarchismus & Feminismus für 2,50 € bei Syndikat-A zu bestellen oder als Leseexemplar gratis an unserem Infotisch, bei Konzerten in der T-Stube.

Internationaler Frauentag-Demo in Kiel!

Sexismus in seinen vielfältigen Manifestationen ist ein Teil des Alltags. Der 8. März ist seit fast 100 Jahren der Tag, an dem Frauen auf der ganzen Welt ihren Kampf gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Missbrauch demonstrieren und stärken.

In Kiel ist anlässlich des Internationalen Frauentages lange Zeit nichts passiert. Deshalb wollen wir dieses Jahr alle Menschen, die sich mit den herrschenden Verhältnissen nicht zufriedengeben wollen und können, einladen, mit uns in Kiel zu demonstrieren. Die Befreiung der Frau bedeutet Befreiung von Sexismus und Mackertum. Dafür – und für einen Austausch mit anderen Frauen – gehen wir gemeinsam am 8. März auf die Straße. Außerdem möchten wir so unsere Solidarität mit allen kämpfenden Frauen und allen Menschen zeigen, die aufgrund von Geschlecht oder Sexualität unterdrückt und misshandelt werden.
Tragen wir die Frauenräume auch auf die Straße:
Kommt massenhaft am 8. März um 15 Uhr zum Bahnhof Kiel!
weitere Infos

Im folgenden dokumentieren wir einen lesenswerten Indymedia-Artikel zur Geschichte des Internatinalen Frauentags:
“ Am kommenden Sonntag, dem 08. März 2009, findet der Internationale Frauentag – Weltfrauentag statt.Woher kommt der Weltfrauentag? Er geht auf den 08. März 1908 zurück. An diesem Tag traten die Arbeiterinnen der Textilfabrik „Cotton“ in New York in Streik. Damit wollten sie bessere Arbeits- und Lebensbedingungen fordern. Fabrikbesitzer und Aufseher schlossen die Arbeiterinnen in der Fabrik ein. Dadurch wollten sie Solidarisierungen mit anderen Belegschaften verhindern. Als jedoch plötzlich ein Feuer in der Fabrik ausbrach, starben in den Flammen 129 Arbeiterinnen.Am 19. März 1911 fand der erste Internationale Frauentag statt. Initiiert von Clara Zetkin(1857-1933) beteiligten sich Millionen Frauen in Dänemark, Deutschlandd, Österreich, der Schweiz und der USA. Es wurde der 19. März gewählt, um den revolutionären Charakter zu unterstreichen. Denn am 18. März ist der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der Revolution 1848. Während des Frauentages wurde Forderungen der Frauen an die Regierungen und die Gesellscahft gestellt. Zentral sind zu nennen der Kampf gegen den Krieg, Wahl- und Stimmrecht für Frauen, Arbeitsschutzgesetze, ausreichender Mutter- und Kinderschutz, der Achtstundentag, gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung, Festsetzung von Mindetlöhnen. In den Jahren danach wurde der Frauentag immer zwischen Februar und April abgehalten. Erst 1921 wurde der Internationale Frauentag auf den 08. März festgelegt. Damit sollte an den Streik der Arbeiterinnen in der Textilfabrik in Petersburg erinnert werden. Dieser griff auch auf andere Sektoren über und löste eine Arbeiterinnendemonstration aus. Jene Kämpfe fanden anlässlich des Frauentags vom 08. März 1917 statt(nach altem russischen Kalender der 23. Februar) und lösten so den Beginn der „Februarrevolution“ aus. Im NS-Deutschland erlebte die Frauenbewegung einen starken Rückschritt, da die Rolle der Frau in der Ideologie des Nationalsozialismus die Rolle der Hausfrau und Mutter ist. Im drittem Reich wurde der Frauentag verboten und durch den Muttertag ersetzt. Erst nach dem zweiten Weltkrieges fand erstmals 1946 in der DDR wieder eine Feier zum Frauentag statt. In den sozialistischen Ländern wurde der Tag der Befreiung der Frau gefeiert und mit offiziellen Feiern organisiert. Erst in den späten 1960er Jahren wurde der Frauentag durch die neue, autonome Frauenbewegung in der BRD wiederbelebt. So wurde der 08. März wieder zu einem wichtigen Tag in der Frauenbewegung. Aufgegriffen wurden u.a. die Rechte von Ausländerinnen, die Diskriminierung von nicht-heterosexuellen Lebensweisen und die bessere Sicherung der Frauenrechte im Rahmen der europäischen Annäherung. Woher kommt allerdings der Brauch, Frauen am 08. März mit einer Roten Rose zu beschenken? Im Jahre 1986 feierte der Frauentag seinen 75. Geburtstag. Jener Tag stand unter dem Motto „Wir wollen Brot und Rosen“. Hierbei steht das „Brot“ für das Recht auf Arbeit, für eine gerechte Entlohnung, gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen, für menschengerechte Arbeitsbedingungen, berufliche Entfaltung und Fortentwicklung und eigenständige soziale Sicherung für die Frau. Die Rose steht für die Möglichkeit mit Kindern zu leben aber auch berufstätig zu sein, familiengerechte Arbeitszeiten, die Befriedigung kultureller Bedürfnisse, eine menschenwürdige Wohn- und Lebensumwelt, humane Politikformen, Toleranz und Frieden. Beschenkt Eure Frauen mit roten Rosen! =) Gegen Sexismus! – Für die Gleichberechtigung der Frau!“ (Original-)Artikel auf Indymedia