Kommentar 9.11.2009

Besser spät als nie – Kommentar zum 9. November:
An diesem 9.November 2009 war mal wieder so ein Tag.
Wo man hinsah „stolze Deutsche“, überall Deutschlandfahnen und auch dieses schöne, nationalistische Lied von unserem antisemitischen Landsmann war natürlich mit dabei.
Ach ja, richtig, „unsere“ Nationalhymne.
Nur gut, dass bei den Feierlichkeiten nicht allzu viele Bierzeltpatrioten vor Ort waren, sonst wären erste und dritte Strophe im allgemeinen Deutschland Sing-Sang womöglich noch durcheinander gekommen.
Damit solche Ausrutscher – von Einzelpersonen natürlich – nicht passieren konnten, lüftete die Tagesschau, zu gegebenen Anlass in 30-minütiger XXL-Sendung, schließlich das Geheimnis was an diesem Tag noch geschah.
18 Minuten vergingen in denen man erfuhr, dass der 9. November (taktvoll meist ohne Jahreszahl genannt) wohl einer der glücklichsten Tage der deutschen Geschichte sei.
Dann aber begannen die schier unendlichen 2 Minuten Sendezeit , in denen einem der widerlichsten Tage der deutschen Geschichte und seiner Opfer gedacht wurde, der Reichspogromnacht am 9.11.1938.
Im Volksmund wird dieser Tag auch Reichskristallnacht genannt. Klingt ja auch gleich ein bisschen netter, Kristall.
Dabei steht hinter diesem Wort eines der grausamen Symbole der Judenverfolgung von 1933-1945, der 6 Millionen Menschen zum Opfer fielen. In dieser Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen, Tausende Menschen wurden deportiert oder ermordet und es entlud sich der latente Antisemitismus der deutschen Bevölkerung.

Aber jetzt mal Schluss mit den alten Geschichte, schließlich hat Deutschland seine Vergangenheit aufgearbeitet! So sehr sogar, dass heute mehr als 60% der Deutschen angeben, sie hätten es satt von den Verbrechen der Deutschen an den Juden zu hören.
Hach, toll was wir doch für eine fortschrittliche Bevölkerung haben, immer zukunftsorientiert, fast schon progressiv, das Alte hinter sich lassend.
Doch es gibt da etwas, was anscheinend einfach zu schön war, um es gleich mit zu Verdrängen. Diese jüdischen Stereotypen. Wie ist es sonst zu erklären, dass fast jeder zehnte Jugendliche in diesem Land Sympathien für antisemitische Einstellungen hegt, obwohl die meisten eine jüdische Person wahrscheinlich nicht einmal persönlich kennen. Woran es liegt, dass „der Jude“ den jungen Deutschen unbekannt ist? Stopp… dieses Thema hat man ja satt.

Also wieder zur Gegenwart, wo das Motto lautet: „Du bist Deutschland!“
Inklusive Brandanschläge auf Synagogen, SS-Runen an Kindergärten und insgesamt mehr als 1000 antisemitische Straftaten pro Jahr.
Irgendwie ist es eher das, was ich satt habe!

Nazizeitung „Zuerst!“ am Bahnhofskiosk

Tach zusammen.

Ich war grad am Bahnhof und da fiel mir ein, dass ich neulich was gehört hab. Also bin
ich mal gucken gegangen, ob ich die „Zuerst!“ dort finde. Und wie sollte es bei dem
Laden auch anders sein… natürlich hab ich sie gefunden. Hinten links bei den
Magazinen. Auf dem Titelblatt sieht man prügelnde Ausländer und die Überschrift „Der
dumme Deutsche“. Oder so ähnlich…
Der Vertrieb läuft erst seit wenigen Wochen. An den Bahnhofskiosken liegt der Scheiß
inzwischen aus, wo noch weiß ich noch nicht. Also Augen offen halten. Und die
Taschen… :( Als Nachfolgeblatt von „Nation + Europa“ kann man´s wohl betrachten.
Jens Lütke ist dran beteiligt, der Verlag von Dietmar Munier vertreibt das Teil und jeder
Spacken aus dem rechten Spektrum macht da fleißig Werbung drin. Mit 6,50 € (oder
6,80 € ??) ist das Ding auch ein echtes Schnäppchen und es dürfte einige Leute geben,
die sich monatlich das Hochglanzhetzblatt leisten.
Hier am Bahnhof interessiert das keine Sau. „Hier ist Pressefreiheit und jeder kann
lesen was er möchte. Ich bin nur ne Angestellte, da müssen Sie sich an den Chef
wenden.“ Auf meine Frage, wer denn der Chef ist und wie ich ihn erreiche, wurde ich an
die Zentrale von Stilke verwiesen. Wer den Stress wegen der „Nation + Europa“
mitbekommen hat, weiß auch von der Kampagne gegen Stilke, weil die sich nen
Scheiß dafür interessieren, was sie da eigentlich verkaufen.

