Soli-Konzert ein Erfolg

Unser Soli-Konzert, das am 15.11. stattgefunden hat, war ein voller Erfolg.
Über 70 Besucher_Innen haben für eine Sauna-Atmosphäre in der T-Stube gesorgt und Leute im Alter zwischen 16 und 60 haben getanzt. Wir danken den Beteiligten Bands für ihren Einsatz und hoffen, dass auch diese ihren Spaß hatten.

Desweiteren dokumentieren wir einen Redebeitrag, der in gekürzter Form auf dem Konzert vorgetragen wurde.

„Antinationaler Kampf-, Tanz-, und Gedenktag für die Opfer des Faschismus und alle, die beim Aufbau einer Welt des Friedens und der Freiheit gestorben sind!

Ab 3 Uhr gilt heute Nacht ein Tanzverbot, wegen des Volkstrauertages. Wir haben keinen Bock uns vorschreiben zu lassen, wie lange wir zu tanzen haben und warum wir es zu lassen haben.
Wir wollen uns nicht an einem Tag beteiligen, der tote deutsche Täter und deren Opfer in eine Reihe stellt. An einem Tag, der für viele Menschen immer noch eher ein „Heldengedenktag“ ist, als ein Tag um über den todbringenden Unsinn von Konstrukten wie Volk, Rasse & Nation nachzudenken.
In der DDR hieß der Volkstrauertag „Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg.“ Hier wollen wir anknüpfen und erklären den heutigen Tag zum Antinationalen Kampf-, Tanz-, und Gedenktag für die Opfer des Faschismus und alle, die beim Aufbau einer Welt des Friedens und der Freiheit gestorben sind!
Diesen Menschen zu gedenken finden wir besser, als mit militaristischen Liedern wie „Der gute Kamerad“ den Opfern des Nationalsozialismus nachträglich noch einmal ins Gesicht zu spucken, indem eine Armee verherrlicht wird, die zweimal Tod und Verderben über Europa brachte und einen Vernichtungskrieg in Osteuropa führte. Wir wollen es niemensch verbieten, um im Krieg gestorbene Angehörige zu trauern. Wir kriegen aber ein ganz übles Gefühl in der Magengegend, wenn die Trauer um diese Menschen als nationale Aufgabe wahrgenommen wird, weil diese Leute schließlich für Deutschland gekämpft haben. Wir sind froh, dass Deutschland den Krieg verloren hat. Wir glauben nicht, dass sich der Krieg von der Ausführung des Holocausts trennen lässt, wie das viele Menschen tun. Auf der einen Seite der Krieg, der von deutscher Seite sauber, fast heldenhaft geführt wurde und auf der anderen Seite der Holocaust, ein Verbrechen ohne Täter.
Der Krieg der Wehrmacht hat die industrielle Vernichtung von Menschen in diesem Ausmaß erst möglich gemacht! Die Idee „Lebensraum im Osten“ zu eroberen lässt sich nicht von der Idee der „Herrenrasse“ trennen. Im Gegensatz zu den Gefallenen der allierten Armeen gibt es keinen Grund, den im Krieg gestorbenen Wehrmachtssoldaten kollektiv zu gedenken, diese Trauer muss eine individuelle Sache der Betroffenen sein.
Dennoch gibt es Menschen, wo wir denken, dass es Sinn macht ihnen öffentlich zu gedenken.
Wir gedenken den gefallenen Kommunard_Innen der Pariser Kommune, die vom deutschen Kaiserreich zerschlagen wurde.
Wir gedenken auch den auf Seiten der Republik gefallenen Anarchist_Innen, Kommunist_Innen und Demokrat_Innen im spanischen Bürgerkrieg, den Gefallenen in der russischen Revolution und den Kronstädter Matrosen, deren Versuch die Revolution zu retten von Lenin und Trotzki niedergeschlagen wurde. Wir gedenken den Anarchist_Innen in der Ukraine, deren Versuch eine befreite Gesellschaft aufzubauen von der UdSSR zerschlagen wurde.
Wir gedenken den Gefallenen in Novemberrevolution und Spartakusaufstand, die beim Versuch gestorben sind in Deutschland eine Rätedemokratie zu etablieren. Wir gedenken den Gefallenen italienischen Partisan_Innen und allen Genoss_Innen und anderen Menschen, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus ermordet worden sind und denen, die in einem beispiellos grausamen Verbrechen an der Menschlichkeit Opfer der deutschen Volksgemeinschaft geworden sind.
Unsere Gedanken sind in diesem Moment auch bei den Menschen, die in den letzten Jahren ihr Leben dafür gaben, das zapatistische Projekt in Chiapas gegen faschistische Paramilitärs zu verteidigen. Unsere Gedanken sind bei den Antifas, die in den letzten Jahren und Monaten ermordet wurden und denen heute im Rahmen der „Siempre Antifascista“-Kampagne gedacht wird. Dax, Jan, Carlos, Fjedor, wir werden euch nicht vergessen! Unsere Gedanken und unsere Sorge sind in diesem Moment insbesondere bei den russischen Antifas, die dort ihr Leben aufs Spiel setzen.
Wir wünschen euch viel Erfolg in eurem Kampf, in dem wir euch leider kaum mehr als moralische Unterstützung bieten können.
Zum Ende zitieren wir aus dem Schwur von Buchenwald:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel!“

Ein weiterer Redebeitrag folgt, sobald er in digitaler Form vorliegt.


1 Antwort auf “Soli-Konzert ein Erfolg”


  1. 1 Antifa RD 26. September 2009 um 19:49 Uhr

    Grad zum ersten Mal gelesen, hervorragender Text. Extrem berührend!

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