Das meint die Taz dazu:

http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/aus-dem-sumpf/

Als kurze Anmerkung noch: Klauen bringt nichts, dann kriegt der Verlag unseres Wissens trotzdem Kohle, weil die Zeitung nicht zurückgesendet werden kann. Irgendwie rumstressen und andere Kunden auf den Müll aufmerksam machen, der dort rumliegt, ist trotzdem sinnvoll.

Schüsse auf Alte Meierei

Wir dokumentieren eine Pressemitteilung der Bewohner_Innen der Alten Meierei:

-Pressemitteilung der Bewohnerinnen der Alten Meierei-

Schüsse auf die Alte Meierei in Kiel!

In der Nacht zum 20.1.10 gegen 2:00 Uhr schossen Unbekannte mit einer
Schusswaffe auf den Wohnbereich
der Alten Meierei in Kiel.

Die zwei Projektile durchschlugen ein Fenster im vorderen Bereich des Hauses
und landeten in der Decke. Eine Person, die sich im
Raum befand, wurde glücklicherweise nicht verletzt.

Wir betrachten den Angriff letzte Nacht als eine bedrohliche Zuspitzung der
rechtsextremen Gewalt in Kiel die uns alle angeht.

Nach den wiederholten Angriffen auf linke Projekte und Personen vermuten wir die
Nazis aus dem Umfeld der Aktionsgruppe Kiel, welche sich als
autonome Nationalisten bezeichnen, hinter diesem Angriff.

Bewohnerinnen
der Alten Meierei

Scheiß auf die Bullen: Naziaufmarsch in Dresden verhindern!

In Dresden wird am 13. Februar wieder einmal Europas größter Naziaufmarsch stattfinden. Grund genug zu protestieren und sich den Nazis und ihrer menschenverachtenden Ideologie mit allen notwendigen Mitteln in den Weg zu stellen und die Nazis und ihre gequirlte Scheiße anzugreifen und den Naziaufmarsch zu verhindern!
Die Stadt Dresden ignoriert das Naziproblem seit Jahren beharrlich, würde eine ernsthafte Beschäftigung doch bedeuten, sich auch mit den Inhalten bürgerlichen Gedenkens auseinanderzusetzen. Um antifaschistischen Protest zu kriminalisieren und Blockaden und Angriffe gegen den Naziaufmarsch von vornherein zu delegitimieren, hat die Polizei nun Räumlichkeiten von Organisationen durchsucht, die gegen den Naziaufmarsch mobilisieren.
Wir verurteilen diesen Angriff auf antifaschistischen Protest entschieden und rufen euch dazu auf, am 13. Februar nach Dresden zu fahren. Jetzt erst recht!

Verschiedene Bündnisse rufen zu Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch auf:
Das eher bürgerliche Bündnis „Dresden Nazifrei“
Das „antideutsche“ Bündnis „Keine Versöhnung mit Deutschland“
Das linksradikale Bündnis „No Pasaran“

Für Busfahrten und Vorfeldveranstaltungen in Norddeutschland checkt: http://dresden2010.hopto.org/

Nachtrag 20.01: Weil es so schön ist…

Erster Film der Januar-Filmreihe

Am Donnerstag, den 7.1., fanden sich ungefähr 15 Menschen in der T-Stube ein, um den Film „The Truth lies in Rostock“ zu sehen. Der Film eröffnete die Filmreihe, in deren Rahmen im Januar jeden Donnerstag ein Film gezeigt wird. Auf bequemen Sofas und bei Bier und Salzstangen konnten die Zuschauer_Innen sich filmisch über das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen informieren und auch die Technik funktionierte auf Anhieb erstaunlich gut. Wir hoffen, dass die weiteren Veranstaltungen der Reihe auch so gut besucht sind und dass sich Kino in der T-Stube mittelfristig als feste Veranstaltung etablieren kann.

Nächste Woche Donnerstag um 19 Uhr gibt es den trashigen englischen Spielfilm „Eat the rich“.

Alte Flugblätter, u.A. zu Thor Steinar

Da es grade zum Thema passt, auf dem Rechner wieder aufgetaucht ist und wir ja gerne Aktivitäten der Gruppe möglichst lückenlos dokumentieren wollen (Anmerkung: Digitale Daten sind leichter zu archivieren), gibt es hier das Flugblatt, dass wir vor 2 1/2 Jahren anlässlich des Fockbeker Dorffests verteilten. Eine Seite über Thor Steinar und eine Seite über das Fest ansich. Das erste Flugi datiert der PC auf den 8.8.2007:

„Old Shit. New Style.

Ewiggestrige wollen nicht immer als solche erkannt werden. Schon längst sind Nazis nicht mehr unbedingt an Springerstiefeln, Bomberjacke und Glatze zu erkennen. Auch Neo-Nazis wollen inzwischen modisch aussehen und dementsprechend haben sich auch ihre bevorzugten Klamotten geändert.
Auffallend viele tragen nun Kleidung der Marke THOR STEINAR. Was für normale Jugendliche die schicke Boutique ist, ist für den modebewussten Neo-Nazi der Thor Steinar-Onlineshop.
THOR STEINAR ist eine Bekleidungsmarke, die sich völkischer Symbolik mit NS-Bezug bedient und vor allem von Neonazis getragen wird.
Auch den Besitzern der Firma wird eine Nähe zur extremen Rechten nachgesagt. Über den Vertrieb der Klamotten flossen 2005 schon 2 Millionen Euro indirekt der Naziszene zu. Doch auch unpolitische Käuferschichten werden durch das Design der Klamotten angesprochen. Dabei unterstützt aber jeder, der diese Kleidung kauft und anzieht, direkt Neonazis in ihrem Bestreben ihre Inhalte und Symbole in die Gesellschaft zu tragen. Grade deshalb halten wir eine Aufklärug über die Marke und ihre Hintergründe für zwingend notwendig.


Altes und neue Logo
der Firma

Nazikleidung stinkt!
Thor Steinar stoppen!
www.stop-thorsteinar.de.vu“

Andere Seite des Flugblatts:

„Fockbeker Dorffest
-
Kein Fest für Nazis

Liebe Fockbeker und Fockbekerinnen, vielleicht erinnern sie sich an die Dorffeste der letzten Jahre.
Die meisten Menschen kamen um friedlich zu feiern, doch einige Neonazis aus dem Umkreis benutzten das Fest um sich zu treffen. Provokativ stellen sie ihre Gesinnung zur Schau, beispielsweise durch einschlägige Klamottenmarken und menschenverachtende Parolen, ob auf ihren Kleidungsstücken oder durch die Gegend gegröhlt. In den letzten Jahren kam es jedesmal zu Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Menschen, die nicht in deren Weltbild passen.
Durch die zahlreiche Anwesenheit von Neonazis (mehr als fünfzig im letzten Jahr) müssen Menschen, die „nicht deutsch genug“ scheinen beim Dorffest um ihre Gesundheit bangen. Der eigentliche Sinn eines Dorffestes die Gemeinschaft zu stärken und für Unterhaltung, insbesondere auch der Kinder und Jugendlichen, zu sorgen, wird von den Neonazis durch die Vereinnahmung des Festes in den Hintergrund gestellt. Sie nutzen das Fest als Bühne, um ihre Weltanschauung zu präsentieren und ihren Aggressionen freien Lauf zu lassen.
Die Ereignisse der letzten Jahre haben mehr als deutlich aufgezeigt, dass Polizei und Wachdienst mit der Situation überfordert waren und die Ausschreitungen nicht verhindern konnten.
Deshalb sollten Nazis vom Mitfeiern ausgeschlossen und von der Dorfgemeinschaft nicht geduldet werden. Der einfachste Weg, um das Fest dieses Jahr friedlich zu halten:

KEIN FUSSBREIT FÜR NAZIS!
NICHT IN FOCKBEK UND NICHT ANDERSWO!“

Außerdem ein Flyer, den wir beim Rendsburger Herbst vor 2 Jahren verteilt haben, zum damals aktuellen Thema Videoüberwachung der Rendsburger Innenstadt. Vom PC datiert auf den 22.8.2007:

„Wolfgang is watching you – auch in Rendsburg

Schon seit langem ist Videoüberwachung in den Straßen deutscher Städte zum Alltag geworden. Die Entwicklung, welche in Kaufhäusern und Bahnhöfen ihren Anfang nahm hat sich längst auf ganze Stadtviertel ausgeweitet.
Auch in vielen deutschen Großstädten; wie zum Beispiel der Kölner Innenstadt, kann mensch sich nicht mehr frei bewegen, ohne von Kameras erfasst zu werden. Die Innenministerkonferenz vom 4. Mai 2000 begründete den „offenen Einsatz von Videoüberwachungsmaßnahmen an Kriminalitätsbrennpunkten im öffentlichen Raum“ als ein geeignetes Mittel, um die Wahrnehmung der polizeilichen Aufgaben im Rahmen der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung wirksam zu unterstützen. Viel zu viele Menschen lassen sich leider ohne Protest in ihrer Privatsphäre einschränken, weil sie glauben ihre Sicherheit würde erhöht.
Dass dies natürlich Unfug ist, weil die meisten Gewaltverbrechen im Affekt geschehen und geplante Verbrechen sich einfach an andere Orte verlagern, das sollte jeder und jedem einleuchten, dass Kameraüberwachung nur der erste Schritt hin zur totalen Überwachung ist, auch.
Die geplante Videoüberwachung in Rendsburg passt nämlich perfekt in einen deutschlandweiten Trend hin zu mehr Überwachung und dem gläsernen Menschen. Polizeiliche Befugnisse werden schrittweise ausgebaut, Freiheitsrechte dafür schrittweise weiter beschnitten. Inzwischen überschlägt sich Innenminister Schäuble fast, mit immer neuen Forderungen nach mehr Überwachung und Kontrolle. Das Grundgesetz sieht er dabei als Hindernis für die Umsetzung seiner Vorstellung und sogar den Vorschlag es zu ändern hatte er schon bei der Hand.
Wer die Freiheit aber aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
Gegen Überwachung, Bespitzelung und Ausspionierung!“

Thor Steinar-Onlineshop gehackt

Auf Indymedia finden sich die Daten aus einem Hack des Thor Steinar-Onlineshops. Dieser Artikel berichtet darüber: http://de.indymedia.org/2009/12/270089.shtml

Interessant wird es sicher, wenn ihr mal euren Ortsnamen in der Suchfunktion eingebt. Es gibt doch einige Nazis in Rendsburg und Umgebung. Darunter finden sich sicherlich einige alte Bekannte, aber wir vermuten, dass darin auch Leute stehen, die mit ihrer Gesinnung nicht so gern hausieren gehen.
Grüße gehen raus, an alle Nazis in Rendsburg und anderswo, die sich jetzt ertappt fühlen. Wir seh‘n uns bei Gelegenheit.

Filme gucken in der T-Stube

Um im Januar den neuen Beamer in der T-Stube mal richtig schön auszunutzen: Eine Filmreihe!


Eigentlich

…ist auf Weihnachten ja ganz gepflegt geschissen, aber der Spruch mit der Rute musste einfach verbraten werden. Eigentlich ist die Rute ja das Mittel der Wahl bei den Nazis, aber wie ein Häuflein Antifas in Knecht Ruprecht-Kostümen reinplatzt, während Klein-Heinrich grade freudig seinen Spielzeugpanzer auspackt, das ist schon eine nette Vorstellung. Wer bis zum islamischen Zuckerfest den besten Header unter dem Motto: „Zuckerbrot für uns, Peitsche für Nazis“ einsendet, gewinnt die Plätzchenreste des Autor_Innenkollektivs.

Zeit-Störungsmelder über die Naziaktivitäten am Wochenende


In Rendsburg prügeln Nazis. Festnahmen? Keine.

Ganz anders die Ereignisse in Rendsburg, ebenfalls am vergangenen Samstag. Nach einem NPD-Stand in der Innenstadt sammelten sich nach Aussagen der Antifaschistischen Aktion Rendsburg (AARD) 20 Nazis am Bahnhof, um von dort aus provozierend in Richtung des alternativen Kommunikationszentrums T-Stube zu gehen. Die T-Stube war in der Vergangenheit immer wieder Angriffsziel von Nazis und wurde schon zweimal von diesen mittels Brandanschlägen angegriffen. Bereits die Nacht zuvor wurden genau auf dieser Strecke Ha­ken­kreuz, SS-​Ru­nen, die Ab­kür­zung von Com­bat 18, einer ver­bo­te­nen rech­ten Ter­ror­grup­pe, die Drohung “Wir kriegen Euch alle” und eine Menge NPD-​Auf­kle­ber hin­ter­las­sen.

In diesem lesenswerten Artikel wird beschrieben, wie die Polizei die Aktionen von Nazis und Antifaschist_Innen mit zweierlei Maß misst.



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